August 9 2015

Termine für Herbst und Winter 2015

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Das zweite Halbjahr dieses Jahres wird noch einmal spannend! Leider verschiebt sich die Veröffentlichung von „Wär mein Leben ein Film …“ bei cbt bis ins nächste Jahr und auch beim zweiten Band von Jamies Quest könnte es knapp werden, hier jedoch aus anderen Gründen.

Dafür gibt es wieder jede Menge Termine, mich live anzutreffen.

12. September: Scheibenwelt-Convention mit einem Vortrag, wie man sich seine eigene Fantasy-Welt erschafft und einer Lesung aus „Jamies Quest“, Burg Ludwigsstein

16. Oktober: Frankfurter Buchmesse

23.-25. Oktober: MMC Berlin, Fontanehaus, 13439 Berlin

15. November: Comic Messe Berlin, Ellington Hotel, 10789 Berlin

28.-29. November: Buch Berlin, Logenhaus, 10719 Berlin. Sowohl mit Stand als auch einer Lesung dabei. Den genauen Termin für die Lesung gebe ich noch bekannt.

06. Dezember: voraussichtlich auf der Film Börse Berlin, Palais am See, 13507 Berlin

Ich würde mich freuen, wenn ihr vorbeischaut! Auf einen Plausch, zur Lesung oder einfach nur zum Reinschnuppern in meine Werke. :)

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Mai 27 2013

Loveletter Convention 2013

Goddies

Auch diesen Mai pilgerten die Liebesromanbegeisterten nach Berlin-Spandau und besuchten die Lovelotter Convention 2013; in freudiger Erwartung ihre Lieblingsautorinnen (kein männlicher Schriftsteller!) zu treffen, Bücher signieren zu lassen und alten Bekannten aus dem letzten Jahr wieder zu begegnen. Auch wenn meine Lieblingsgenres eher Fantasy- und Jugendbuch sind, so schloss ich mich doch den Heerscharen an. Die letztjährige Convention blieb mir in wohliger Erinnerung, selbst wenn ich den Hype und die Countdowns, die manche in den letzten Wochen veranstaltet haben, nicht ganz nachvollziehen konnte. Dennoch Veranstaltungen und Orte voller Büchernarren und Schreibbegeisterten ziehen mich – fast schon – magisch an.

Begrüßt wurden meine Begleiterin und ich an diesem dauerverregneten und kalten Samstag von einem strahlenden Grün. Nach roten Taschen im letzten Jahr kleideten wir uns Grasgrün; ein wahrer Hingucker während der Wolken verhangenen Stunden. Ich hatte mich darauf eingestellt, wieder alles in die Veranstaltungstasche zu stopfen, doch weit gefehlt, diese war bis oben hin so sehr mit Goodies (Lesezeichen, Leseproben, Programmheft, Lipgloss!, Bücher, Seife, Tee, Buttons …) gefüllt, da hätte nichts mehr reingepasst. Das war einer dieser kleinen Momente, in denen ich froh war, mit dem Auto nur einen kurzen Anreiseweg zu haben. Keine zwei Minuten entfernt konnten wir alles regensicher im Kofferraum verstauen. Auch ein Vorteil, da ich so die Bücher, die ich signieren lassen wollte und bei den Signierstunden bekommen habe, nicht die ganze Zeit mit mir rumschleppen musste. Die angebotenen Schließfächer reichten bei Weitem nicht.

