Juni 25 2010

Eine tief greifende Veränderung

Was ist das?

Es glänzt im Licht. Es ist ultraflexibel und ultrastabil dank Titan; was auch angebracht ist bei meinem Zerstörungstalent. Es ist leicht. Es wird unheimlich schnell dreckig werden. Wisst ihr es schon? Okay, ein letzter Tipp. Ich werde bestimmt dreimal am Tag mit meinen Fingern die Gläser berühren.

Richtig geraten. Ab heute zählte ich zu Spezies Okkulus. Four-Eye, Square Eye oder auch Brillenschlange. Ich darf mich zunächst an das ungewohnte Gesicht gewöhnen, das mich im Spiegel ansieht; sowohl mit als auch ohne Brille. Mit denke ich über den Fremdkörper auf meiner Nase nach. Ohne frage ich mich, wo der Fremdkörper geblieben ist?

Zumindest war es eine Offenbarung, mit meiner neuen Brille am Laptop zu arbeiten. Ich war nicht blind, nein, aber auf einmal liest und schreibt es sich viel entspannter!.

Juni 15 2010

Lara Adrian, Lesung im Quatsch-Comedy-Club

Mein Ziel sechs Bücher von Lara Adrian in acht Tagen zu lesen, habe ich leider verfehlt, da ich weiterhin im dritten Band feststecke. Hauptsächlich liegt es an den sehr ähnlich verlaufenden Plotlines, die in dieser kurzen Zeit eher öde waren als begeisternd. Kein Buch hat es verdient an dem Zeitdruck des Lesers gemessen zu werden.

Aber dafür war die Lesung ein voller und vor allem sehr lustiger Erfolg. Trotz meiner anfänglicher Zweifel, da ein erotischer Liebesroman nicht meine übliche Lektüre sei.

Der Abend fing schon mal genial an. Das Taxi hielt direkt vor einer grünen Ampel, die den Fußgängern ihren Weg abschnitt. Praktischerweise trugen besagte Frauen Stofftaschen mit einem dezenten Lara Adrian – Druck. Was wünscht man sich mehr? Außer hinterher zu laufen?

Gesagt, getan!

Es versammelte sich ein überschaubares Grüppchen auf dem Vorplatz. Dennoch wurde man direkt herzlich aufgenommen und in Gespräche verwickelt. Selbst der Fotograph von LYX mischte sich mit unter und erzählte über seine Arbeit. Einige der Gewinner, die dank LYX einen Tag mit der Autorin erleben durften, waren sogar aus Stuttgart angereist.

Die ersten Stimmen beschrieben Lara Adrian, als eine sehr nette, angenehme Frau. Inklusive ihres Mannes, der sie begleitete. Auch mein erster Eindruck vermittelte dieses Gefühl. Wie sie in einer weißen Hose und Riemchensandalen über die Friedrichstraße schlenderte, es rief in einem hervor, mit ihr reden zu wollen. Nicht wie Fan und Autor, sondern von Frau zu Frau. Sie passte einfach ins Bild, ging nahtlos über und wer es nicht wusste, hätte sie niemals als New York Bestseller Autorin erkannt.

Der Abend gestaltete sich als mein erster Besuch im Quatsch Comedy Club. Ich hatte ihn mir deutlich größer vorgestellt. Dennoch entwickelte sich rasch eine fast schon intime Atmosphäre, da nicht mehr als sechzig, vielleicht siebzig Zuhörer anwesend waren.

Ich habe mir direkt einen Platz so weit vorne wie möglich und leicht seitlich besorgt, fast wie in einer Loge. Von dort aus beobachtete ich die Zuschauer, bis die Lesung startete. Ganze fünf Männer habe ich gezählt, die unfreiwilligerweise mitgeschleppt wurden. Unfreiwillig in diesem Sinne, dass ihr Gesichtsausdruck deutlich verriet, bitte lass mich wo anders sein. Bitte lass mich mit meinen Iphone Fußball gucken, bitte, wieso habe ich mich von meiner Freundin herschleppen lassen?

Tontechniker, oder Mitarbeiter des Argon Verlags und von Audible zählte ich Fairerweise nicht mit.

