März 17 2014

Leipziger Buchmesse 2014

Was ist eine Buchmesse?

Eine Buchmesse ist eine Veranstaltung, bei der Verlage, Autoren und Dienstleister des Buchmarkts, über eine gewisse Zeitspanne ihre Werke, Programme und neue Titel vorstellen. Umrundet von einer Vielzahl Lesungen, Signierstunden, Podiumsdiskusionen und Vorträgen. Eine Buchmesse ist die Möglichkeit, dass Leser und jeder, den es interessiert, in Kontakt mit jenen Dienstleistern, Autoren und Verlagen treten kann. So könnte man es sachlich definieren.

Kai Meyer und Marie Sann signieren

Oder auch in Zahlen: Die Leipziger Buchmesse bedeutete dieses Jahr für mich sechs Mal 200 Kilometer mit dem Auto, drei Mal Mittag essen in meine Bento-Box packen, ein Geburtstagsgeschenk, ein paar schmerzende Schultern, sechs neue Bücher, zwei Lesungen, zwei Bloggertreffen, zwei Dutzend Visitenkarten, und gefühlt 1000 neue und alte Bekannte, die ich wieder gesehen habe. Tausend und ein Schritt, die mich durch die Hallen und Gänge führten.

Eine Buchmesse ist Wahnsinn. Ist unendlich viel Spaß. Das ist die Gewissheit, dass jeder mit dir im Gedränge gerne liest, sich gerne mit Büchern beschäftigt, deinen Witz über die Literaturwelt nachvollziehen kann. Jeder ist wie auf magische Weise miteinander verbunden, durch Wörter, Seitenzahlen, Coverillustrationen und Buchtitel. Unendlich viele Fäden streben auf die Buchmesse zu, reisen von Nah und Fern heran, und bilden in den vier Messetagen einen gewaltigen Knoten, ein Erlebnis, das ich nicht missen möchte.

Spontantreffen mit Mirjam

Oft genug habe ich erwähnt, dass eine Buchmesse eine Party ist. Für meinen Teil, und sicherlich ergeht es vielen nicht anders, sind meine Autoren- und Agenturkollegen, Freunde in Buchbloggerkreisen und die Menschen, mit denen ich als Lektorin zusammenarbeite,  quer über Deutschland verteilt. Email und Telefon machen das Arbeiten möglich, aber eine Buchmesse bedeutet, dass wir uns alle auf fünf Hallen und dem CCL versammeln. Eine besondere Aura umgibt die Leipziger Buchmesse, wie eine Glocke, bestehend aus Wiedersehensfreude und vielleicht auch Bewunderung für das ein oder andere Werk oder den ein oder anderen Autoren. Ich konnte mein Grinsen und meine Euphorie nicht unterdrücken, plante ich doch für den Stand des Wölfchen Verlags nur ein paar Minuten ein und blieb dann bald eine gute Stunde, weil von links und rechts Freunde vorbeikamen, mich begrüßten, drückten und ein fröhliches „Ach, du bist auch hier?“ ausriefen.

Andrea Bienek mit ihrer Anthologie

So freue ich mich immer noch, bald zwei Tage danach, Mirjam H. Hüberli und Andrea Bienek aus meiner Mädchen-Anthologie, sowie Janika Hoffmann und Carolin Grotjahn getroffen zu haben. Es waren nur wenige Minuten, zu wenige Minuten, doch der Eindruck, das Gespräch, das Lächeln bleibt zurück, und zum Glück auch die Erinnerungsfotos. So siehst du in echt aus, so fühlt es sich an, dir in die Augen zu sehen. Das Autoren- und Lektorenleben ist oft eine sehr einsame Sache, andererseits würde ich diese Spezies niemals in ein Großraumbüro setzen, das geht nie gut aus. (Ob Erwürgen oder Gruppen-Prokrastination ist nicht weiter von Belang.)  Doch so wird die Buchmesse auf zu einem gewaltigen Klassentreffen, Jubelschreie, Visitenkartenaustausch und zu viel Kaffee inklusive.