Die Zahl Zwei stand im Zentrum dieser zweiten LLC. Zwei mal so viele Goodies, zwei Tage Regenwetter, bestimmt doppelt so viele Besucher, zwei geschenkte Bücher von Gästen, die leider abgesagt haben, viel mehr Autoren und ja sogar zweimal zwei Signierstunden an den zwei Veranstaltungstagen. Dieses Jahr gab es von allem Doppelt so viel. Schöne Erinnerungen, Überraschungen, Ärgernisse. Zwei Blinddates und Workshops waren so dicht besucht, sodass es für mich, meine Freundin, und die Leute, die noch nach uns fragten, keine Plätze mehr gab. Und zweifellos hätte es weniger Platzprobleme gegeben, wenn die Signierstunden in zwei Räumen stattgefunden hätten. Kuschelwärme, Pinguinherde, S-Bahn-Verhältnisse bei Rushhour … so habe ich das Gedränge spaßeshalber genannt. Wenn einem aber Jackenknöpfe abgerissen werden, niemand merkt, dass mein Schal sich verheddert hat und sich langsam um meinen Hals zieht, Deckel von Kameralinsen mitgerissen werden, ect., dann hört irgendwann der Spaß auf. Ich fand es schade, dass man angezischt und angemault wurde, weil irgendjemand Angst hatte, man würde sich nicht am Ende der Schlange anstellen. Es geht doch nicht darum, sich gegenseitig um die Freiexemplare, die die Verlage zum Signieren den Besuchern schenken, zu streiten oder diese gierig einzusammeln. Diese sind in meinen Augen Erinnerungsstücke – an die Lesungen, die getroffenen Autoren und an die Veranstaltung. Dennoch achte ich immer noch lieber auf meine Mitmenschen, die sich einen Weg durch die Schlangen bahnen, mache Platz oder reiche stützend meine Hand, als nur die Bücher im Fokus zu haben. Widerlich fand ich es sogar, dass man sich  über eine Rollstuhlfahrerin beschwert hatte, die vorgelassen wurde. Diese Dame kann sich nicht auf der Wendeltreppe anstellen, sich nicht im Gedränge bewegen oder die zwei Stufen der Galerie hochsteigen. Um das eine Buch kam es doch nun wirklich nicht an!
So schön diese Geschenke auch sind, die Signierstunden zeigten leider nicht immer nur die besten Seiten der sonst so buchbegeisterten Anwesenden.

Aber ich habe sogleich mit den Kritikpunkten angefangen und das Schöne außer Acht gelassen! Das sollte ich nicht vergessen. Herrlich gestaltete sich die Lesung von Kerstin Gier, die, wenn auch nur eine halbe Stunde lang, uns alle köstlich zum Lachen brachte. Sowohl mit ihrem Buch als auch den verstellten Stimmen ihrer Nebenfiguren. Zum ersten Mal habe ich Jeanine Krock live gehört, die zwar sichtlich müde wirkte, dennoch eine gute Lesung lieferte. Es ist halt immer etwas ganz anderes, denjenigen live vor sich zu haben, als nur die Zeilen, die dieser Mensch schrieb. Sogar im Allgemeinen betrachtet. Zu sehen, wie die Autorinnen mit ihren Lesern umgehen oder sich ebenfalls in eine Lesung einer Kollegin setzen – solche Eindrücke findet man wohl nur auf Veranstaltungen wie der LLC.
Zu Karen Rose und Lisa Marie Rice begleitete ich meine Freundin, obwohl ich die Bücher nicht kannte. Die Lesungen wurden auf Englisch abgehalten, gelesen wurde aus hinteren Serienteilen, dennoch habe ich mich begeistern können. Vielleicht habe ich nicht alle Zusammenhänge mitbekommen, aber beide Veranstaltungen stellten sich als Erlebnis heraus. Auch für mich als Autorin, da ich wieder einmal sehen konnte, wie unterschiedlich Kollegen diese Lesungen abhalten. Ob sie zum Buch oder doch zum Tablett-PC/E-Reader greifen … Und mal ehrlich, waren diese riesigen Kissen nicht wunderbar bequem? :)

Wunderbar informativ gestaltete sich der Workshop „The Everyday Life of a Direputable Woman“ von Deliliah Marvelle, die uns Zuhörer in die Lebensweisen und Schicksale der Prostituierten und Kurtisanen im Londoner 18. und 19. Jahrhundert einführte. Mit viel Bildmaterial und Informationen, die uns mal schockiert, mal herrlich lachend zurückließen. Ich für meinen Teil habe einiges gelernt, zum Beispiel, dass diese Schicht der Gesellschaft zwar als verwerflich betrachtet wurde, dennoch ein gut integrierter Teil war. Oder wie die ersten Freudenhäuser sich entwickelten … Gerne hätte ich noch eine Stunde gelauscht, aber da war die Veranstaltung auch schon zu Ende.

