Handlung:
Aus Langeweile stellt Sam, ein zehnjähriger Junge in einer Kleinstadt an der Grenze zu Kanada, nur Unsinn an und landet deswegen regelmäßig im Gefängnis. PJ, ein Teenager, ist genauso ein Verlierer-Typ und trifft auf Sam, als er für seinen Vater – den Officer der Stadt – auf den Jungen ein Auge haben soll. Doch als er und Sam mit dem ‚geliehenen‘ Streifenwagen ein seltsames Wesen anfahren, beginnt erst der schlimmste Ärger für sie. Das Wesen stellt sich als ein Gnom, ein Bewohner Untererdes, heraus. Sams Neugier ist geweckt und er verschwindet durch einen Tunnel in diese seltsame Welt, voller menschenfressender Gnome, Mutanteninsekten und einer Gruppe Wächter, die mit ihren letzten Kräften gegen die Gnome standhalten. PJ bleibt keine andere Wahl, als dem Jungen zu folgen und gerät mitten in den Kampf, der die Gnominvasion stoppen soll. Nur dass er und Sam mit ganz anderen Waffen kämpfen, als die Krieger es gewöhnt sind …

Sprache und Figuren:

Endlich wieder klare und präzise Sätze, die den Leser mitreißen und zielgenau zum Höhepunkt des Kapitels führen. Jedes Detail passte, wurde bis zum Letzten genutzt (im positiven Sinne) und war zeitgleich noch humorvoll. So humorvoll, ich musste zeitweise das Buch weglegen und zuerst zu Ende lachen. Slurps kahler Hinterkopf, die drei Köche, die mit dem Kartenspiel überlistet werden, der Bumm-Bumm-Bah – Kampftanz und natürlich Cheep. Das Insekt war unglaublich bildlich dargestellt, dabei konnte es nur zwei Laute von sich geben. Aber alle Figuren zeichneten sich durch ihre bestechende Sprechweise aus. Ganz gleich, ob die dummen Gnome oder PJ’s lässige Art. Dennoch blieb trotz des vielen Humors die Weisheit nicht auf der Strecke, wenn Buckingham davon sprach, dass die Gnome von uns Menschen am besten gelernt haben, fette Lügner zu sein.

Kritikpunkte:

In meiner ersten Auflage existierten noch ein paar lästige Druckfehler, die sich aber leicht beheben lassen. Auch ein Logikfehler hat sich eingeschlichen, da der Autor einerseits beschreibt, wie ein leichtes Schwert im Schlamm versinkt. Anderseits ein schweres Steinzepter ohne Probleme auf der Oberfläche liegen bleibt. Aber das ist mir nur am Rande aufgefallen.
Leider war das Ende absehbar und klischeehaft. Wenn man es jedoch als ein Kinderbuch der Sparte zehn – zwölf Jahre betrachtet, schwächt sich dieser Kritikpunkt wieder ab.
Dazu waren ein paar Szenen nicht unbedingt neu, aber so originell umgesetzt, dass ich so gut wie nichts zu meckern habe! Außer vielleicht, dass er die Lautmalereien, mit denen Buckingham gerne spielt, nicht konsequent durchgezogen hat. Im Mittelteil der Geschichte waren sie plötzlich verschwunden …?

Zusammenfassend:

Nach der miserablen Fortsetzung der Dämonenhüter-Reihe hatte ich zunächst Bedenken. Doch Buckingham findet sicher in seinen alten Stil zurück. Kurze Kapitel, präzise geschrieben wie eine Kurzgeschichte und aufeinander aufgebaut wie ein Film. Das liebe ich an ihm! Dazu habe ich noch nie sooft gelacht während der Lektüre eines Textes. Ich werde nie wieder das Wort ‚argh‘ lesen können, ohne dabei an seine Gnome zu denken. Auch wenn sie anfangs wie brutale Monster erschienen, so habe ich die neugierigen Gnome ins Herz geschlossen und frage mich, was wirklich unterhalb der Erde in den vielen Höhlen und Kammern hausen könnte. Genauso sind Sam und PJ, obwohl sie während des Buchs ein Stück erwachsener geworden sind, ihren Eigenschaften treu geblieben. Daher ein sehr gelungenes Werk, das zeigt, dass Waffengewalt beweiten nicht die einzige Lösung sein muss.

Bitte mehr davon, Herr Buckingham!

Bewertung:

5 Sterne (und die vergebe ich wirklich selten!)

Rezension: Royce Buckingham – Garstige Gnome

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