Dann, ja dann, ging die Vorstellung erst richtig los.

Die Gastgeberin führte durch den Abend, Simon Jäger sollte den deutschen Part lesen und Lara Adrian in ihrer Muttersprache beisteuern.

Als Filmfan war man recht gebannt, wie die Stimme von „Carrie Bradshaw“ aus Sex and the City und John Cusack (u.a. auch Matt Damon) miteinander sprachen. Ich hatte einen guten Blick auf ihn und war hin und weg und noch weiter weg. Mein Glücksbarometer, das bei zweifelnder Skepsis zitterte, schoss sofort in Richtung hochglühener Überwältigung.

Aber zurück zum Thema:

Zunächst wurden Lara Adrian (in wirklichen Leben heißt sie Tina) ein paar Fragen gestellt. Wiedererwartend. Wie ihr Deutschland gefalle,  etc. Nebenbei ließ sie einen wissen, dass Berlin der Auftakt ihrer ersten Lesereise war, und dass durch die Verwandtschaft zu ihrer deutschen Mutter, sie auch sechszehn Stunden Arbeitstage durchstehe. Jaha, wir Deutschen sind schrecklich diszipliniert.

Es war erfrischend zu erfahren, wie ihr Alltag abläuft. Wer hätte gedacht, dass ihr Mann nicht schreiend davon lief, nachdem er beim ersten Date Bücher über „Wie plane ich einen Mord“ oder „Die tödlichsten Pflanzengifte“ vorfand?

Doch wie sagte sie so schön? John, ihr Mann, hatte nur zwei Möglichkeiten:  „Battle me or join me.“

Er entschied sich für Letzteres und schrieb sogar ein Writers-Programm für sie. (www.writewaypro.com) Mittlerweile plotten sie sogar beim Frühstückstisch und diskutieren über die Figuren, die Handlung und die Knotenpunkte.

Lara griff sogar zu den Manuskriptseiten und las – auf Englisch. Ihre Geschwindigkeit überforderte wahrscheinlich ein paar Ohren, aber ihren Rhythmus und Fluss zu hören, hat mich beeindruckt. Ein ruhige Stimme, ohne große Emotionsschwankungen brachte es rüber, dass der Text schnell und verlockend klang. Ich sage nur „he blinked his inky lashes over silver eyes“. Inky lashes, was für eine Beschreibung.

Mein persönliches Highlight blieb jedoch Simon Jäger, die deutsche Stimme der Hörbücher. Nicht nur seine Darbietung, zu der ich noch komme, aber auch sein ganzes lockeres, äußerst charmantes Auftreten.

Das Publikum brüllte, als er tatsächlich erklärte, er lese sich zwar ein wenig in seine Arbeit rein, aber das Buch würde er erst richtig bei den Aufnahmen lesen.

Dennoch konnte er nicht von sich behaupten, bei den zwischenzeitlich fünfzehn Seiten langen Verführungs-, Erotik-, und Sexszenen etwas dazu gelernt zu haben. Falls die Autorin dies jemals beabsichtige, sollte diese eher ein Handbuch schreiben. Marke, erst Punkt A, dann B, C und so weiter.

Wie Simon jedoch las, war ein Fest für die Ohren, ein Schmaus für die Augen und Fröhlichkeit für die Seele.

Wirklich, man kaufte es ihm ab, einen Dialog zwischen zwei Frauen zu spielen, rasch zu dem Erzähltext aus der Sicht von Alex (weibliche Hauptperson) zu switchen, und das alles sekundenschnell. UND glaubhaft vorgetragen. Und dann das Reibeisen in seiner Stimme, wenn er Kade spielte! Oh mein Gott! Der Saal tobte! Und meine Neugier war geweckt.

Ich war kein Fan von diesem erotischen Quatsch, aber wenn mich ein Mann mit dieser Art und Weise ansprechen würde … Ich würde wohl genauso reagieren wie die Frauen im Buch! Erschreckend, ja, unglaublich erschreckend. Besonders weil Kade im Schnitt Sätze spricht, die aus drei Wörtern bestehen.