Ein bisschen vom Stargast Cherry Adair habe ich während der Panels „Serienfieber“ und „Romantic Suspense“ mitbekommen. Diese Frau ist ein Magnet. Wohin sie geht, wobei sie mitspricht, die Aufmerksamkeit liegt auf ihr und sie zieht sie auch immer wieder zu sich hin. Auf witzige, sarkastische und ja komödiantische Art und Weise. Die vollbesetzte Galerie bricht in schallendes Gelächter aus, während doch eigentlich noch die Vorstellungsrunde stattfindet. Diese Frau hat mich so begeistert, ich möchte nun ihre Bücher anfangen, allein um herauszufinden, ob sie auch so schreiben kann, wie sie sich gibt. Denn wenn ich eins gelernt habe, dann wie diese Frau sich und ihre Bücher vermarktet und dabei auch noch für Entertainment sorgt.

Vielleicht bin ich nicht die typische Besucherin einer LLC. Viele Autorinnen und Buchreihen sagen mir einfach nichts und ich gehöre auch nicht zu denjenigen, die freudig nach Luft schnappen/quietschen/jauchzen, wenn eine Autorin erklärt, dass Zwillingsbruder X gar nicht tot ist oder die Figur, die eigentlich aus dem Hubschrauber gestürzt ist, sich quicklebendig fühlt – weil jene Autorin eben gerade an seiner Geschichte schreibt. Aber ich freue mich darüber, Neues zu entdecken und kennenzulernen und es begeistert mich, innerhalb dieses Gewusels zu stehen, wenn die anderen Besucher zu den Panels, Spielen und Gesprächsrunden eilen. Das ist, wie wenn ich im Geiste einen Schritt zurücktrete, den Blick schweifen lasse und mit einem Lächeln denke: All diese Leute lieben Bücher, gute Geschichten und Happy Ends. Das verbindet sie hier während dieser zwei Tage. So intensiv und hautnah wie vielleicht sonst nie im Jahr.

Außerdem bin ich immer noch ganz kribbelig, dass man mich erkannt hat. Es ist nun wirklich nicht mein Hauptgenre, weder beim Lesen noch beim Schreiben. Aber mein Name und auch mein Gesicht wurden wieder erkannt und zwar in Verbindung damit, dass ich eine Autorin bin und relativ aktiv im Netz! Genial, sage ich, genial gut! Diese kleinen Bestätigungen haben mir gezeigt, dass mein Blog sehr wohl gelesen wird, meine Beiträge bei Facebook&Twitter nicht irgendwo im Nirwana des Webs untergehen. Aber auch in Bekannte zu laufen, mit denen man nicht gerechnet hat, so wie Julia Ehrenberg, Sandra Schramm von dem Buchportal ReadandBeYourself oder Charly von Feyerabend, eine Berliner Autorin und Spieleentwicklerin.

Dementsprechend kann ich nur sagen, ich freue mich auf die nächste Convention in der neuen Location in Prenzlauer Berg. Es werden sicherlich wieder anstrengende, lustige und zwei wunderschöne Tage, wenn die Tore sich für die Liebesromanbegeisterten 2014 öffnen. Vielleicht haben wir dann auch mal schöneres Wetter … Jetzt jedoch werde ich damit beginnen, die vielen Goodies zu verteilen. Einige meiner Freunde freuen sich auf die Buttons, Lesezeichen und Leseproben und so kann ich auch mit ihnen die schönen Erinnerungen teilen, die ich am letzten Wochenende gesammelt habe. Und danach sollte ich dringend anfangen zu lesen, genug signierte Bücher warten auf mich. ;)

