August 8 2014

Rezension : Kai Meyer – Phantasmen

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Kai Meyer

Carlsen Verlag

400 Seiten

ISBN: 978-3-55-58292-8

Mehr Informationen findet ihr auf der Verlagsseite.

Inhalt: „Eines Tages tauchten sie aus dem Nichts auf – die Geister der Toten. Millionen auf der ganzen Welt, und stündlich werden es mehr. Sie stehen da, bewegungslos, leuchtend, ungefährlich.
An der Absturzstelle eines Flugzeugs, mitten in Europas einziger Wüste, warten zwei junge Frauen auf die Geister ihrer verunglückten Eltern. Rain hofft, die Begegnung wird ihrer jüngeren Schwester Emma helfen, Abschied zu nehmen. Auch Tyler, ein schweigsamer Norweger, ist auf seinem Motorrad nach Spanien gekommen, um ein letztes Mal seine große Liebe Flavie zu sehen. Dann erscheinen die Geister. Doch diesmal lächeln sie. Und es ist ein böses Lächeln.“ (Quelle: Carlsen)

Über den Autor: „Kai Meyer, geboren 1969, studierte Film- und Theaterwissenschaften und arbeitete als Journalist, bevor er sich ganz auf das Schreiben von Büchern verlegte. Er hat inzwischen über fünfzig Titel veröffentlicht, darunter zahlreiche Bestseller, und gilt als einer der wichtigsten Phantastik-Autoren Deutschlands. Seine Werke erscheinen auch als Film-, Comic- und Hörspieladaptionen und wurden in siebenundzwanzig Sprachen übersetzt.“ (Quelle: Carlsen)

Kai Meyer liest auf der LBM14 aus "Phantasmen"
Kai Meyer liest auf der LBM14 aus „Phantasmen“

Den Namen Kai Meyer setze ich seit einigen Jahren mit Lesevergnügen gleich. Ich lese seine Bücher gern, fühle mich unterhalten, von den Geschichten mitgerissen und einige gehören auch zu meinen absoluten Lieblingen. Um so weniger konnte ich begreifen, was mit mir bei „Phantasmen“ geschah. Ich las und las, aber es fesselte mich nicht. Anstatt mich von meinem Alltag abzulenken, lenkte mich alles von diesem Buch ab. Die ersten 50 Seiten schaffte ich noch in einem Rutsch, aber danach musste ich das Buch immer wieder weg legen. Es war zum Haareraufen, Seufzen und Kopfschütteln. Die Zweifel wurden immer größer, ich dachte schon, ich habe etwas beim Lesen nicht verstanden, habe sogar noch mal angefangen, wie um mich zu überzeugen, dass der Fehler bei mir lag. Aber es lag nicht an mir. Leider.

Sprache: Kai Meyer überzeugt eigentlich mit einer bildhaften Sprache, dem Talent, Orte wunderbar in Szene zu setzen, Stimmungen und Atmosphäre mit kleinsten Details zu zaubern. Bei „Phantasmen“ fehlte dies. Erstens war es sprachlich unsauber, Formulierungen saßen nicht richtig oder waren unpassend gewählt. Metaphern und Verlgeiche hinkten, der bildhafte Stil blitzte nur auf den ersten Seiten auf. Zweitens kam kaum Atmosphäre auf. Ich meine, Geister, die tödlich lächeln, die Apokalypse, Straßen vollgestopft mit Leichen, ect … müssten doch eine schaurige Ausgangssituation liefern? Aber die Kapitel lasen sich zäh, lieblosen Beschreibungen folgte die reine Wiedergabe der Handlung, sogar die Dialoge wirkten hölzern.