Ann-Kathrin mit ihrem Buch

Die Messetage sind aber auch gleichzeitig ein gewaltiger Schub für das eigene Ego. Überall stehen Bücher und prangen Cover auf Plakaten und Leinwänden. Nicht nur mir, sondern auch vielen anderen Autoren und Illustratoren huscht bestimmt der Gedanke durch den Kopf: Das habe ich gemacht. Das ist mein Buch, da nimmt ein Leser es in die Hand und durchblättert es behutsam.

Ann-Kathrin mit ihrem Buch

Da! Da bestaunt jemand das Cover, das ich entworfen habe. Oder zurzeit in meinem Falle: Daran hast du mitgearbeitet. Das ist schon das Vorab-Cover deiner nächsten Lektoratsarbeit. Oh gosh, da sprechen mich die beiden Bloggerinen von Inflagranti Books an, ob ich auch beim zweiten Band von Purlunas mitmache. Ich glaube nicht, nein, ich weiß, dass es anderen auch so ergeht wie mir. Ich denke da an die absolut strahlende Ann-Kathrin Karschnik, die während sie ihr Buch „Phoenix – Tochter der Asche“ präsentiert, praktisch Glück ausströmt. Oder an Schemajah Schuppmann, der erst letztes Jahr seinen Papierverzierer Verlag ins Leben gerufen hat und 2014 schon mit einem beeindruckenden Stand auf der Messe auftrat.

Die Leipziger Buchmesse ist jedoch auch eine Plattform.

Bloggertreffen bei Carlsen

Wir alle wollen gesehen, angesprochen und erkannt werden, wollen den Austausch, wollen von unserer Arbeit schwärmen oder unser Lob aussprechen. Ich kenne keine Zeit, in der Verlage, deren Mitarbeiter, Autoren und Leser so nah beieinander sind wie bei einer Messe. So nah und doch so unnahbar wie nie. Ja, Verlage sehen es nicht gern, wenn man sie mit Manuskripten behelligt oder nach Rezensionsexemplaren fragt. Das sind die Schattenseiten, während parallel Blogger Vorträgen über die nächsten Spitzentitel entgegenfiebern. Auch ich konnte dieses Jahr bei Carlsen und Random House dabei sein, in dem bunten und lauten Wirrwarr, das sich Bloggertreffen nennt. Plötzlich stehe ich einen dänischen Autoren gegenüber, spreche mit ihm über sein Buch „Der Tod fährt Audi“, freue mich im nächsten Moment, meinen Ansprechpartner beim carl’s books zu sehen und zwei Minuten mit ihr zu haben und schon dreht sich der Wirbel weiter und die Mitarbeiter von Carlsen heben stolz grinsend das rote Tuch an, unter dem sich für die Gäste ein Exemplar von „Obsidian“ verbirgt.

Nicht zu vergessen, dass ich als Autorin solche Chancen natürlich nicht verstreichen lassen darf. So habe ich ein interessantes Gespräch mit der Lektorin von Impress geführt und mich bei Oetinger34 vorgestellt. Denn obwohl jeder in der Branche durch Telefon und Email verbunden ist, so ist der persönliche Kontakt doch etwas anderes. So erhoffe ich mir, dass nicht nur die Gespräche und Bewerbungen bei mir im Gedächtnis bleiben, sondern ich vielleicht auch auf der Gegenseite. Denn so langsam sollte doch mal die nächste Veröffentlichung her, genug in der Schublade habe ich gehortet.

Und was ist die Buchmesse noch? Eine große Wundertüte voller Überraschungen. So entpuppt sich die Frau, die neben dir parkt und dich im ersten Moment seltsam mustert, als eine langjährige Bekannte aus Facebook. Da spricht dich eine Fremde an, erklärt, man habe letztes Jahr zusammen bei Poznanskis Signierstunde angestanden, und fragt, wie es denn ginge und ob ich noch beim gleichen Verlag arbeite. Und dabei trifft man auf eine wunderbare Britt Toth, mit der ich mich von der ersten Sekunde verstanden habe, und mich gar nicht verabschieden wollte. Doch zum Glück ist Görlitz nicht so weit weg wie München oder Hamburg.

