Juni 24 2015

Leserunden und die Post streikt

Mitte Juni startete die Leserunde zu „Tougard – Seelenseher“ auf Lovelybooks und nach unglaublich vielen Bewerbungen auf die Print-Exemplare wie E-Books bekomme ich gerade Panik.

Die Post streikt immer noch! Irgendwie müssen 20 Büchersendungen ihren Weg durch Deutschland finden, oder besser überhaupt aus Berlin rauskommen. Posttechnisch tut sich hier gar nichts mehr, ich erinnere mich nur noch dunkel, was ein Briefträger ist und diese gelben Kastenwagen, die Pakete bringen, sind auch nur ein Mythos, oder? Oder? Werden meine Sendungen es je über Börnicke und Oranienburg hinaus in die weite Welt schaffen?

Was mache ich denn jetzt? Abgesehen von panisch auf die Tastatur einzuhacken …

Solidarisch warten, bis alles ankommt? Wie lange dies auch dauert?

Ich fange erstmal mit Daumendrücken an. Vielleicht hilft’s.

Juni 11 2015

Rezension : Ich sehe was, was niemand sieht – Tim O’Rourke

Ich sehe was– Ich sehe was, was niemand sieht –

Tim O’Rourke

Chicken House

326 Seiten

Link zum Verlagsshop.

Über den Autor: „Tim O’Rourke ist vom Schreiben besessen. Wenn er nicht als Police Officer im Einsatz ist, verbringt er jede freie Minute über seinen Laptop gebeugt, vollkommen versunken in die Welten, die er erfindet. Mehr als 30 Romane hat er als Selfpublisher bereits veröffentlicht, darunter Erfolgsserien wie Kiera Hudson und Samantha Carter, die in über 50 Ländern gelesen werden und zusammen tausende begeisterte Bewertungen auf einschlägigen Online-Plattformen erhalten haben. Mit seiner Frau, drei Söhnen und einer Katze lebt Tim O‘Rourke in Buckinghamshire.“ (Quelle: Chicken House)

Inhalt: „Charley sieht Dinge, die sonst niemand sieht. Ihre Visionen sind wie Blitze, kurz und intensiv – ein Mädchen, Schreie, das Rattern eines Zugs. Charley ist felsenfest davon überzeugt, dass sie Verbrechen sieht, bevor sie geschehen. Niemand glaubt ihr, bis auf Tom. Der attraktive junge Police Officer bearbeitet gerade seinen ersten Fall: ein totes Mädchen, das auf Bahngleisen gefunden wurde. Während die Polizei noch nach der Todesursache sucht, hat Charley wieder Visionen: ein anderes Mädchen, Schreie, das Rattern eines Zugs …“ (Quelle: Chicken House)

Cover & erster Eindruck: Dieses Cover verwirrt mich. Ich habe aus Reflex den Titel erst von oben nach unten gelesen und mich gefragt, was das bitte bedeuten soll. Bis mir wieder der englische Titel einfiel, „Flashes“, und mir klar wurde, dass das Cover Charleys Lichtblitze wiederspielgelt. Denn aktuellsten kräftig und am größten, während die davor bereits wieder verblassen! Interessante Idee!
Das Taschenbuch fasst und blättert sich angenehm, Druck und Papier entsprechen der gewohnten Chicken House Qualität. Die serifenlose Schrift des Buchsatzes irritierte mich zuerst, aber nach den ersten Seiten besserte sich das.

Figuren: Die Charaktere haben alle ihren Charme und wirken überzeugend. Für Charley habe ich gleich Sympathie empfunden, nach dem Tod ihrer besten Freundin und einzigen Vertrauten, was diese Blitze angeht, ist sie ziemlich verloren. Sie ist manchmal zu naiv, gerade was die Bekanntschaft zu Tom betrifft, aber das ist vermutlich ihrer Situation verschuldet. Ein Leben lang für diese übersinnliche Kraft gemobbt und verurteilt, ist der Wunsch, dass ihr jemand glaubt, wohl zu übermächtig. Eine starke Figur ist sie jedenfalls, sie kämpft dafür, diese angeblichen Unfälle der toten Mädchen aufzuklären, selbst wenn es sie in Gefahr bringt.