Figuren: Kaum greifbar. Eigentlich gibt es immer eine Figur, mit der man warm wird, selbst wenn es nur eine Nebenfigur ist. Doch bei „Phantasmen“ tat ich mich mit allen gleichermaßen schwer. Ob nun Rain, Emma, Tyler oder Haven – sie blieben blass. Mit Rain konnte ich am wenigsten anfangen,vielleicht lag es auch daran, dass sie bis auf Emma keinerlei Bindungen hatte. Nach der Hälfte beschlich mich sogar das Gefühl, dass abgesehen von ihrer Haltung, immer ihre kleine Schwester zu beschützen, sie nicht viel zur Handlung beitrug. Dass Tyler und Emma wichtiger für den Fortgang der Geschichte waren. Schockierend. Alles, was die Figuren einem näher bringen sollte, die Erzählungen über die Vergangenheit, die Flashbacks, las sich wie eingeschoben, wie zwischen die Handlung gequetscht, weil es noch erwähnt werden sollte.

Dazu konnte ich ihre Entscheidungen nicht nachvollziehen. Emma sollte so kurios wirken, wie sie auftrat, aber Tyler und Rain? Wieso entwickelte sich dort eine Liebesgechichte? Wieso vergaßen sie trotz ihrer Erfahrungen in Afrika und auf der Tour quer durch Europa die Gefahren und handelten so leichtsinnig?

Lob und Kritik: Geister, die plötzlich erscheinen, und ohne Vorwarnung mit einem Lächeln töten – ein interessantes Thema. Ich habe mich wirklich darauf gefreut, ein gruseligen Roman zu lesen, doch es scheiterte an der Umsetzung. Das Geschehen war rasant, es passierte viel, aber der Handlung und den Figuren fehlte der Biss. Manchmal musste ich beim Lesen innehalten und zurückblättern, weil ich zweifelte, ob es wirklich so entwickelte Manchmal habe ich das Buch einfach weggelegt, weil die Beweggründe für die Entscheidungen der Figuren einfach unlogisch waren.

Mir fehlten die Emotionen. Tyler versucht alles, um Flavie zu retten, aber ich habe kaum etwas über sie erfahren, abgesehen davon, dass sie blind ist und mehrere Nahtoderfahrungen hatte. Wie sind sie überhaupt zusammen gekommen? Wieso benahm Tyler sich so, als wäre es eine Verpflichtung, Flavie zu retten, anstatt seiner großen Liebe. (Was ich ihm gleichzeitig nicht lange abkaufte, immerhin bändelt er ja schnell mit Rain an.) Auch Haven, den ich eigentlich widerwärtig finden sollte, löste kaum etwas in mir aus.

Das Ende war frustrierend. Nach und nach werden Antworten geliefert, warum das Problem der Geister sich so entwickelt hat. Aber am Schluss des Romans blieb ich als Leser mit zu vielen Fragen zurück. Was haben die Probanden nun gemacht? Was waren denn jetzt diese Kammern? Wenn Rain, Emma und Tyler ebenfalls halbtot waren, warum haben sie keine Verbindung zu den Kammern gehabt? Was ist den jetzt mit dieser Sekte? Wie sieht es in der Welt aus? Wie ich es auch betrachtete, ich konnte keinen richtigen Abschluss finden. Genauso wenig, wie ich in die Geschichte richtig hereinfand.

Zusammenfassend: Eine Geschichte mit Längen, fehlender Atmosphäre, blassen Charakteren und unsauberer Sprache. Schweren Herzens kann ich „Phantasmen“ nur 2 von 5 möglichen Sternen geben. Das kannst du besser, Kai! Ich setze meine Hoffnung in „Die Seiten der Welt“, welches nächsten Monat erscheint. Bitte, hau mich mit diesem Buch wieder um.

Juli 17 2014

Rezension : A. Lee Martinez – Terror der Tentakel

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A. Lee Martinez

368 Seiten

ISBN: 978-3-492-26943-8

Mehr Infos findet ihr auf der Verlagsseite.