Carsten Thomas, Marie-Luis Rönisch und Schemajah Schuppmann

Eine Buchmesse ist: Reizüberflutung. Sprechen, bis die Stimme wegbleibt. Vergessen, zu essen und zu trinken. Zu wenig Schlaf, der aber dafür viel, viel Lachen, Freude und Spaß.

Buchmesse, drei Tage, in denen alles und jeder zusammenkommt und eins gewiss ist: Danach ist nichts mehr  wie zuvor. Danach sehne ich mich stärker denn je nach der nächsten Messe, nach den Freuden, Freunden und Erfahrungen.

März 2 2014

Ein neues Projekt – Orte, Länder, Karten

Nachdem ich vor einigen Wochen euch schon den ersten Einblick in mein neues Gemeinschaftsprojekt gewährt habe und ich ein bisschen über die Hauptfiguren plauderte, kommt nun der nächste Schnipsel. Immerhin muss ich mich mit meinem Partner noch über viel mehr Dinge streiten. Jetzt mal abgesehen davon, dass in den letzten Wochen unsere Handlung sich in alle möglichen Richtungen streckte (und das meine ich genauso, wie es da steht), Figuren todkrank, unauffindbar, plötzlich steinreich oder was auch immer waren.  Mein Highlight bleibt immer noch die chaotische Abnahme von Verwandten, à la „Aber wenn er noch einen Bruder mehr hätte?“ und zwei Tage später „Oder vielleicht auch einen Bruder weniger und eine Schwester mehr?“. An den Feinheiten müssen wir noch ein bisschen tüfteln, auch wenn ich mit dem Gesamtbild halbwegs zufrieden bin. Ja, es sind noch Lücken vorhanden, beträchtliche, aber die werden sich mit der Zeit schon schließen.

Größere Probleme macht mir eher die Welt an sich. Ich bin diejenige, die absolut willkürlich anfängt, Karten zu zeichnen. Einfach so aus dem Bauch heraus. Und das mache ich auch fünf oder gar zehn Mal, weil immer noch etwas nicht stimmt. Sobald die Umgebung dann steht, stricke ich die Handlung drum herum, verschiebe maximal noch ein Gebirge (oder füge es hinzu), wenn es der Handlung einen Vorteil bringt. Ich möchte halt gern wissen, wie die Orte heißen, aussehen, was für Menschen da leben, wie die Nachbarländer sich gestalten, treiben sie Handel, sind sie verfeindet? Oh und was ist mit Flüssen? Werden diese befahren, zum Handel genutzt? Ich arbeite mich erst einmal ein, tobe mich ordentlich mit meinen Ideen aus. So etwas das hier kommt dabei raus, aber glaubt mir von diesen Seiten habe ich eine ganze Menge fabiriziert und auf jeder stehen ein paar andere Notizen.

Einer von vielen Entwürfen

Mein Schreibpartner ist da völlig anders. Er kümmert sich erst um die Handlung, diese muss so gut wie möglich stehen, bevor er sich um die Details, die Umgebung in den Fokus geraten. (Habe ich schon erwähnt, dass seine Beschreibungen nicht so sitzen? 😀 ) Seine Karte ist also erschreckend leer, bis auf ein paar grobe Markierungen, dem Ausgangspunkt und zwei, drei Orten, wo es hingehen soll.  Und ab dem Punkt geraten wir dann aneinander, weil auf meine Nachfragen oft ein „Weiß ich noch nicht“ oder „Habe ich noch nicht darüber nachgedacht“ oder „Die sind sehr naturverbunden“ erklingt.

