Am 10.5.2011 war ich in der Max Dortu Grundschule in Potsdam eingeladen. Falls ihr euch fragt, wer ‚Max Dortu‘ sei – Freiheitskämpfer. Im deutschen Straßennetz und auch bei Gebäudenamen tummeln sich historische Persönlichkeiten; auch in Potsdam. Ist jemanden mal aufgefallen, wie viele Geschwister – Scholl – Straßen existieren?

Der Tag war das reinste Chaos. Abgesehen davon, dass sich zwischen Berlin und Potsdam eine Baustelle an die nächste reiht, kam ich dank der vielen Staus kaum vorwärts. Selten habe ich so lange gebraucht und mein Getriebe derart gequält. Vielen Dank Avus – Instandsetzung …

Die Max – Dortu Grundschule liegt relativ zentral in Potsdam. Wieder führte mich mein Weg in einen Altbau, der von breiten Gängen und abgetretenen Steintreppen dominiert wurde. Wunderbar zum Spielen ist jedoch der Schulhof, der teilweise mit Sand aufgeschüttet war. So wie die Jungs rumtollten, zu Boden fielen und sich gleich wieder aufrappelten, schien es genau die richtige Spielwiese zu sein. So weit sich dies von einem Beobachtungsposten am Fenster beurteilen lässt.

Leider ist organisatorisch einiges schief gelaufen. Mein Elternbrief ging wieder mal verloren, sodass kaum einer über meinen Besuch informiert war. Die Lehrerin, die meine Ansprechpartnerin sein sollte, befand sich plötzlich in einer Kur. Die mitgeteilte Zeit, zu der ich erscheinen sollte, war fast eine Stunde zu früh und die Lesung war anstatt einer Zeitstunde nur noch eine Schulstunde lang.
Ich habe gelernt zu improvisieren, mich Zufällen und dergleichen anzupassen, aber dieser Tag hatte es in sich. Irgendwie fühlt man sich da fehl am Platze … Dazu habe ich noch schnell die Stühle für die drei Klassen aufgebaut, bevor dies die Kinder alleine machen mussten. Das wäre sonst auch von meiner Zeit abgegangen. Das einzig Positive war bis zu diesem Zeitpunkt der Musikunterricht im Nebenraum, den ich lauschen konnte. Die Klasse sang aus vollen Hälsen das „Mana mana“ – Lied der Muppet Show und rief lautstark „Nochmal!“, als es endete.

Was sollte ich davon halten, wenn die halbe Klasse mich fragt, ob ich Frau Franke sei und ob ich das Buch geschrieben habe und wenn ich es bejahe, sie diese Information ganz erstaunt ihrem Sitznachbarn erzählen? Irgendetwas lief in der Grundschule schief. Die Flyer, die ich mitgebracht hatte landeten 1000fach gefaltet am Boden oder flogen als Papierflugzeuge durch die Luft, während ich gegen die Akustik der Aula ankämpfte. Vielleicht war es nur meine Einbildung, aber der Hall dauerte irgendwie länger als sonst …

In Potsdam waren die Berufswünsche der Kinder deutlich durch die Örtlichkeiten geprägt. Denn der am häufigsten genannte Vorschlag war:

  1. Schauspieler und Stuntman – Dass die Filmstadt Babelsberg in der Nähe lag, konnte man deutlich spüren.
  2. Koch/Köchin – Man sollte diese Grundschule in Kochschule umtaufen, oder das Zensus Büro herausfinden lassen, ob Viertklässler neuerdings eine Vorliebe dafür haben.
  3. Der Tierpfleger, direkt gefolgt von der Eichhörnchenzüchterin
  4. KFZ – Mechaniker und Mechanikerin, die lustigerweise direkt nebeneinander saßen, und sich prompt einigten, zusammen arbeiten zu wollen
  5. SEK – Beamter und der Pilot

Die vielen Fragen der Kinder zeigten mir dennoch, wie begeistert sie von dem Text und der Veranstaltung waren. Daher war der Tag in der Max-Dortu – Grundschule trotz organisatorischer Schwierigkeiten ein schönes Erlebnis. Hauptsache den Schülern hat es Spaß gemacht. 😉

Zum Abschluss habe ich noch bemerkt, dass der Kurzgeschichtenwettbewerb, den mein Verlag ausrichtet, bei den Kindern gut ankommt. Vielleicht liegt es daran, dass nicht viele dieser Ausschreibungen sich an unter Fünfzehnjährige richten. Vielleicht aber auch, da ich wieder eine kleine Horde von Miniautoren um mich scharte, die alle ganz begeistert über das Thema ‚Zeitreise‘ waren.
Alles weiteren Details zum Wettbewerb findet man im Übrigen hier.

— Nicht mein Tag —

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