Klappentext: „Genie, Superschurke und Alleinherrscher über das Sonnensystem: Mollusk hat es geschafft, dass alle Völker bei seinem Namen erzittern. Doch was soll man tun, wenn man im Leben alles erreicht hat? Wenn es keinen Planeten mehr zu unterwerfen und kein Volk mehr zu versklaven gibt? Das Einzige, was Mollusk tun kann, damit seine grauen Zellen nicht völlig einrosten, ist, sie für das Gute einzusetzen und dafür die Verehrung idiotischer Erdlinge einzuheimsen. Doch die Midlife-Crisis des gelangweilten Ex-Despoten endet jäh, als Finsterling Brain auftaucht. Und plötzlich befindet er sich mit der Venuskriegerin Zala auf einer abenteuerlichen Mission durch Raum und Zeit um die Erde zu … retten?“ (Quelle: Piper)

Über den Autor: „A. Lee Martinez wurde mit seinen phantastischen Romanen zum Star der humorvollen Fantasy. Er lebt in Dallas, Texas, wo er schreibt, jongliert, Videospiele spielt und Zeitreisen unternimmt. Vielleicht ist er ein Geheimzauberer (das wäre allerdings geheim), und es könnte sein, dass er Gartenarbeit mag. Sicher ist jedoch, dass er Lebensläufe nicht ausstehen kann. Und eigentlich hat er auch keinen Spaß an Gartenarbeit. Alles andere an dieser Biografie ist aber absolut korrekt.“ (Quelle: Piper)

Sprache: Wie schon in seinen vorherigen Werken glänzt Martinez mit einem knappen, aber dennoch flüssigem Stil. Er hält sich nicht mit langen Beschreibungen auf, sondern die Figuren und deren Dialoge tragen die Handlung voran. Ich persönlich mag seinen Humor und seinen Stil, obwohl bei „Terror der Tentakel“ unglaublich viele Fachbegriffe verwendet wurden. Daher würde ich es nur denjenigen empfehlen, die sich ein wenig mit Science-Fiction auskennen, sonst versteht man bei den ganzen Begriffen bezüglich Raumschiffe, Singularität, Zeitreisen, Kybernetik und höherer Mathematik nur Bahnhof. So witzig und gelungen die Sprache auch war, hin und wieder erwies sich das Lesen als wirklich anstrengend. (Wobei ich jetzt keine Verständnisprobleme hatte, aber ich beschäftige mich auch schon eine Weile mit der Materie.)

Figuren: Martinez tischt eine Vielzahl an Wesen, Aliens, Kuriositäten, Monstern und Absonderlichkeiten auf. Alle an sich verrückt, einzigartig und mit so liebevollen Details ausgestattet (so wohl in der Eigenart, als auch in Sprache und Aussehen), dass man sie einfach mögen muss. Und darüber lachen! Wie habe ich mich über die Mönche amüsiert und die wuscheligen Mondbewohner (die Neil Amstrong gefressen haben! 😀 ). Martinez sprühte mal wieder vor Kreativität und Leidenschaft an seinem Handwerk. Gleichzeitig fand ich die Anzahl zum Ende hin auch ein wenig übertrieben. Nach den vielen Zwischenabenteuern, bei denen noch mehr neue Randfiguren und noch mehr neue Randfiguren vorgestellt (und teilweise wieder ausradiert) wurden, hat es mir dann gelangt. Serket und den Rat am Schluss konnte ich mir noch nur schwerlich vorstellen. Aber vielleicht erging es auch nur mir so.

Mollusk und Zala. Sehr schön gezeichnete Figuren. Zala, die Soldatin, durch Pflichtgefühl in ihrem Handeln oftmals eingeengt, leicht agressiv und mit einer stets zornigen Laune. Zala hat sich in mein Herz gekämpft, die Idee, eine Art Krokodil als Soldatin von der Venus stammen zu lassen – als wäre man in einem Comic gestrandet. Aber cool, sehr cool!

Der Imperator Mollusk. Seit Langem mal wieder ein intelligenter, narzistischer Anti-Held, der einem trotz (oder gerade wegen?) seiner Überzeugungen ans Herz wächst. Grandiose Darstellung, der Leser ist dank der Ich-Perspektive und des schriftstellerischen Könnens von Martinez direkt bei der Figur und kann sie sich sowohl vorstellen als auch nachvollziehen.