Mit Tom bin ich nicht gleich warm geworden, trotz der beiden Ich-Perspektiven konnte ich ihn mir schwer vorstellen. Sein Gerechtigkeitssinn und der Drang, die Wahrheit aufzudecken, ehren ihn, aber in dieser Hinsicht ist er so naiv wie Charley. Anfangs riss er noch groß die Klappe auf, da er anscheinend so gut kombinieren kann, aber das legte sich im Verlauf der Handlung. Schade eigentlich. Jedoch gefiel mir seine Rolle, wie er Charley zur Seite steht, sehr gut.

Die leichte Verliebtheit der beiden bleibt im Hintergrund, sodass die Handlung sich auf das Mysterium der Blitze konzentrieren kann sowie die Suche nach dem Täter.

Auch die Nebenfiguren sind gut gezeichnet. Der aufgeblasene Jackson ist trotz seines manchmal widerlichen Charakters gut getroffen und die Zweifel und Sorgen von Charleys Vater konnte ich nachvollziehen.

Sprache & Umsetzung: Der Schreibstil ist flüssig und schnell, die Seiten fliegen nur so dahin. Dabei passiert nicht auf jeder Seite etwas Actiongeladenes, ruhige Szenen, wie Momente, die die Spannung wieder heben, wechseln sich ab. O’Rourke gelingt es, eine düstere Stimmung durch den Roman hinweg aufrecht zu erhalten, schauerlich und nervenaufreibend. Jedoch hält er sich bei den Beschreibungen der Opfer zurück, sodass es nicht zu blutig wird. Die Gedankenblitze und die Erscheinungen, die Charley dabei sieht, machen den Reiz des Buchs aus und fesselten mich an die Buchseiten.

Leider wusste ich schon auf Seite 100, wer der Täter war, dennoch muss ich gestehen, dass O’Rourke die falschen Fährten gut gelegt hat und ich bis zum Schluss der kompletten Auflösung entgegenfieberte. Das Ende kam mir ein wenig abgehackt vor, aber die Geschichte ist abgeschlossen, das Wichtigste hat ein Ende gefunden. Ob auf den Vorschlag von Toms Chef noch eingegangen wird, wird die Zeit zeigen.

Fazit: Schneller, spannender Mystery-Thriller für Jugendliche ab 14 Jahren. Überzeugende Charaktere und mal eine andere Art, einen Täter zu fassen. Daher gibt es für „Ich sehe was, was niemand sieht“ 4 von 5 Sternen.

Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar.

 

Mai 28 2015

Berliner Comic Messe – Kleiner Nachtrag

Hier noch ein kleiner Nachtrag zu Berliner Comic Messe, die ich im letzten Monat besucht habe.

Es war ganz toll! 🙂

Entspannte Atmosphäre, super Besucher und organisatorisch lief auch alles glatt. Ich hatte ein paar schöne Stunden im Ellington Hotel und hoffe, dass meine neu gewonnen Leser bei meinen Büchern ihren Spaß haben werden. Viel von den anderen Ständen konnte ich leider noch nicht sehen, ich war gut beschäftigt. Andererseits natürlich besser für meinen Geldbeutel, bei dem großen Aufgebot an Ständen hätte ich bestimmt was entdeckt.

Im November bin ich definitiv wieder mit von der Partie. Also, wer mich verpasst haben sollte, im November gibt es die nächste Chance.

Mai 14 2015

Rezension : #rausmitderdicken – Sophia Bennett

Sophia Bennett – #rausmitderdickenrausmitderdicken

Chicken House

416 Seiten

Über den Autor: Sophia Bennett, geboren 1966, gewann mit ihrem Debüt „Wie Zuckerwatte mit Silberfäden“ den Times-Chicken-House-Schreibwettbewerb 2009. Schon mit 20 Jahren wollte sie Schriftstellerin werden, studierte aber zunächst Sprachen. Ihre großen Leidenschaften sind Kunst und Design, ihre vier Kinder, Modezeitschriften, Cappuccino, ihr Mann und ihr Beruf (vielleicht nicht unbedingt in dieser Reihenfolge). Sie lebt mit ihrer Patchwork-Familie in London.

Inhalt: „OMG! Sasha und Rose, weltbeste Freundinnen, kommen ins Fernsehen! Mit ihrem Song stehen sie kurz davor ins Finale von Killer Act katapultiert zu werden. Schon jetzt ist ihre vierköpfige Girlband DAS Gesprächsthema auf Twitter. Eine einmalige Chance, denn Millionen von Zuschauern verfolgen die Show. Doch die Mädchen können nur zu dritt gewinnen – eine muss raus. Also trifft Sasha eine Entscheidung. Und löst damit eine Hetzjagd im Netz aus, die vollkommen außer Kontrolle gerät. Wird Rose ihr das jemals verzeihen?“ (Chicken House)

Cover: Bunt und auffällig, doch zeigt es sehr schön die unterschiedlichen Typen der vier Freundinnen und nimmt auch noch Bezug auf den Song „Sonnenbrille“ im Buch. Gefällt mir sehr gut!

