Mai 15 2014

Rezension : Der Tod fährt Audi – Kristian Bang Foss

Kristian Bang Foss mit seinem Roman auf der LBM2014

– Der Tod fährt Audi –

Kristian Bang Foss

carl’s books

224 Seiten

Mehr zum Buch erfährt ihr auf der Verlagsseite.

Der Autor: Kristian Bang Foss, geboren 1977, veröffentlichte bisher zwei hochgelobte Romane und gehört zu den wichtigsten jüngeren Autoren seines Landes. „Der Tod fährt Audi“ wurde in Dänemark als eines der originellsten Bücher der Saison gefeiert und mit dem EU-Literaturpreis ausgezeichnet. (Quelle: Carl’s Books)

Inhalt: „Der Werbetexter Asger wird nach einer grandios verpatzten Kampagne gefeuert und fühlt sich von der Welt betrogen. Als er einen Pflegejob bei einem Mann im Rollstuhl annehmen soll, will er sich am liebsten drücken. Aber dann freunden sich Asger und der todkranke Waldemar an. Mit gnadenlosem Zynismus und viel schwarzem Humor betrachten sie ihr tristes Dasein. Bis Waldemar Asger zu einer verrückten Reise von Dänemark bis nach Marokko überredet, wo es einen Wunderheiler geben soll. Die Fahrt mit einem schrottreifen VW-Bus durch ganz Europa wird zu einem unvergesslichen Erlebnis voller skurriler Begegnungen und ungeahnter Hürden. Und was hat es mit dem mysteriösen Audi auf sich, der an den unterschiedlichsten Orten der Reise immer wieder auftaucht?“ (Quelle: Carl’s Books)

Das Cover: Ein richtiger Hingucker. Es ist mir schon auf der Messe aufgefallen und spiegelt gut die Reise im VW Bus wieder.

Sprache: Zu Beginn hat mir der Ich-Erzähler zugesagt. Schnell bringt er die Geschichte voran. Mit zynischem Unterton legt er die Probleme, Ängste und Sorgen von Asger und Waldemar, sowie die Missstände in der Gesellschaft dar. In der zweiten Hälfte zog sich die Erzählung. Einerseits wurde der Inhalt langweilig, andererseits konnte die Erzählweise mich nicht mehr mitnehmen.

Pluspunkt sind dennoch die Dialoge zwischen Asgar und Waldemar. Durch die der Humor der beiden und auch die Entwicklung ihrer Freundschaft gut wiedergeben wird.

Lob und Kritik: Positiv hervorheben möchte ich, dass die Probleme und Aufgaben, mit denen Waldemar aufgrund seiner Krankheiten umzugehen hat, alle sehr realitätsnah sind. Seien es seine Symptome, die Probleme mit dem E-Rolli oder das sture Amt. Ebenso hat mir die Beziehung zwischen den Hauptfiguren gefallen. Asger hat seinen Lebenssinn eingebüßt und nahm vieles zu leicht, bis er auf Waldemar trifft. Waldemar hingegen fällt kaum etwas leicht, er gilt eigentlich bereits als tot und dennoch kämpft er weiter, scheint sogar mehr vom Leben zu verstehen als sein Pfleger.

Sobald die Marokkoreise realisiert wird verliert die Geschichte jedoch ihren Reiz. Irgendwie geht der Witz verloren, und es liest sich wie ein Reisebericht. Lange Beschreibungen der Landschaften, wirre Bekanntschaften, die nur kurz angerissen werden, aber mehr oder weniger kaum etwas mit der Handlung zu tun haben. Die Probleme, auf die Asger und Waldemar stoßen, waren mir zu vorhersehbar, jeder, der ein bisschen Menschenverstand hat, würde diesen entgehen. Die Lösungen unlogisch. Dieser „deus ex machina“-Faktor, den der schattenumwobene Audifahrer mit sich brachte, sprach mit nicht an.

Zum Ende hin werden Asger und seine Gefühle undurchsichtig. Der Autor möchte uns Leser auf etwas stoßen, mir drängte sich aber der Gedanke auf, dass er selbst nicht so ganz wusste was. Mir fehlte ein Abschluss, ein Fazit. Waldemars Ende war (trauriger weise) abzusehen, aber was hat Asger aus dieser Reise, dieser Erfahrung mitgenommen?

Auch dem geheimnisvollen Audi hätte man mehr Aufmerksamkeit widmen sollen. Er taucht auf, dennoch erhöhen die kurzen Einschübe nicht die Spannung, was ich schade fand.

Fazit: Ein zynischer, interessanter Beginn, doch die Handlung und der Reiz der Geschichte verlieren sich auf der Reise. Sodass „Der Tod fährt Audi“ leider nur 3 von 5 Sternen erhält. Dennoch bedanke ich mich bei carl’s books für das Rezensionsexemplar.




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Veröffentlicht15. Mai 2014 von Cornelia Franke in Kategorie "Rezensionen