But, uh, he’s got me the shivers. 🙂

Wie gebannt konnte ich nicht den Blick abwenden, wie ein herrlicher Zauber, von dem man will, dass er das nächste Wort liest. Das klingt fast als wäre ich in ihn verknallt. Hah!

Natürlich habe ich seine Passage abgefilmt. Leider lässt die Qualität zu wünschen übrig:

Lara Adrian LesunG Part 1

Lara Adrian LesunG Part 2

Zurück zum Thema:

Nach der Lesung folgte noch die Fragestunde. Niemand wollte sich dazu hinreißen als erster den Mund aufzumachen, also habe ich diesen Part übernommen. Gestottert und mit Herz auf hundertachtzig habe ich meine verbleibenden Hirnzellen zusammengekratzt und Lara direkt angesprochen. Ein Wunder, dass ich nicht ausgebuht wurde. Schließlich war meine Frage, ob es sie es nicht irgendwann langweilt, relativ ähnliche Bücher zu schreiben. Dennoch war ihre Antwort professionell. Da sie in jeden Band versucht, einen neuen Aspekt einzuführen. Sei es nun die Art der Beziehung, das Aufeinandertreffender Hauptcharaktere, oder die beiden Personen an sich.

Dann wurden noch ein paar Lacher geliefert: Ein ziemlich aufgelöstes Mädchen berichtete,  dass sie am Tegler Flughafen arbeite, und bei jeder landenden Maschine hofft, dass keine Vampire aussteigen. Oder vielleicht doch!

Natürlich geriet der ganze Saal ins Träumen, als wir zu der Frage kamen, welcher Schauspieler bei einer Verfilmung eine Rolle übernehmen könnte. Hugh Jackman wurde heiß und innig diskutiert …

Die Signierstunde rundete die Veranstaltung ab, bei der ich zwar Vorletzter war, aber eine gute Ausbeute vorweisen kann. Vier unterschriebene Bücher von Lara und Simon plus eine Tasche.

Ich weiß nicht, was mich gerissen hat, aber ich habe Simon Jäger, tatsächlich gesagt: „Bitte hören Sie nicht hin, oder vergessen sie es gleich wieder, aber wenn ich es nicht tue, werde ich es den ganzen Abend bereuen.“ Danach habe ich wie ein bessessenes Fangirl mein „John Cussak“ gefiept, geseufzt und mich wahnsinnig gefreut.  Gott, stand ich wegen einer Stimme (!) neben mir …

Insgesamt eine sehr gelungene, sehr unterhaltsame Lesung, bei der ganze nebenbei interessante Hints fielen, wie dass es bisher nur männliche Vampire gab. Bisher halt.

Ganz nebenbei regte sie auch den Leseappetit an, da Lara Adrian zehn Teile für ihre „Midnight Breed“ Reihe schreibt (Im September kommt Nummer Acht). Dazu plant sie eine Fortsetzung Reihe mit einer zweiten Generation der jetzigen Vampire.

Sie wird uns also noch ein bisschen erhalten bleiben..

Juni 10 2010

Geburtstag

Es ist kein weltbewegender Eintrag, aber ab heute gelte ich in jedem Land der Welt als volljährig. Ich kann jetzt in den USA Alkohol kaufen und in Japan ins Spielkasino gehen. Nicht dass ich eines davon in nächster Zeit vorhabe. Aber ich könnte es. Theoretisch.

Mehr wollte ich auch gar nicht ansprechen. So.  😉.

Juni 1 2010

Oups

Symptome meines derzeitigen Zustandes:

Krebsrot.

Die Wärme, die ich ausstrahle, könnte man mit einem Glutofen verwechseln.

Möchte mir am liebsten die Haut von den Schultern kratzen.

Diagnose: schlimmster Sonnenbrand seit Langem.

Ursache: ein interessantes Buch, das mich den ganzen Nachmittag an meinen Balkonstuhl fesselte. Dazu war ich zu faul, den Sonnenschirm aus der Kammer zu befreien. Ich gestehe, ich würde es wieder machen! Das Lesen, meine ich..