Umsetzung: Zunächst war ich weniger angetan, als ich das Rezensionsexemplar erhalten habe. Wieder ein Jugendbuch, das sich mit Castingsshows beschäftigt, den kurzen Moment des Ruhms, den Teenager sich wünschen. Nach den ersten dreißig Seiten warf ich meine Zweifel über Bord. Das Buch war angenehm zu lesen und mit Leichtigkeit stellte Bennett dem Leser die vier Mädchen vor, um die es sich dreht. Es startete als eine warme Geschichte, Freundinnen, die in etwas reinstolpern, das größer als sie selbst ist. Aber auch größer als ihre Freundschaft?

Nach den ersten 100 Seiten klebte ich praktisch an den Seiten, da ich mitten in die Geschichte gezogen wurde. Sehr gut recherchiert und sehr glaubwürdig verwandelt sich der Traum, eine Casting-Show zu gewinnen, in die absolute Hölle für die vier Mädchen. Sie wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen. Man will sie sie verbiegen, Fremde beschimpfen sie im Internet und die Medienmacher erklären sie zum Spielball ihrer niederen Absichten. Und das Publikum scheint sich für alles zu interessieren, nur nicht die Wahrheit.

Figuren: Die Geschichte ist aus Sashas Sicht erzählt. Sie wirkt auf den ersten Seiten ein wenig naiv, was sie jedoch liebenswürdig macht. Sasha ist dieses „Aber andere sind doch viel besser als ich“-Mädchen und ich habe mit Spannung verfolgt, welchen Weg sie im Buch einschlägt. Zeitweise war sie furchtbar überfordert, dennoch habe ich mitgefiebert, ob sie die Freundschaft zu Rose noch retten kann und wie sie ihrer Rolle entkommen will, in die das Internet sie gesteckt hat.

Bennett schafft eine nahtlose Auflösung, die den Leser zufrieden zurücklässt. Gerade das Ende ist realistisch und die Aussage, die leise im Hintergrund mitschwingt, hat mich lächeln lassen. Kein Kitsch, kein übertriebenes Gehabe – ganz, ganz toll.

Sprache: Leicht und locker fließt der Text dahin. Die Mädchen benehmen sich durchweg wie Teenager und es war erschreckend, wie bekannt mir die eingefügten Schnipsel aus dem Netz vorkamen. Gleichzeitig ist Sashas Gefühlswelt sehr stark beschrieben, Ängste, Sorgen, Zweifel sind äußerst lebhaft umgesetzt.

Fazit: Wow. Seit langem endlich wieder ein Jugendbuch, das mich schlichtweg überzeugt und zufrieden zurücklässt. Ein bisschen Liebe, ganz viel Freundschaft. Aber auch ein authentischer Blick auf die Auswirkungen von Cybermobbing und hinter die Kulissen von Castingshows.

Daher vergebe ich 5 von 5 Sternen an #rausmitderdicken und erteile eine Leseempfehlung. Nicht nur für Jugendliche, sondern auch für Erwachsene geeignet.

Mai 6 2015

Blogger schenken Lesefreude 2015 : Die Gewinner

Entschuldigt die Verspätung! Die letzten Tage waren vollgestopft mit Arbeit und gab esauch noch am letzten Wochenende die Loveletter Convention hier in Berlin, von der ich nicht nur mit vielen, schönen Erinnerungen nach Hause gekommen bin, sondern auch mit einer saftigen Erkältung.

Aber jetzt endlich die Auslosung. 🙂

Vielen Dank an eure rege Teilnahme und ein noch größeres Dankeschön, dass ihr eure Ideen mir mitgeteilt habt. Das war schon sehr interessant, in welche Spiele ihr abtauchen und was für Superkräfte ihr gerne haben würdet.

Am Ende entschied dennoch das Los und hier sind auch schon die Gewinner:

Jamies Quest : Ricarda Scola

Tougard : Uwe Morn

Eine gesonderte Email / Nachricht geht heute noch zu euch raus. Viel Spaß mit den Büchern!

Allen anderen kann ich nur sagen: Dies war nicht das letzte Gewinnspiel. 😉

Eure CorneliaIMG_0379