Das beste am Roman sind wohl die Dialoge zwischen Zala und Mollusk. Herrlich. Trocken. Sarkastisch. Bis zum Schluss ließen sie mich schmunzeln.

Lob und Kritik: Ich muss die Anekdoten loben. Martinez schafft in seinem Roman mit Terra eine Parallelwelt zu unserer Erde, die an manchen Stellen nicht ähnlicher, aber auch nicht absonderlicher sein könnte. Aber er zieht die Details so konsequent durch und schafft eine Welt, der man einfach glauben möchte. Sie ist in sich stimmig und sagenhaft.

Die Handlung verläuft actiongeladen und rasant, allerdings auch ein bisschen sprunghaft. Mollusk und Zala müssen viele kleine Abenteuer auf der Suche nach dem Schuldigen bestehen, die sich in punkto Gefahren und Schwierigkeiten zwar steigern, aber von Mollusk auf unkonventionelle Art und Weise gelöst werden. Seine Intelligenz bietet Martinez die Möglichkeit viele Entscheidungen der menschlichen Geschichte anzuprangern, ohne dass dies zum Hauptthema des Buchs wird. Die Kritik ist leise, dennoch im Bezug auf Schlachten, Kriege und politische Entscheidungen eindeutig.

Rückblicke aus Mollusks Zeit als Warlord von Terra waren meine Highlights. Da zeigt Martinez sein Talent. Flüssig, in sich stimmig und ein hervorragender Spiegel, um die wahre Natur des Imperators zu präsentieren. Obwohl ich den Neptuner schon seit dem ersten Kapitel genial fand. Eine Figur zu charakterisieren, indem sie gegen ihren Klon kämpft – genial.

Leider nahm die Geschichte nach zwei Dritteln an Schwung und Komik ab. Die Handlung wirkte gehetzt, nicht mehr so sorgfältig ausgearbeitet wie auf den Seiten davor. Irgendwo im letzten Drittel tat sich mein Kopfkino schwer, ja, ich hatte einen Verdacht, wer hinter den Anschlägen und Hinweisen steckt, aber der Auflösung fehlte etwas. Es lässt sich schwer erfassen. Mollusk änderte sich nicht in seinem Verhalten, Zala ebenso wenig, dennoch wirkte der Abschluss schal gegenüber dem Rest. Dies war wirklich schade.

Zusammenfassend: Abgefahren. Komisch. Fast schon wie ein Comic. Eine kuriose Schnitzeljagd quer durch Terra mit einem hyperintelligenten Anti-Helden, der einem beim Lesen doch ans Herz wächst. Aufgrund von kleineren Mängeln und eines nicht völlig überzeugenden Endes verleihe ich 4 von 5 Sternen an „Terror der Tentakel“ und freue mich riiiiesig auf den nächsten Roman des Autors.

Juni 17 2014

Rezension : J. Lynn – Wait for you

– Wait for you-

J. Lynn (Pseudonym von Jennifer L. Armentrout)

Piper Verlag

448 Seiten

ISBN: 978-3-492-30456-6

Mehr Informationen findet ihr auf der Verlagsseite.

Inhalt: „Avery Morgansten zieht von Texas nach West Virginia, um auf ein kleines College zu gehen, wo niemand sie kennt. Sie will ein neues Leben beginnen, fern von ihrer schmerzhaften Vergangenheit. Neben neuen Freunden macht sie an ihrem ersten Tag auf dem College auch Bekanntschaft mit dem unverschämt charmanten Cameron, der so gar nicht in ihr neues, ruhiges Leben passt – und keine Gelegenheit auslässt, sie um ein Date zu bitten. Avery erteilt ihm einen Korb nach dem anderen, doch so schnell gibt Cam nicht auf …“ (Quelle: Piper)

