Da Beetz direkt hinter Kremmen liegt, gibt es dieses Mal nicht viel zu meiner Fahrt zu berichten. Außer: Es gibt Wall wirklich! Es liegt in Brandenburg! 😉 FĂŒr alle die, die sich nicht mehr an Wall erinnern können: Tristan, der Hauptcharakter aus „Der Sternwanderer“ lebte im Dorf Wall. Dort trennte eine Mauer die magische Welt von der unseren. Nur eine LĂŒcke in der Mauer bildete den letzten Durchgang
 Warum habe ich eigentlich nicht nach dieser LĂŒcke gesucht??? 😀

Die Grundschule Beetz sieht von weitem aus wie ein ĂŒberdimensionales Puppenhaus. Oder wie ein Gutshaus. Und tatsĂ€chlich hat man die Schule in einem ehemaligen Landgut errichtet. Auch im Innern konnte ich das GefĂŒhl nicht abschĂŒtteln, durch ein Schlösschen zu wandern. Besonders im GebĂ€ude der kleineren Klassen, das an eine Miniatur-Rundburg erinnerte.
Direkt am Tor erwarteten mich die SchĂŒler der Bibliotheks-AG und nahmen mich in Empfang. Sie bildeten meine Eskorte und fĂŒhrten mich quer durch die Schule. Das war wirklich sĂŒĂŸ, da ein Junge von Zetteln ablas und sie alle nervös wirkten. Dabei beiße ich doch nicht und tue auch sonst nichts Gemeines. 😉 Ich war einfach nur erstaunt, dass sie mir unbedingt ihre Schule zeigen wollten (das gab es bisher noch nicht). Lehrerzimmer, KlassenrĂ€ume, Physikklassen, Bibliothek, Hort, EntspannungsrĂ€ume mit Fußballkickern, alles habe ich mir angesehen 
 Ganz besonders gefiel das ‚GrĂŒne Klassenzimmer‘, das die Grundschule besitzt. Hierbei handelt es sich um witterungsfeste StĂŒhle und Tische – sogar eine Tafel, die man unter einem Wellblechdach mitten im hinteren Garten aufbauen kann. Äußerst praktisch, wenn im Sommer die KlassenrĂ€ume wieder heiß, stickig und unertrĂ€glich sind.

Die Lesung selbst fand in der neu erbauten Mehrzweckhalle statt, die als Turnhalle und Versammlungshaus genutzt wird. Obwohl die fĂŒnften und sechsten Klassen zusammen lauschten, waren wir vielleicht 40 Mann. Die Kinder selbst ĂŒbernahmen das Programm. Zwei Jungs stellten mich und mein Buch vor und begrĂŒĂŸten mich herzlich; die Zettel gegen die NervositĂ€t fest umklammert. Obwohl die Osterferien gerade erst vorbei waren, habe ich die bisher beste Zusammenfassung des ersten Kapitels gehört. Der Junge konnte sich noch an alle Details erinnern, selbst an die kleinsten. 🙂

Das tolle an meinem Besuch in Beetz war, dass ich mir Zeit lassen konnte und dadurch in aller Ruhe auf alle Fragen, WĂŒnsche und Ideen eingehen. So gibt es dieses Mal auch wieder eine Handvoll kurioser Berufe, die sich die Kinder ausgedacht haben.

  1. Justizangestellte – dieses MĂ€dchen ist mir im GedĂ€chtnis geblieben, weil sie mir ihren Berufswunsch mit einer unglaublichen Überzeugung vortrug
  2. Vorkoster, und weil man davon allein nicht leben kann, auch Naturfotograf.
  3. Tiefseetaucher
  4. Feinschmecker mit eigenem Laden, in dem er auch Rezepte seinen Kunden vorfĂŒhrt
  5. Lehrervernichter – wir einigten uns darauf, dass er es mit Lehrerablenker versuchen sollte, damit diese nicht rechtzeitig zum Unterricht kommen
  6. Naturforscher in Papua-Neuguinea, da es dort noch die letzten unberĂŒhrten UrwĂ€lder gibt und irgendeinen Vulkan voller unerforschter, unbekannter KĂ€fer, Insekten und anderes Krabbelgetier
  7. Comic- und Mangazeichner – Ich fragte die beiden Jungen, ob sie in Richtung Simpsons, Naruto, One Piece und Co gehen wollten und alle waren total ĂŒberrascht, woher ich diese Serien kannte. Tja, die MĂŒnder standen noch weiter offen, als ich erzĂ€hlte, dass ich mit diesen Animes in ihrem Alter angefangen habe und ein Freund von mir schon lĂ€nger Simpsons guckt, als sie auf der Welt sind. 😉

Es kamen viele Fragen zu den Allergomördern und Allergien auf. Genauso vermuteten meine Zuhörer, dass Timmy und Korbe zu diesen MĂ€nnern gehören, aber der Spannung wegen durfte ich nichts verraten. Dabei wĂŒrde ich zu gerne die Gesichter der Kinder sehen, wenn ich ihnen einen hinteren Teil – wie das Allergo-Training – vorlese. Auch merke ich immer wieder, dass ich schneller schreiben muss, da die Kinder gerne noch mehr BĂŒcher lesen und vorgelesen bekommen wĂŒrden. Zumindest hat den beiden Klassen mein Vorschlag fĂŒr einen zweiten Timmy Band gut gefallen. Vielleicht verfolge ich diese Idee wirklich und schicke Timmy als nĂ€chstes zu den Piraten des Ur-Ur-Archipels.

Stellvertretend fĂŒr die Klassen ĂŒberreichte der angehende Naturforscher mir ein Blumengesteck zum Dank; sowie eine FrĂŒhlingskerze. Die kleinen SchokoladenkĂ€fer, den es mit dazu gab, taufen wir kurzerhand den ‚LarskĂ€fer‘, die erste Art, die der Junge entdeckt hat. 🙂
An diesem Tag haben wir viele Fotos gemacht, da die Kinder sich noch persönliche Erinnerungen wĂŒnschten. Leider habe ich nicht keine Erlaubnis erhalten, diese Fotos hier zu veröffentlichen. Aber unser Gruppenfoto einfach toll geworden. Wir alle halten die BĂŒcher, die Lesezeichen und Flyer in die Luft und lĂ€cheln breit in die Kamera. Eigentlich ist es schade, dass ich es euch nicht zeigen kann 
 Es war ein schöner Abschluss eines gelungenen Tages.

Da die Kinder mir immer wieder vorschwĂ€rmten, wie toll der Beetzer See ist, habe ich ihm nach meiner Lesung einen Besuch abgestattet. Ich muss sagen, es ist ein idyllisches Fleckchen und ich kann verstehen, warum die Kinder sich jedes Jahr auf ihre Drachenbootfahrten und Ruderwettbewerbe freuen. Das zweite Foto zeigt eine typische Straße in Beetz. Kleine HĂ€uschen, VorgĂ€rten und alles sehr gepflegt. Ein wirklich schöner Ort Brandenburgs!

Eine Schule wie ein Puppenhaus – Grundschule Beetz

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