Oktober 2 2010

Wo die Ideen entstehen

Ideen sind tückische kleine Dinger. Sie kommen nie, wenn man sie braucht und überfallen einem in den schlimmsten Situationen, in denen man definitiv keinen Stift zugegen hat. Daher lautet meine erste Regel, immer etwas zum Schreiben dabei zu haben. Selbst wenn es das Handy ist, damit ich einen Entwurf in meinem SMS-Speicher ablegen kann.

Eigentlich muss ich Dominic dafür danken, so ruhig zu bleiben, wenn ich mal wieder beim Einkaufen, Aufräumen oder während eines Kinofilms „Oh, oh ich hab eine Idee!“, von mir gebe. Dazu muss ich sagen, dass Dominic sich jedoch nicht anders verhält. ;)

Die meisten Ideen kommen mir im Schlaf als Traum. Dieser wird notiert, ausgearbeitet und dann Dominic präsentiert. Wir sind ein gut eingespieltes Team, wenn es darum geht, zu brainstormen Wendungen einzuarbeiten und unsere Charaktere leiden zu lassen.

Plotten ist wie atmen. Beim Frühstück, beim Zähneputzen, in der U-Bahn, es gibt eigentlich keine Zeit, in der ich abschalte. Ständig überlege ich an meinem Ideen, bastel am Verlauf oder an den letzten verfassten Szenen, ob man noch etwas abändern sollte. Neben meinen überquellenden Notizbüchern arbeitete ich die Handlung auf Karteikarten aus. Das ist die beste Chance Szenen hin und her zu schieben, neue Szene einzufügen und überflüssige herauszunehmen. Mittlerweile teste ich die digitale Variante, die mir das Writers Café bietet.

Auch wenn Dominic mitplant, das Schreiben ist meine Aufgabe. Stil, Figurenrede, Details. Mir selbst macht es unglaublich Spaß, die Szenen sich auszumalen, zu verbildlichen und in Wort und Satz umzusetzen. Besonders bei meinen Kinderbüchern spiele ich gerne mit Sprache. Seien es Lautmalereien, Allegorien oder Alliterationen. Bei meinen Fantasy Geschichten reizen mich die unendlichen Möglichkeiten, die sich einen bieten, wenn man eine komplette Welt neu erschafft. Sei es Flora, Fauna, Rituale, Feste, der Aufbau von Städten oder die revolutionäre Kraft, die den König stürzen will. Dabei ist Dominic meine Fundgrube der der guten Sprüche. Oft spielen wir die Dialoge durch und schmeißen uns wie Pinp-Pong-Spieler Sätze um die Köpfe. Dominic bildet die Logikfraktion. Er ist mein Zerfetzer, mein Meckerkopf und mein „Erst-Lektor“, der sich fast schon unbarmherzig durch meine Texte schlägt und versucht Fehler auszumerzen.

Nach dem Schreiben und einer groben Überarbeitung meinerseits lese ich meine neue Geschichte laut vor, um Unstimmigkeiten im Textfluss und in der Grammatik herauzuhören. Weil wir uns meist in stundenlangen Diskussionen verfangen, stellen wir mittlerweile unseren Camcorder mit auf, der uns aufzeichnet. Es wirklich eine Erleichterung, wenn man im Nachhinein sich unsere Gedankenzüge noch einmal ansehen kann, besonders da wir dabei oft noch Verbesserungen besprechen. Im Sinne von: Passen die Bilder und Vergleiche? Kann man sich die Szenen vorstellen? Sollte ich auf bestimmte Punkte noch eingehen?

Wir arbeiten parallel an mehreren Werken. Ich schreibe meist immer nur an einem, weil ich sonst den Überblick verliere. Doch unsere Wohnung ist zugestellt mit Pappwänden, an denen wir Karteikarten hängen, die die Plotlines wieder geben. Je nachdem, ob mich ein Einfall anspringt oder nicht, schreiben wir auch an Drehbüchern. Wobei Drehbücher mehr eine Art Hobby für uns sind, da wir beide, Dominic und ich, leidenschaftliche Filmfans sind.

Einige der Ideen, die schon ausgereift und fertiggestellt sind, stelle ich unter diesem Punkt vor. Derzeit arbeiten wir jedoch an rund vierzehn Projekten in den Bereichen von High-Fantasy, Urban-Fatasy, Kinder- und Jugendliteratur. Daher: Habt noch ein bisschen Geduld!.