Endlich keine Parkplatzsorgen mehr! Denn am 18.5. konnte ich zur Chamisso Grundschule mit der BVG fahren. Das war ein ganz neues Erlebnis; sich einfach in den Bus zu setzen und zielgenau am Senftenberger Ring abgeliefert zu werden. Ohne Ampel-, Stau- oder Baustellen – Stress. 🙂
Doch der Friede war trügerisch. Oder anders gesagt, mein Yahoo-Postfach stellt sich als höchst unzuverlässig heraus, wenn es darum geht, die Elternbriefe an Schulen zu schicken … Höchst ärgerlich ist das natürlich auch.  Dennoch hielt sich das Chaos in der Chamisso Grundschule in Grenzen. So langsam habe ich ein Gespür dafür entwickelt, den Hausmeister zu erkennen, und mein innerer Kompass ist mittlerweile sehr genau auf Lehrerzimmer und Sekretariate eingestellt. Aber so langsam sollte es auch klappen! Oder nicht? 😉 Wenn man jedoch so nett von den Lehrern, die einen eingeladen haben, begrüßt wird, vergisst man schnell die technischen Probleme.

Zwar ist das Gebäude der Chamisso Grundschule über 40 Jahre alt, in den Gängen und Klassenzimmern merkt man jedoch nicht viel davon. Da ich wieder innerhalb Berlins eingeladen war, ging ich von großen Klassen aus, aber meinen drei Lesungen wohnten maximal 20 Zuhörer zu. Einerseits hielt ich die Lesungen in der Bibliothek ab, in der sich die Schüler in Sitzkissen kuschelten. Andererseits bereiste ich mal wieder Klassenräume. Eine Klasse begrüßte mich sogar mit Unterstützung ihrer elektronischen Tafel. Ganz ehrlich, das riesige „Willkommen Frau Franke“ und die Sternchengirlande ließen mich schmunzeln. Das ist wie ein Tusch oder Trompeten für mich – dabei bin ich doch nichts Besonderes! 😉 Während ich mich noch an die Begrüßung gewöhnte, stellte eine Schülerin eine Frage, die ich schon lange nicht mehr gehört habe: „Sind Sie Frau Funke? Die, die Tintenherz schrieb.“ – Nein, immer noch nicht. Ich habe weder das entsprechende Alter, noch habe ich Kinder, noch lebe ich in den Staaten. Wobei ich gerne so viele Bücher wie Frau Funke verlegt hätte.

Zwar musste ich die Berufswünsche der Kinder zunächst herauskitzeln, aber einmal in Fahrt waren sie gar nicht mehr zu stoppen. Hier die Tops:

  1. Haiforscher – In einem begeisterten Monolog erklärte der Junge mir, dass Haie die Orientierung verlieren, wenn man ihnen auf die Nase schlägt. Sie sterben, wenn man sie auf den Rücken dreht und man als Taucher lieber keinen gelben Neoprenanzug tragen sollte. Während er das alles aufzählte, musste ich an Beth denken; sie würde genauso reden. (Mal sehen, ob ich Szene schreibe, in der sie und Timmy in einem Boot mitten auf dem Meer treiben; unter ihnen Haie. Obwohl – das wäre wohl zu gruselig …)
  2. Delfindressiererin
  3. Stripper – schon wieder. Ich weiß nicht, was Jungs daran so toll finden …
  4. Mafiaboss
  5. Steinmetz, da der Junge diesen Beruf von seinem Vater kennt.
  6. Stewardess
  7. Polizistin
  8. Computerspieletester

Spontan habe ich die Klassen nach der Vorstellung der Allergomörder gefragt, wie viele von ihnen Allergien besitzen. Das Ergebnis war überraschend. Ich wusste, dass Allergien in Städten aufgrund der erhöhten Abgasbelastung vermehrt auftreten, dass aber praktisch 80% der Schüler an Pollenallergien leiden? Mit dieser Information hätten die Allergomörder es leicht gehabt. Ich jedoch habe einen Moment gebraucht, um es zu verdauen.

Zum Abschluss habe ich noch eine kleine „Autogrammpause“ gegeben. Pause, da viele Kinder sich noch eine Unterschrift auf ihren Goodies gewünscht hatten, die Zeit in der jeweiligen Unterrichtsstunde aber leider nicht reichte. Ich bin mal gespannt, was die Schüler von ‚Dankeschön für den tollen Tag‘ hält, welches ich in ihrer Klasse hinterlassen habe.

 

Einfach dem Hai auf die Nase schlagen

5 Gedanken zu „Einfach dem Hai auf die Nase schlagen

  • 7. Juni 2011 um 15:23
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    sie haben yedi vergessen was ich gesagt habe

  • 7. Juni 2011 um 15:24
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    stripper sein ist was coolles das muss man einfach sein
    oder yedimeister

  • 8. Juni 2011 um 19:36
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    Hallo Berk!
    Tut mir leid, dass ich deinen Yedi-Meister vergessen habe!
    Aber du hast Recht, Yedi wäre schon ein toller Beruf.
    Möge die Macht mit dir sein. 😉

    Liebe Grüße, auch an deine Klasse!

  • 8. Juni 2011 um 20:00
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    Hallo Cornelia,

    ich musste schon beim „Senftenberger Ring“ lächeln. Da wohnt mein Papa und drei meiner Geschwister ;).
    Stripper ist in der Tat für Kiddies ungewöhnlich. Einerseits maulen viele, wenn sie sich abends bettfertig machen sollen (sprich: sich ausziehen), andererseits besteht der Beruf aus nichts anderem^^.
    Aber Yedi werden rockt! Wenn ich könnte, würde ich auch ein Yedi werden :D. Geben mir doch automatisch öffnende Türen jedes Mal das Gefühl ich hätte die Macht ;).

    Wünsche dir einen schönen Abend!

  • 15. Juni 2011 um 13:20
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    Super Artikel! Ich werde da nochmal versuchen mehr zu erfahren!

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