Ich will nicht sagen, es treibt mich in den Wahnsinn, aber sehr weit davon entfernt ist es auch nicht. Doch bin ich geduldig, das Projekt macht trotz dieser Momente wahnsinnig Spaß. Also stürzen wir uns in Recherchen, wälzen Bildbände und ich hake fünftausend Sachen nach, bis sich in meinem Kopf ein Bild ergibt. Und bisher haben wir auch immer einen Mittelweg gefunden, bzw. die Details, die ich ergänze, fanden stets Anklang.

Aber manchmal, so wie vor ein paar Tagen ergeben sich auch Momente wie der folgende. O-Ton.

„Nein, die Hauptstadt wird so nicht heißen“, stelle ich fest.

„Aber wieso denn?“, fragt er.

„Darum!“

„Der König fängt mit ‚Br‘ an und alle Dörfer und Städte gehören dem König, deswegen Brior und Bra.“ Als wäre es eine Selbstverständlichkeit.

„Die Hauptstadt wird nicht Bra heißen!!“, keife ich daraufhin. „Das ist das englische Wort für BH!“

Er vollkommen unbeeindruckt: „Bro geht auch nicht und Bru klingt doof.“

„Häng da doch noch eine Silbe ran? Wie bei Bra-tac.“

„Stargate.“

Als ob ich das nicht wüsste. „Bra-at.“

„Wurst. Bra-at-Wurst. Mit seiner Tochter Apfel.“

„Eine Huldigung an dich. Bra-at-Hähnchen.“ Ich lache. „Oder häng da irgendeine andere Silbe ran. Bra-an. Bra-li. Bra-ru. Bra-Mu. Bra-ti. Bra-ra…“

„Ich hör dir nicht zu“, lacht aber ebenfalls.

 

Oh ja, wir haben unseren Spaß! 😀

Februar 4 2014

Ein neues Projekt – die ersten Schritte

Letzte Woche hatte ich bereits auf meiner FB-Autorenseite verraten, dass ich als nächstes ein Gemeinschaftsprojekt am Start habe. Wer genau mein Schreibpartner ist – das halte ich noch geheim. Nur so viel: Es ist ein Mann, er hat verrückte Ideen und wir harmonieren ganz gut zusammen. Ich arbeite schon eine Weile mit ihm und wir ergänzen uns – seine Dialoge sind spritziger als meine, aber dafür rolle ich jedes Mal mit den Augen über seine schlichten Beschreibungen.

Dennoch nehmen wir es mit Humor – vielleicht macht das Arbeiten gerade deswegen so viel Spaß! 🙂

Ebenso kann ich schon verraten, dass wir uns an einer Fantasy-Geschichte versuchen. Das war’s dann aber auch schon.

Nachdem wir einen groben Handlungsfaden hatten und bevor ich mich in den kommenden Tagen an die ersten Recherchen setze, mussten wir uns erstmal auf zwei Namen einigen. Ja, zwei. Jeder von uns hat seine eigene Figur, die er nach seinen Vorstellungen formen und quälen kann. Insofern dies natürlich zur Handlung passt.

Und was braucht so eine Figur? Richtig, einen Namen.

Damit ihr direkt wisst, wie unterschiedlich wir arbeiten, erzähle ich euch mal, wie wir unsere Hauptfiguren benannt haben.

Er überlegte, welchen Hintergrund die Eltern seiner Figur haben, schließlich sind sie – im übertragenen Sinne – die Namensgeber. Bei der Mutter war ihm klar, dass sie eine leidenschaftliche Köchin ist, mit verrückten Rezepten. Beim Vater sollte es ein Name mit sportlichen Hintergrund sein. Die erste Idee gefiel sogleich und bevor er weitere Gedanken verschwendete, stand es auch schon fest: Die männliche Hauptfigur unseres Projekts heißt …

Jamie.

Einen Nachnamen bekommt er noch, dieser war bisher noch nicht von Belang.