Oder anders ausgedrückt: Sexy, intelligenter Bad-Boy Love Interest, der mal im Leben Mist gebaut hat und sich nun gebessert hat. Arrogant, aber natürlich verliebt er sich Hals über Kopf in das unscheinbare, durchschnittliche Mädchen (die Hauptfigur, die auch noch Avery heißt), welches ein dunkles Geheimnis verbirgt. (Was ich nach dem ersten Hinweis schon deuten konnte.)
Dann verlaufen die nächsten Kapitel hauptsächlich so ab: Oh Gott, er ist so heiß. Oh Gott, er läuft nur ohne Shirt rum, aber nein, sie kann das nicht. Sie ist traumatisiert, sie hat keinerlei Erfahrungen. Cam will bestimmt jemand mit mehr Erfahrung und jemanden, der normal ist. Nö, will er nicht. Es ist vollkommen egal, was das Mädchen macht, er kommt IMMER zurückgekrochen, weil sie ja die EINE ist. So anders, so besonders. Von der ersten Minute an.
Dennoch treibt die Autorin die beiden dann doch Stufe für Stufe vorwärts, weil sie insgeheim vor Lust nur so überquellen. Schafft es, dieses Spiel fast ein Jahr lang mit den beiden zu spielen, während ich mich durch 400 Seiten arbeitete.

Ach, es gibt auch ein College-Leben, aber Hausaufgaben, Lerntreffen und Prüfungen dienen im Text nur als Überleitung, um den Zeitverlauf zu unterstreichen. Dazu darf der Klischee-Schwule, die zickige beste Freundin und der typische abgedrehte Mitbewohner nicht fehlen. Aber die tauchen nur zeilenweise auf. Am Rande. Damit Avery auch mal jemanden zum Reden hat, der nicht Cam ist. Denn Cam ist natürlich viel interessanter. Er braucht Avery nur anzusehen oder einen Keks zu essen, oder mal wieder seine Bauchmuskeln zu zeigen und schon wird sie von ihrer überschwappenden, ach so befremdlichen, Leidenschaft kontrolliert. Immerhin ist Cam ja so verständnisvoll und witzig und spontan und … Den Rest erspare ich mir jetzt mal.

Bitte! Niemand kann einen Cookie so essen, dass das Mädchen in der Reihe davor sich erregt zu ihm umdreht. Das ist einfach nur zum Lachen.

Was sollten diese Anspielungen, dass Avery mal tanzte? Hatte das noch einen weiteren Sinn? Oder ist das nur vorbereitend für den zweiten Band? Da geht es ja um die Tänzerin a.k.a. Cams Schwester. (Originell übrigens, ich bin fast froh, das Avery ein Einzelkind ist. Aber vielleicht lässt sich noch ihr Cousin verkuppeln. Grundvoraussetzung für die Figuren der Reihe scheint ja eine Art von Trauma zu sein.)

Als am Ende Avery alles mit „perfekt“ bezeichnete, kam mir echt die Galle hoch. Wenn so eine Geschichte bezeichnend für New Adult ist, bin ich ein klein wenig abgeneigt.

Einziger Pluspunkt. Averys Trauma wird wirklich scheibchenweise dargestellt, ganz langsam kann der Leser sich in ihre Ängste und Sorgen einfühlen. Man fühlt mit ihr mit, wirklich. Schade war jedoch, dass dies nach zwei Dritteln  dem Anspringen der Hauptfiguren zurückweichen musste. Ebenso hat mir das Ende nicht gefallen.  Das war so gehetzt,  als Leser wurde unzufrieden zurückgelassen, dafür, dass Cam und Avery sich mal wieder auszogen.

Seufz.

Zusamenfassend: Dieses Buch wurde ganz schon gehyped, dennoch ich habe mich da durchgeschleppt. Vorhersehbar, klischeeüberladen, der Spannungsbogen war echt seltsam, und irgendwer sollte der Autorin mal den Begriff „Handlung“ erklären. Okay, ich fand „Obsidian“ ja auch nicht so. Die Geschichten laufen auch überhaupt nicht nach dem gleichen Schema ab, nein… Ehrlich, darf man als Autorin von seinen eigenen Geschichten klauen? 🙁

Daher gibt es nur 2 von 5 möglichen Sternen für „Wait for you“.

