Mai 5 2014

Rezension : Jennifer L. Armentrout – Obsidian. Schattendunkel (Lux 1 / 5)

– Obisidian. Schattendunkel. Lux #01 – 

Jennifer L. Armentrout

Carlsen Verlag

398 Seiten

Mehr Infos zum Buch findet ihr auf der Verlagsseite oder auf der Homepage der Autorin.

Die Autorin: „Jennifer L. Armentrout lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Hunden in West Virginia. Wenn sie nicht gerade mit dem Schreiben eines neuen Buches beschäftigt ist, schaut sie sich am liebsten Zombie-Filme an. Ihre E-Books waren in den USA auf Anhieb so erfolgreich, dass sie kurze Zeit später in den Druck kamen und sofort auf die Spitze der New-York-Times-Bestsellerliste kletterten.“ (Quelle: Carlsen)

Inhalt: „Ein dunkles Geheimnis scheint über dem winzigen Städtchen zu liegen, in das die siebzehnjährige Katy gerade erst umgezogen ist. Im umliegenden Gebirge sollen merkwürdige Lichter gesehen worden sein, leuchtende Menschengestalten … Viel schlimmer findet die leidenschaftliche Buchbloggerin Katy jedoch, dass die nächste Bibliothek meilenweit weg ist und sie kein Internet hat. Bis sie beschließt, bei ihren Nachbarn zu klingeln und ein Junge die Tür öffnet, so düster und geheimnisvoll wie der Ort selbst: Daemon Black.“ (Quelle: Carlsen)

Das Cover: Wunderschön, wirklich wunderschön. Nicht nur die Lichtreflexe passen sehr gut zum Thema, auch wirkt es verträumt. Das Foto gibt leider nicht wieder, wie herrlich sich der Umschlag anfassen lässt, matt und weich, wie beschichtet. Und auch bei der weiteren Gestaltung hat man sich Mühe gegeben, die Lichtreflexe setzen sich auf den Pappdeckeln des Hardcovers fort.

Sprache und Figuren: Die Sprache ist leicht und hält sich nicht mit großen Schnörkeln oder langen Beschreibungen auf. Zum Entspannen gerade richtig. Katy, Daemon und Dee haben ihre eigene Sprache, und triezen sich mit Ironie und teils sarkastischen Sprüchen. Die Dialoge sind schnell geschrieben, genauso wie sich auch das Buch schnell aufbaut, führen jedoch manchmal im Kreis herum. Ein paar Frage-und-Antwort-Spiele oder „Ich hätte nicht gedacht, dass du damit so gut fertig wirst“ hätte die Autorin sich sparen können.

Katy beginnt vielversprechend, intelligent, nicht auf dem Mund gefallen und halbwegs bodenständig. Aber ihre Persönlichkeit verschwindet bald hinter einem Mädchen, das nur noch Augen für Daemon hat und alle ihre Entscheidungen darauf beruhen, ihn zu ärgern oder ihm aus dem Weg zu gehen. Von der im Klappentext angedeuteten Bücherliebhaberin blieb nicht viel übrig, auch das Mädchen, das mit dem Tod ihres Vaters klar kommen muss oder ihre Mutter bei einem Neuanfang unterstützen möchte, verschwand. Es drehte sich nur noch um Daemon, Daemon, Daemon.

Daemon wirkte auf mich blass und wie diese typischen Baukasten-Kerle in den letzten Fantasy-YA. Benimmt sich eigentlich wie ein arrogantes Arschloch und doch hecheln ihm alle Mädchen hinterher, auch Katy. Es nervte, dass sie eigentlich wusste, dass er nur Ärger macht, dann seinen Waschbrettbauch sieht und schwupps alles andere war dann wieder egal. Daemon war mir, im Vergleich mit vielen anderen Figuren, diesen zu ähnlich. Mürrischer, geheimnisvoller Junge, der ein großes Mysterium verbirgt, und sich dann genau in das Mädchen verliebt, das neu dazu kommt. Zufälligerweise die Hauptfigur Katy. Zufälligerweise ihr dann seine andere, nette Seite zeigt und sich mehr und mehr zum Beschützer aufschwingt, weil sie ihm ja so wichtig ist. Ja, das Geplänkel zwischen ihnen war nett, aber besonders überzeugt hat es mich nicht.

Und wie hat es mich gestört, dass er sich aufführen kann, wie er will und ihm alles verziehen wird, weil er ja so absolut scharf ist. Was ist das bitte für eine Einstellung?

Als Nebenfigur war Dee süß, wirklich zum in den Arm nehmen, ihre Unsicherheit und ihr Wunsch, eine Freundin zu haben, kamen überzeugend rüber und auch so, dass ich sie nachempfinden konnte.

Lob und Kritik: Ich habe mich wirklich auf dieses Buch gefreut. Aliens. Das gab es im YA-Bereich in letzter Zeit nicht so oft und ich war gespannt, wie dies umgesetzt werden sollte. Und wurde enttäuscht. Auf mich wirkt es, als hätte die Autorin an allen Ecken und Enden abgekupfert. Roswell. Smallville. Und eine Reihe von Filmen im Bereich Sci-Fi. Jeder, der früher Roswell gesehen hat, dem sollten die Parallelen bei den Zwillingen, ihrer Lebengeschichte und auch den Gründen, warum sie in den Seneca Rocks leben, auffallen. Ja, ich weiß, etwas Neues zu erschaffen, ist schwer. Aber anstatt die Handlung in eine neue Richtung zu treiben, beschränkt es sich auf das banale, klischeehafte Hin und Her zwischen Daemon und Katy. Eine fast schon alltägliche Geschichte, wenn man mal den Faktor Alien herausnimmt. Das hat mich einfach enttäuscht.

Es war entnervend, wie ähnlich die Geschichte im Vergleich zu anderen Titeln in diesem Genre verlief. Einfach nach der gleichen Baukastenhandlung, aber wie soll da Spannung aufkommen? Wie soll eine Geschichte mich fesseln, wenn ich im Grunde von anderen Titeln bereits weiß, wie es ausgehen wird?

Ich habe dem Buch eine Chance gegeben, habe durchgehalten zum x-ten Mal innerhalb einer Geschichte auf einen Homecomig-Ball zu gehen, aber jetzt mal ehrlich: Obsidian ist eines der härtesten Edelsteine, wie bitte soll ein Dolch aus diesem Material splittern, wenn er auf ein Feld fällt? Spätestens ab da war ich froh, einfach die Geschichte zu beenden.

Und wenn ich jetzt im Nachhinein überlege, abgesehen davon, dass Katy um dieses superheiße Alien herumschwirrt und es wie immer eine Bedrohung im Hintergrund gibt, die sie töten will, ist nicht viel passiert.

Zusammenfassend: Ein weiterer Paranormal Fantasy Titel, der nach dem Baukasten-Prinzip erstellt wurde, den erfolgreiche Reihen der letzten Jahre etabliert haben. Vorhersehbar und dazu werden jedem Sci-Fi-Fan die Parallelen zu anderen Werken auffallen. Daher hat mich Obsidian leider aufgrund der schwachen Story, der typischen Charaktere und der banalen Liebesgeschichte nicht überzeugen können. Leider kann ich nur zwei von insgesamt fünf Sternen vergeben.




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Veröffentlicht5. Mai 2014 von Cornelia Franke in Kategorie "Rezensionen