Auf der anderen Seite meine ganz andere Arbeitsweise. In einer schlaflosen Nacht habe ich mir alle möglichen Namen ins Gedächtnis gerufen, an die ich mich erinnern konnte. Von A-Z, wie Schäfchen zählen, und dann bin ich in Gedanken die Serien und Bücher durchgegangen, die ich in den letzten Jahren gesehen oder gelesen habe. Am nächsten Morgen notierte ich mir unter anderen Sky und den Hinweis „Blumen&Bäume“, sodass ich mich als nächstes durch amerikanische Namen wir Blossom, Willow, Rose … wühlte. Die Liste wuchs, aber zufrieden war ich noch nicht. Nächste Variante: wie soll der Charakter meiner Figur sein? Als ich ein Gefühl für das Mädchen hatte, stöberte ich nun durch Internetseiten, die Namensbedeutungen gesammelt haben, fand dabei noch ein paar Begriffe, die ich für andere Dinge, Namen, Orte, ect. benutzen könnte, aber immer noch keinen Favoriten. Luisa, Liv, Fiona, Rain / Reinne, … gesellten sich dazu.

So zehn bis fünfzehn Kandidaten (mit unterschiedlichen Schreibweisen und Abkürzungen) sammelten sich mittlerweile auf der Liste, und ich grenzte die Auswahl auf zwei ein. Rein subjektiv, reine Gefühlssache, als ich mir die Namen durchlas, fühlte ich mich bei zweien gleich wohl. Dennoch sind zwei einer zu viel! Doppelnamen mag ich nicht, das tippt sich so lang.

Dann ließ ich mir ein paar Tage Zeit, trug die Namen mit mir, gewöhnte mich an Klang und Aussprache und testete, wie es wohl bei Brainstorminingtreffen oder den ersten Textschnipseln klang. Das half mir immer noch nicht – ich bin wirklich hoffnungslos – also begann ich mir ein Bild von der Figur zu machen, durchforstete das Netz nach passenden Bildern, Figuren, ect., auf der Suche nach diesen Herzklopf-Moment, wenn meine Figur mehr und mehr Gestalt annahm.

Und das ist sie, meine neue Figur, meine Olive.

Alle Rechte liegen bei meago, DA

Mein Schreibpartner und ich, wir haben unabhängig voneinander einen Favoriten gewählt und stehen jetzt vor einem – vielleicht riesigen – Problem. Unsere Figuren heißen Jamie und Olive. Das ist so dicht an Jamie Oliver, den britischen Koch, dran, dass es fast schon wieder lustig ist. Besonders da wir beide Fans von seinen Rezepten sind. Aber ist es nicht doch zu dicht dran?

Was meint ihr?

Dezember 30 2013

This year I will … – Neues Jahr, neue Vorsätze

Die Aufzählung hat nichts mit der Wichtigkeit der Vorsätze zu tun und ist rein zufällig. Für mich sind alle Vorsätze gleich bedeutungsvoll und ich werde versuchen, sie alle umzusetzen, obwohl ich jetzt schon weiß, dass es nicht bei jedem Punkt klappen wird. Also, für 2014 nehme ich mir vor:

1. Mehr schreiben.
D.A.S.H. #1 hat es verdient, ein Ende zu bekommen. Es kann nicht für immer in der Schwebe hängen, daran werde ich sonst noch verrückt. Ich möchte diese eine Kinderbuchidee umsetzen und meinen YA-Thriller und einer meiner Helden wartet darauf, dass ich seine Geschichte beginne. Letzterer ist wohl das Großprojekt, dem ich am meisten entgegen hibbele. Ja, Fantasy wird gerade weniger verlegt, aber Fantasy ist immer noch das, was ich am Besten kann, was mir am meisten liegt. Warum sollte ich es nicht mehr schreiben, nur weil andere behaupten, dass es gerade nicht gesucht wird? Dann warte ich eben. 😉

2. Einen Buchvertrag unterschreiben.
Gut, das ist mehr Wunsch als Vorsatz. Ich bin überzeugt von meinen Manuskripten und Ideen und ich weiß, ich kann nur geduldig abwarten und die Daumen drücken, dass ein Verlag mein Buch möchte. Dennoch habe ich das Warten auch gleichzeitig satt! Es ist eine Zwickmühle, aber ich würde so gern ein weiteres Buch auf dem Markt haben – bestimmt könnt ihr das nachvollziehen.