Mai 15 2014

Rezension : Der Tod fährt Audi – Kristian Bang Foss

Kristian Bang Foss mit seinem Roman auf der LBM2014

– Der Tod fährt Audi –

Kristian Bang Foss

carl’s books

224 Seiten

Mehr zum Buch erfährt ihr auf der Verlagsseite.

Der Autor: Kristian Bang Foss, geboren 1977, veröffentlichte bisher zwei hochgelobte Romane und gehört zu den wichtigsten jüngeren Autoren seines Landes. „Der Tod fährt Audi“ wurde in Dänemark als eines der originellsten Bücher der Saison gefeiert und mit dem EU-Literaturpreis ausgezeichnet. (Quelle: Carl’s Books)

Inhalt: „Der Werbetexter Asger wird nach einer grandios verpatzten Kampagne gefeuert und fühlt sich von der Welt betrogen. Als er einen Pflegejob bei einem Mann im Rollstuhl annehmen soll, will er sich am liebsten drücken. Aber dann freunden sich Asger und der todkranke Waldemar an. Mit gnadenlosem Zynismus und viel schwarzem Humor betrachten sie ihr tristes Dasein. Bis Waldemar Asger zu einer verrückten Reise von Dänemark bis nach Marokko überredet, wo es einen Wunderheiler geben soll. Die Fahrt mit einem schrottreifen VW-Bus durch ganz Europa wird zu einem unvergesslichen Erlebnis voller skurriler Begegnungen und ungeahnter Hürden. Und was hat es mit dem mysteriösen Audi auf sich, der an den unterschiedlichsten Orten der Reise immer wieder auftaucht?“ (Quelle: Carl’s Books)

Das Cover: Ein richtiger Hingucker. Es ist mir schon auf der Messe aufgefallen und spiegelt gut die Reise im VW Bus wieder.

Sprache: Zu Beginn hat mir der Ich-Erzähler zugesagt. Schnell bringt er die Geschichte voran. Mit zynischem Unterton legt er die Probleme, Ängste und Sorgen von Asger und Waldemar, sowie die Missstände in der Gesellschaft dar. In der zweiten Hälfte zog sich die Erzählung. Einerseits wurde der Inhalt langweilig, andererseits konnte die Erzählweise mich nicht mehr mitnehmen.

Pluspunkt sind dennoch die Dialoge zwischen Asgar und Waldemar. Durch die der Humor der beiden und auch die Entwicklung ihrer Freundschaft gut wiedergeben wird.

Lob und Kritik: Positiv hervorheben möchte ich, dass die Probleme und Aufgaben, mit denen Waldemar aufgrund seiner Krankheiten umzugehen hat, alle sehr realitätsnah sind. Seien es seine Symptome, die Probleme mit dem E-Rolli oder das sture Amt. Ebenso hat mir die Beziehung zwischen den Hauptfiguren gefallen. Asger hat seinen Lebenssinn eingebüßt und nahm vieles zu leicht, bis er auf Waldemar trifft. Waldemar hingegen fällt kaum etwas leicht, er gilt eigentlich bereits als tot und dennoch kämpft er weiter, scheint sogar mehr vom Leben zu verstehen als sein Pfleger.

Sobald die Marokkoreise realisiert wird verliert die Geschichte jedoch ihren Reiz. Irgendwie geht der Witz verloren, und es liest sich wie ein Reisebericht. Lange Beschreibungen der Landschaften, wirre Bekanntschaften, die nur kurz angerissen werden, aber mehr oder weniger kaum etwas mit der Handlung zu tun haben. Die Probleme, auf die Asger und Waldemar stoßen, waren mir zu vorhersehbar, jeder, der ein bisschen Menschenverstand hat, würde diesen entgehen. Die Lösungen unlogisch. Dieser „deus ex machina“-Faktor, den der schattenumwobene Audifahrer mit sich brachte, sprach mit nicht an.

Zum Ende hin werden Asger und seine Gefühle undurchsichtig. Der Autor möchte uns Leser auf etwas stoßen, mir drängte sich aber der Gedanke auf, dass er selbst nicht so ganz wusste was. Mir fehlte ein Abschluss, ein Fazit. Waldemars Ende war (trauriger weise) abzusehen, aber was hat Asger aus dieser Reise, dieser Erfahrung mitgenommen?