April 30 2012

Lesereise vorerst beendet

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Am 28. Februar habe ich meine Lesereise mit “Timmy und die Allergomörder” in der BIP Kreativitätsgrundschule in Berlin-Weißensee beendet.
Der Anfang war zumindest einer der chaotischsten Momente schlechthin. Ich hatte ja schon tagsüber im Radio gehört, dass meine Autostrecke von Ampelausfällen und Baustellen geplagt wird, also habe ich genug Zeit eingerechnet. Ich habe mir sogar Zeit genommen, um vernünftig einzuparken, jaja. Nur dann stellte sich mir das entscheidende Problem entgegen. Die Schule war eine Baustelle! Die netten Bauarbeiter, erklärten mir, dass für dieses Jahr das Gebäude renoviert wird und die Schule umgezogen sei?
Und wohin?
Das war die Frage. Gott sei Dank habe ich mobiles Internet und so ganz schnell die Schule an der Leitung, um meine Verspätung anzukündigen und die neue Adresse zu suchen. Pünktlich habe ich dennoch nicht geschafft, nicht mal, wenn ich gerast wäre. Die letzte Lesung auf meiner Reise und gleichzeitig die erste, bei der ich zu spät kam. :( Ein Graus! Aber leider nicht zu ändern…
Ich gebe zu, ich habe auf meinem Hinweg zur Schule nicht besonders auf die Umgebung geachtet, ich wollte nur schnell weiter, damit die Kinder nicht noch länger warten mussten. An diesem Dienstag hielt ich zwei Lesungen vor den vierten bis sechsten Klassen ab. Ich konnte mein nostalgisches Gefühl nicht abschütteln, dazu die Zeitnot, und irgendwie habe ich meinen halben Anfang vergessen. Ich war ziemlich aufgewühlt, leider, aber beim Lesen habe ich mich gefangen (es geht nichts über einen Text, den man auswendig kann) und ich glaube, es ist kaum jemanden aufgefallen. Außer vielleicht der Französischlehrerin, die sich beide Lesungen anhörte. Die zweite Runde verlief nämlich wieder wie gewohnt. Da griffen alle Zahnräder ineinander und die Lesung verlief wie gewohnt. Der Anfangspart, wenn Timmy in Onnipolis ankommt und über die seltsamen Berufe des Laternenauspusters und des Glaspolierers staunt, und bei seiner neuen Familie ankommt. Meine Frage, was die Berufswünsche der Kinder sind, Timmys Versuche einen Beruf zu finden, der ihn Spaß macht, und wie die Allergomörder arbeiten und was hinter ihnen steckt. Die große Enthüllung, dass Timmy … – Nein ich möchte ja nicht zu viel spoilern. Dafür müsst ihr schon das Buch lesen. ;)
Der Abschluss an der BIP war schön, ich wandelte zwischen Bekannten und Überraschungen, die Kinder einem auch nach x Lesungen immer noch aufwarten. Schon vor Monaten durchdachte Antworten, spontane Details, die ich nie so herausgegeben habe, ich habe mir nichts für meine Lesung vorgenommen – außer diese einfach Laufen zu lassen, nach ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten sozusagen. Als die Kinder sich dann nach den Autogrammen bedankten und klatschten, fiel der imaginäre Vorhang. Die Vorstellung war zu Ende und ich war erleichtert.
Als ich wieder zu Hause war, um am gleichen Abend meinen Lesekoffer auspackte und mein Vorlesebuch, die Flyer, Lesezeichen und Sticker wegräumte, fühlte ich mich glücklich und traurig zugleich. Vierzehn Monate bin ich durch Berlin und Brandenburg gefahren, um Kindern vorzulesen, und dann war es erstmal vorbei. So viele schöne und ein paar nicht ganz so schöne Erinnerungen, viele Erfahrungen und Dinge, die ich nicht missen möchte, aber nun erstmal vorbei waren. Fast so als könnte ich zwei Menschen sehen, das Ich vor meiner Reise und das Ich nach meiner Lesereise. Ich konnte die Veränderungen sehen, die ich durchlebt habe, all die Momente aufgereiht wie die Perlen einer unbezahlbaren Kette, die ich jetzt mit mir trage. Einen Abschnitt meines Lebens habe ich beendet, und die Frage, die ich mir dann stellte, war: Was passiert als Nächstes?
Und glaubt mir, die Antwort herauszufinden, kann ich kaum erwarten.

