Inhalt: „Oxford, 1872: Abenteuerlust liegt der 12-jährigen Kit Salter im Blut. Deshalb will sie unbedingt dabei sein, wenn die Mumie des berühmten Ptah-Hotep der Öffentlichkeit präsentiert werden soll. Mit ihren Freunden schleicht sich Kit ins Museum. Doch der Sarkophag ist leer! Ein geheimnisvoller Unbekannter hat die ägyptische Mumie gestohlen und dadurch einen Fluch heraufbeschworen. Einen Fluch, der Kit und ihre Gefährten in einer rasanten Jagd um die halbe Welt führt.“ (Quelle: Ravensburger)

Sprache und Figuren: Die Helden des Buches, Kit und ihre vier Freunde, sind gut dargestellt und jeder besticht durch eine Kerneigenschaft. Da hätten wir Isaac, den neugierigen Bastler und Erfinder, seine Schwester Rachel, die Sanftmütige und Gütige, und Waldo, den ein wenig eingebildeten amerikanischen Jungen, dessen Eigenarten nicht nur einmal von den Engländern belächelt werden. Und natürlich Kit, die Hauptfigur, ein aufwieglerisches Mädchen, das sich mit der typischen Frauenrolle des Jahrhunderts so gar nicht abfinden möchte. Sie besticht mit Intelligenz und mit Mut, leider auch mit ihrer Unvorsichtigkeit, aber gerade dieser Punkt, vor allem da sie ihre Fehler einsieht und versucht, eine Lösung zu finden, macht sie sympathisch.

Einerseits nimmt sich die Autorin Zeit, um auf historische Ereignisse und Personen einzugehen, sozusagen kleine Erklärungen einzubauen, damit auch unwissende Leser mit dem Stoff des englischen 19. Jahrhunderts zurechtkommen und der Handlung folgen können. Andererseits ist das Buch auch temporeich verfasst, beginnt es noch recht langsam, so folgt man ab Buchmitte einer immer schneller werdenden Handlung, die auch durch die vielen Schauplatzwechsel vorangetrieben wird. Kit streift durch West und East London, den reichen und den ärmeren Stadtteilen, und reist, um ihre Freundin zu retten, noch bis nach Ägypten.

Lob und Kritik: Besonders gefallen hat mir die Darstellung der Zeit, in der Kit lebt. Das viktorianische England, Ägypten, das ferne Land, das Paradies für Forscher und Entdecker, …  Kit ist zwar eine Tochter aus gutem Hause, aber dennoch steckt sie ihre Nase in alles – ob nun schicklich oder nicht. So verkleidet sie sich als Bühnenhilfe, um mehr Informationen über den verschwundenen Skarabäus zu bekommen oder versteckt sich in einer Kneipe mitten in einem Arbeiterviertel. Auch die Gegenüberstellung des Entdecker- und Forschergeists, der diese Zeit beherrschte und die Schäden, die in den ursprünglichen Ländern entstehen, zeigt die Autorin gut und verständlich auf. Kit muss lernen, dass Spender, die historische Relikte, Museen überlassen, nicht nur ein Teil des Fortschritts sind, sondern es auch Sammler gibt (oder wie im Buch genannt: Egoisten), die diese Stücke nur für ihre Augen wollen. Bzw. welches Leid und welche Schande den ägyptischen Landstrichen und Stämmen zugefügt wurde. Kit kommt in meinen Augen zu einem guten, altersgerechten Kompromiss, wie man dieses Problem umgehen kann. Aber um dies herauszufinden, sollte man das Buch schon lesen. 😉

Zusammenfassung: Insgesamt verleihe ich für die temporeiche Abenteuergeschichte, die trotz allem noch auf den Zeitgeist und die Vor- und Nachteile von Forschungsreisen darstellt, vier von fünf möglichen Sternen.
Link zum Buch

Rezension : Natasha Narayan – Der Fluch des grünen Skarabäus (Die Abenteuer von Kit Salter #1)
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2 Gedanken zu „Rezension : Natasha Narayan – Der Fluch des grünen Skarabäus (Die Abenteuer von Kit Salter #1)

  • 1. Juni 2013 um 18:05
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    Ägypten zählt zu den Ländern mit früher Hochkultur. So verwundert es nicht, dass die pharaonischen Denkmäler alljährlich Millionen von Touristen nach Ägypten ziehen. Nichtdestoweniger befinden sich in Ägypten bedeutende Denkmäler aus koptischer (christlicher) und arabisch-islamischer Zeit in Ägypten, die bis in die Neuzeit reichen. Die wichtigsten Denkmäler gehören zum Unesco-Weltkulturerbe .

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