Auch dem geheimnisvollen Audi hätte man mehr Aufmerksamkeit widmen sollen. Er taucht auf, dennoch erhöhen die kurzen Einschübe nicht die Spannung, was ich schade fand.

Fazit: Ein zynischer, interessanter Beginn, doch die Handlung und der Reiz der Geschichte verlieren sich auf der Reise. Sodass „Der Tod fährt Audi“ leider nur 3 von 5 Sternen erhält. Dennoch bedanke ich mich bei carl’s books für das Rezensionsexemplar.

Mai 5 2014

Rezension : Jennifer L. Armentrout – Obsidian. Schattendunkel (Lux 1 / 5)

– Obisidian. Schattendunkel. Lux #01 – 

Jennifer L. Armentrout

Carlsen Verlag

398 Seiten

Mehr Infos zum Buch findet ihr auf der Verlagsseite oder auf der Homepage der Autorin.

Die Autorin: „Jennifer L. Armentrout lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Hunden in West Virginia. Wenn sie nicht gerade mit dem Schreiben eines neuen Buches beschäftigt ist, schaut sie sich am liebsten Zombie-Filme an. Ihre E-Books waren in den USA auf Anhieb so erfolgreich, dass sie kurze Zeit später in den Druck kamen und sofort auf die Spitze der New-York-Times-Bestsellerliste kletterten.“ (Quelle: Carlsen)

Inhalt: „Ein dunkles Geheimnis scheint über dem winzigen Städtchen zu liegen, in das die siebzehnjährige Katy gerade erst umgezogen ist. Im umliegenden Gebirge sollen merkwürdige Lichter gesehen worden sein, leuchtende Menschengestalten … Viel schlimmer findet die leidenschaftliche Buchbloggerin Katy jedoch, dass die nächste Bibliothek meilenweit weg ist und sie kein Internet hat. Bis sie beschließt, bei ihren Nachbarn zu klingeln und ein Junge die Tür öffnet, so düster und geheimnisvoll wie der Ort selbst: Daemon Black.“ (Quelle: Carlsen)

Das Cover: Wunderschön, wirklich wunderschön. Nicht nur die Lichtreflexe passen sehr gut zum Thema, auch wirkt es verträumt. Das Foto gibt leider nicht wieder, wie herrlich sich der Umschlag anfassen lässt, matt und weich, wie beschichtet. Und auch bei der weiteren Gestaltung hat man sich Mühe gegeben, die Lichtreflexe setzen sich auf den Pappdeckeln des Hardcovers fort.

Sprache und Figuren: Die Sprache ist leicht und hält sich nicht mit großen Schnörkeln oder langen Beschreibungen auf. Zum Entspannen gerade richtig. Katy, Daemon und Dee haben ihre eigene Sprache, und triezen sich mit Ironie und teils sarkastischen Sprüchen. Die Dialoge sind schnell geschrieben, genauso wie sich auch das Buch schnell aufbaut, führen jedoch manchmal im Kreis herum. Ein paar Frage-und-Antwort-Spiele oder „Ich hätte nicht gedacht, dass du damit so gut fertig wirst“ hätte die Autorin sich sparen können.

Katy beginnt vielversprechend, intelligent, nicht auf dem Mund gefallen und halbwegs bodenständig. Aber ihre Persönlichkeit verschwindet bald hinter einem Mädchen, das nur noch Augen für Daemon hat und alle ihre Entscheidungen darauf beruhen, ihn zu ärgern oder ihm aus dem Weg zu gehen. Von der im Klappentext angedeuteten Bücherliebhaberin blieb nicht viel übrig, auch das Mädchen, das mit dem Tod ihres Vaters klar kommen muss oder ihre Mutter bei einem Neuanfang unterstützen möchte, verschwand. Es drehte sich nur noch um Daemon, Daemon, Daemon.