April 10 2012

Lesung Märkische Grundschule

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Die vorletzte Station meiner Lesereise war die Märkische Grundschule in Berlin Reinickendorf. Vier wunderbare und lustige habe ich die Europaschule besucht, die sowohl in Deutsch als auch Französisch unterrichtet.
In der wohl kältesten Woche des noch jungen Jahres 2012 gestaltete sich dennoch mein Besuch als schwieriger, als gedacht. Mein blödes Dieselauto war eingefroren und plötzlich nahm sich jeder in meiner Familie vor, als Taxi zu fungieren. Selten habe ich sooft besprechen müssen, wann ich wo bin, wo ich hinwill, und ob das nicht zehn Minuten früher geht. Und oft genug gedacht, hättest du einfach die BVG genommen.
Bei meinen Besuch wanderte ich durch die vierten bis sechsten Klassen, um einmal “Timmy und die Allergomörder” vorzustellen und dann auch einen Kreativ Workshop zum Thema “Abenteuer&Freundschaft” abzuhalten. Zunächst war ich erstaunt und auch froh, dass trotz der gerade geendeten Winterferien alle Klassen, die Leseprobe gelesen hatten und einige Kinder noch erstaunlich viel wussten. Zusammenfassungen konnte ich mir sparen.
Sonst haben die Kinder ganz unterschiedlich reagiert. Die Lesungen waren zwar kurz, und einige Situationen bin ich im zweiten Jahr meiner Lesereise bereits gewöhnt, aber eine vierte Klasse hat mich ganz schön ins Schwitzen gebracht. Die Fragen! Herrlich! “Wenn jeder Bürger einen Beruf haben muss und sich bei den Ämtern einträgt, wieso sind die Allergomörder dann geheim? Wenn die Allergomörder keine Spuren hinterlassen, wieso weiß der Arzt denn, woran der Mann gestorben ist?”
Von wegen Routine, da muss man ganz schön aufpassen, dass man nicht die falschen Antworten gibt!
Lustigerweise haben die vierten Klasse beim Workshop deutlich mehr geschrieben als die älteren Klassenstufen. Die Jungs und Mädchen konnte man gar nicht bremsen. Detektive, Dinosaurier, Fußball, Schlachten vs. Freundschaften, Pferde und Fantasiegestalten. Obwohl ich den Kindern sagte, dass jeder seine eigen Geschichte schreiben sollte, mit seinen eigenen Figuren (ans Star Wars-Universum anlehnen oder die Insel von Jurassic Park ausleihen ist in Ordnung), haben doch ein paar versucht, mich zu linken. Zu dumm, dass ich die Animes und Filme kannte, die sie nacherzählten. Auch wenn es ziemlich peinlich ist, einen zehnjährigen zu erklären, dass man Conan, YuGiOh oder OnePiece gesehen hat, bevor er überhaupt laufen konnte…
Dafür gab es auch den ersten Jungen, der mir erklärte, er habe viel Neues gelernt und würde jetzt besser Geschichten schreiben. Und den ersten Jungen, der während eines Gefühlsausbruchs heulend sein Blatt zerriss, weil seine Lehrerin und ich versuchten zu erklären, dass seine Geschichte nicht verständlich ist …
Gleichzeitig konnte ich meine Französischkenntnisse wieder aufpolieren. Wenn man bedenkt, dass ich einmal die DELF B1 Prüfung bestanden habe, aber jetzt kein Wort mehr spreche? (Bonjour und dergleichen zählt nicht.) Da ist es doch ein schönes Gefühl, dass ich zwar nicht antworten kann, aber das Gesprochene verstehe. Sogar, die Geschichten, da es den Schülern freigestellt war, ob sie in ihrer Muttersprache oder Fremdsprache schreiben wollten.
Alles in allem war die Märkische Grundschule eine sehr nette Schule. Ich wurde freundlich empfangen, mit Kaffee und allem möglichen Essbaren verwöhnt und auch herzlich aufgenommen.

