Inhalt:

„Die 17-jährige Phoenix wächst in der Gemeinschaft krimineller Savants, Menschen mit einer übersinnlichen Fähigkeit, auf. Für deren Anführer muss Phoenix ihre Gabe, das Zeitempfinden in fremden Gehirnen zu manipulieren, zu Diebstählen nutzen und das Gestohlene dann bei ihm abliefern. Als sie bei einer Gruppe amerikanischer Studenten iPads stehlen soll, trifft sie auf Yves Benedict. Doch der ist mehr als ihr nächstes Opfer – er ist ihr Seelenspiegel. Yves erkennt dies sofort und entwirft einen Schlachtplan, um Phoenix aus der Gemeinschaft zu befreien und den Anführer zu bezwingen. Doch dieser will die Macht der besonderen Verbindung zwischen Phoenix und Yves für seine eigenen Zwecke nutzen …“ (Quelle, dtv-Verlag)

Sprache:

Der Großteil des Buches las sich unterhaltsam, der Erzählstil kam meiner Meinung nach nicht an die sehr gute Ich-Perspektive aus dem ersten Band heran. Die wunderbare Innensicht, die Sky einem beim Lesen bot, gelingt der Autorin nicht mit Phoenix.
Auch schlägt der Witz, den ich zwischen Sky und Zed genoss, bei Phee und Yves zu schnell in Liebesgeplänkel um. Sicherlich war dieses Buch um einiges temporeicher und actiongeladener als der erste Band, dennoch sehe ich es in diesem Punkt als Nachteil, da die beiden Figuren sich zu schnell aneinander angepasst haben. Sowohl in ihrer Sprache, als aus in ihrem Handeln.
Dazu las der Text sich häufig holprig. Zu viele aufeinander folgende Sätze, die mit „Ich“ begannen, Übergänge innerhalb von Absätzen fehlten – der Schreibstil war nicht immer überzeugend.

Figuren:

Phoenix ist gut charakterisiert und in ihre Entwicklung bezüglich der Familie Benedict und Sky gut dargestellt. Ihre Gefühlsbekundung zum Ende des Buches kaufe ich der Autorin jedoch nicht ab. Vielleicht habe ich selbst Probleme mit dieser Einstellung, aber ich bezweifle, dass man sich inerhalb weniger Stunden ineinander verliebt und auch noch h… (Vorsicht Spoiler. 😉 ). Seelenspiegel hin oder her, Instant-Liebe gibt es in meinen Augen nicht, schon gar nicht bei einer Figur wie Phoenix, die es sich mit dem Vertrauen schon schwer tut.
Phoenix‘ Umfeld wiederum ist zwar typisch (für ihre Situation), aber passend gewählt. Auch wenn der Seher mich ein bisschen zu sehr an den Casino-Besitzer aus dem ersten Band erinnerte.
Yves hingegen war blass. Ich konnte ihn mir kaum vorstellen und abgesehen davon, dass er größer ist als Phoenix, T-Shirts trägt und hin und wieder eine Brille, ist mir nichts hängen geblieben. Das sah nach dem ersten Band ganz anders aus.

Lob und Kritik:

Als Pluspunkt sollte man definitiv erwähnen, dass es der Autorin gelingt, dass Thema der Savants komplett neu aufzuziehen, ohne sich zu sehr vom Grundgedanken zu entfernen. Mir hat der Trip nach London gefallen, da man sowohl bekannten Orte (das London Eye) aber auch unbekanntere miteinbezogen hat. Wenn, dann aber immer so dass man ein Bild vor Augen hatte. (Ich selbst war noch nie in London und hatte keinerlei Probleme mich zurechtzufinden.) Auch der Aspekt der Olympia-Vorbereitung wurde gut eingefädelt.

„Saving Phoenix“ war ein deutlich schneller aufgebautes Buch als „Finding Sky“. Dennoch empfand ich es dadurch überhastet. Mir fehlte teilweise die Entwicklung der Figuren oder das Auskosten von bestimmten Gefühlsregungen. Ich weiß ja, dass die Autorin es beherrscht! Daher bin ich ein wenig enttäuscht, dass diesem Buch im Vergleich zum Vorgänger einiges fehlt, und dazu auch noch weniger Seiten vorweist. Warum wird Phoenix‘ Behauptung, dass sie gerne stiehlt und sie den Kick braucht, einfach so im Raum stehen gelassen. Klar ist es falsch, aber nur mit der Antwort, dass sie und Yves sich gemeinsam einen neuen Kick suchen müssen, ist doch nicht alles geklärt. Ein Mensch ändert sich doch nicht einfach in seinen Angewohnheiten?!
Des Weiteren frage ich mich, warum im Deutschen der Titel umgeändert wurde. „Stealing Phoenix“ macht auf den Text bezogen deutlich mehr Sinn, da es auch immer wieder Anspielungen darauf gibt und sich so wie schon bei „Finding Sky“ ein rundes Bild ergibt.

Zusammenfassend:

Der Roman „Saving Phoenix“ ist auf seine Art eine unterhaltsame Lektüre, die genug Spannung für ein gutes Abenteuer aufweist. Im Bereich der Figuren und auch hin und wieder der Sprache weist er jedoch zu seinem Vorgänger Schwächen auf. Daher vergebe ich nur drei von fünf möglichen Sternen an „Saving Phoenix“. Mal sehen, ob Band 3 sich wieder fängt.

Rezension : Joss Stirling – Saving Phoenix

Ein Gedanke zu „Rezension : Joss Stirling – Saving Phoenix

  • 11. Januar 2013 um 05:25
    Permalink

    Wenn man Phoenix und Sky vergleicht (und das kann man ruhig machen), so sind beide unsicher und haben keine Ahnung, wer ihre Familie ist. Wobei Sky allerdings ein Charakter war, den ich sehr gut verstehen konnte, war Phoenix jemand, den ich bewundern konnte. Ich finde sie ist sehr tough und schlägt sich prima durchs Leben. sie ist sich bewusst, dass sie Schwächen hat, aber geht sehr gut mit ihnen um. Während in anderen Büchern die Zweifel der Protagonistin, dass sie nicht gut genug für den Jungen ist, eher nervig sind, waren sie hier wirklich gut nachvollziehbar. Denn wenn ich jemanden wie Yves treffen würde, käme ich mir im ersten Moment auch wertlos vor und das, obwohl ich zur Schule gehe. Was mir an den Büchern gefällt, ist die Idee mit dem Seelenspiegel. Damit erlaubt sich Joss Stirling, die beiden Protagonisten sich vollkommen kitschig zu verhalten ohne dass es einen stört. Denn es ist einfach unrealistisch, wenn man sich nach einem Tag nicht mehr voneinander trennen will. Durch die Seelenspiegel Geschichte wird das ganze erträglicher und wirklich romantisch. Trotzdem war es verständlich, dass Phoenix sich erst dagegen währen wollte und es in Frage gestellt hat, ob Yves sie wirklich mag oder sie halt einfach nur füreinander bestimmt sind. Auch hier konnte ich Phoenix wieder gut nachvollziehen, denn gegenüber dem Seher spielt Yves seine Rolle wirklich gut und ich wusste auch nicht recht, was ich von ihm halten sollte.

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