Daemon wirkte auf mich blass und wie diese typischen Baukasten-Kerle in den letzten Fantasy-YA. Benimmt sich eigentlich wie ein arrogantes Arschloch und doch hecheln ihm alle Mädchen hinterher, auch Katy. Es nervte, dass sie eigentlich wusste, dass er nur Ärger macht, dann seinen Waschbrettbauch sieht und schwupps alles andere war dann wieder egal. Daemon war mir, im Vergleich mit vielen anderen Figuren, diesen zu ähnlich. Mürrischer, geheimnisvoller Junge, der ein großes Mysterium verbirgt, und sich dann genau in das Mädchen verliebt, das neu dazu kommt. Zufälligerweise die Hauptfigur Katy. Zufälligerweise ihr dann seine andere, nette Seite zeigt und sich mehr und mehr zum Beschützer aufschwingt, weil sie ihm ja so wichtig ist. Ja, das Geplänkel zwischen ihnen war nett, aber besonders überzeugt hat es mich nicht.

Und wie hat es mich gestört, dass er sich aufführen kann, wie er will und ihm alles verziehen wird, weil er ja so absolut scharf ist. Was ist das bitte für eine Einstellung?

Als Nebenfigur war Dee süß, wirklich zum in den Arm nehmen, ihre Unsicherheit und ihr Wunsch, eine Freundin zu haben, kamen überzeugend rüber und auch so, dass ich sie nachempfinden konnte.

Lob und Kritik: Ich habe mich wirklich auf dieses Buch gefreut. Aliens. Das gab es im YA-Bereich in letzter Zeit nicht so oft und ich war gespannt, wie dies umgesetzt werden sollte. Und wurde enttäuscht. Auf mich wirkt es, als hätte die Autorin an allen Ecken und Enden abgekupfert. Roswell. Smallville. Und eine Reihe von Filmen im Bereich Sci-Fi. Jeder, der früher Roswell gesehen hat, dem sollten die Parallelen bei den Zwillingen, ihrer Lebengeschichte und auch den Gründen, warum sie in den Seneca Rocks leben, auffallen. Ja, ich weiß, etwas Neues zu erschaffen, ist schwer. Aber anstatt die Handlung in eine neue Richtung zu treiben, beschränkt es sich auf das banale, klischeehafte Hin und Her zwischen Daemon und Katy. Eine fast schon alltägliche Geschichte, wenn man mal den Faktor Alien herausnimmt. Das hat mich einfach enttäuscht.

Es war entnervend, wie ähnlich die Geschichte im Vergleich zu anderen Titeln in diesem Genre verlief. Einfach nach der gleichen Baukastenhandlung, aber wie soll da Spannung aufkommen? Wie soll eine Geschichte mich fesseln, wenn ich im Grunde von anderen Titeln bereits weiß, wie es ausgehen wird?

Ich habe dem Buch eine Chance gegeben, habe durchgehalten zum x-ten Mal innerhalb einer Geschichte auf einen Homecomig-Ball zu gehen, aber jetzt mal ehrlich: Obsidian ist eines der härtesten Edelsteine, wie bitte soll ein Dolch aus diesem Material splittern, wenn er auf ein Feld fällt? Spätestens ab da war ich froh, einfach die Geschichte zu beenden.

Und wenn ich jetzt im Nachhinein überlege, abgesehen davon, dass Katy um dieses superheiße Alien herumschwirrt und es wie immer eine Bedrohung im Hintergrund gibt, die sie töten will, ist nicht viel passiert.

Zusammenfassend: Ein weiterer Paranormal Fantasy Titel, der nach dem Baukasten-Prinzip erstellt wurde, den erfolgreiche Reihen der letzten Jahre etabliert haben. Vorhersehbar und dazu werden jedem Sci-Fi-Fan die Parallelen zu anderen Werken auffallen. Daher hat mich Obsidian leider aufgrund der schwachen Story, der typischen Charaktere und der banalen Liebesgeschichte nicht überzeugen können. Leider kann ich nur zwei von insgesamt fünf Sternen vergeben.