März 29 2012

Erwähn bloß nicht die Killertomaten …

Am 18. Januar fand meine erste Lesung aus “Timmy und die Allergomörder” im Jahr 2012 statt. Die Grundschule unter den Bäumen, Berlin-Weißensee, hatte mich in eine fünfte Klasse eingeladen. Am gleichen Tag war auch der Vorlesewettbewerb, sodass ich erstmal gratulierte, da die Klasse im Stufenvergleich den zweiten bis vierten Platz belegte. Der jeweilige Stufengewinner würde in der folgenden Woche am Vorlesewettbewerb der Weißenseeer Grundschulen antreten.

Die Lesung verlief gut, aber ich spürte wie, die Kinder sich zurückhielten. Ein verhaltenes Lachen hier, ein Schmunzeln dort. Sie tauten erst auf, als ich sie nach ihren Berufswünschen fragte. Auffallend viele Jungs wollten die Berufe ihrer Väter ergreifen. Die Arztpraxis oder die Firma weiterführen. Bei den Mädchen dachte jedoch niemand daran, den Beruf der Mutter zu ergreifen. Reitlehrerinnen und Schauspielerinnen standen da eher im Vordergrund.

Im Nachhinein fand ich heraus, dass die Klasse in den letzten Jahren viele Lehrerwechsel mitgemacht hatte. Dass sie also ihre ganz eigene Zeit brauchten, sich an die Fremde da vorne vor der Tafel zu gewöhnen, war demnach selbstverständlich. Die vielen Fotowünsche (auch Einzelfotos, die hoffentlich nicht alle bei Facebook landen …) und Autogrammwünsche, zeigten mir jedoch, dass es ihnen Spaß gemacht hat und das Buch bei ihnen Anklang fand. Irgendwie konnte ich auch das Gefühl nicht abschütteln, dass manche Kinder für ihre gesamte Familie Autogramme gesammelt haben. :)

Im Anschluss hielt ich noch den Kreativ-Schreibworkshop ab, dieses Mal mit dem Thema “Abenteuer&Freundschaft”, da die Klasse sich auch mit Huckleberry Finn beschäftigt hatte, und es daran anschließen sollte.
Ich habe versucht, die Ideen im realen Raum zu halten, aber eins meiner spontanen Kommentare war nicht besonders hilfreich. Ich beginne gern damit, dass Fantasie grenzenlos ist und alle Ideen möglich sind. So auch die, dass es zum Beispiel einen Horrorfilm mit Killertomaten gibt … Die Kinder kannten den Film nicht, waren aber begeistert von der Vorstellung von aggressiven Gurken, Bananen, etc. Schnell drifteten die Ideen dann in den Fantasybereich ab und schon tummelten sich Drachenreiter, Einhörner und Könige auf der Tafel und ind den Köpfen der Schüler.

Erstaunt hat mich, dass die Kinder so eigenständig arbeiten. Man gab ihnen eine Aufgabe oder erinnerte sie daran, nicht etwas zu vergessen, und sie legten los. Wenn es Fragen gab, sprachen sie sich zunächst untereinander ab, bevor man sich an mich wandte.

Im Nachhinein habe ich erfahren, dass die verfassten Geschichten in einem Hefter in der Klasse ausliegen, damit jeder sie sich durchlesen kann. Eigentlich schade, dass ich nicht mehr vor Ort bin, die Geschichten, die am Ende vorgestellt worden, hatten mich alle begeistert. Sowohl inhaltlich, als auch die Schreibfähigkeiten der einzelnen Schüler.