3. Mehr reisen. Mehr unter Menschen sein.
Ich möchte ans Meer. Ich möchte wieder nach Hamburg, Lübeck erkunden, München erleben, vielleicht die Schweiz besuchen? Ich möchte mehr von der Welt sehen, so groß Berlin sich manchmal auch anfühlt, es gibt noch viel, viel mehr.
Ich möchte mehr von den Menschen kennen lernen, mit denen ich bisher nur über das Internet Kontakt habe, mehr auf Menschen zu gehen (Es ist doch schlimm, dass acht von zehn Leute in der UBahn nur mit ihrem Handy reden und ich oft genug eine von ihnen bin!), mehr Zeit mit denen verbringen, die mir wichtig sind, die ich wieder sehen möchte. Und sei es nur auf einen Kaffee oder einen Spaziergang.

4. Mehr fotografieren.
Ergibt sich aus dem Vorsatz zuvor.  Meine neue Kamera ist mein verlängerter Arm, bildet ab, wie ich die Welt sehe und das, was ich sehe, möchte ich festhalten – bewahren. Ich möchte am Ende von 2014 auf einen Haufen Fotos zurückblicken und mich über die festgehaltenen Momente, Ereignisse und Begegnungen erfreuen.
Und auf einen weiteren Urbex-Trip gehen. Die Heilstätten allein reichen mir nicht. 🙂

5. Aufräumen und mich weniger ablenken lassen.
Ihr seht es ja nicht, aber man kann ganz genau in meiner Wohnung erkennen, ob ich nun gerade an einem Manuskript arbeite oder nicht. Wenn, dann sieht es hier aus wie auf einem Schlachtfeld: Staub, Kartons, die eigentlich ins Altpapier gehören, Sachen, die einfach liegen geblieben sind. Also, so langsam sollte ich doch die Waage zwischen Chaos und Ordnung halten können. Daher: mehr Ordnung halten.
Und sich gleichzeitig weniger ablenken lassen. Ja, das Internet ist verlockend, ja dieser Blog ist verlockend, mit Freunden telefonieren oder für ein paar Stunden unterwegs sein. Die Arbeit macht sich aber nicht von allein und wenn ich zwei Sachen gleichzeitig erledige, wird Minimum eine darunter leiden. Daher für 2014 immer eins nach dem anderen und mehr Konzentration auf das, was wichtig ist.

6. Ni no Kuni beenden.
Ich liebe dieses Spiel und spiele es doch viel zu selten. Dementsprechend möchte ich es in 2014 beenden. Das sollte zu schaffen sein.

7. Jede Menge Bücher lesen und meinen SuB abbauen – dafür gibt es die Tage noch einen extra Blogpost.

8. Veränderungen willkommen heißen und weniger jammern, wenn sich etwas nicht so entwickelt, wie ich es haben möchte, oder nicht so entwickelt, wie es erwartet hätte. Keine Chance vertun. Wer weiß, ob es eine einmalige war? Wer weiß, was sich aus Chancen alles entwickeln kann?

10. Ich selbst sein und niemand anderes, auch wenn das verrückt, seltsam und manchmal unangebracht ist. Nur weil ich ein Viertel Jahrhundert alt werde, heißt es doch nicht, dass ich mich auf einmal meinem Alter entsprechend verhalten muss, oder? Dafür bin ich doch viel zu kindisch und albern.

11.
Dankbar sein.
Für meine Freunde da sein.
Spontan sein und mehr ausprobieren.

12. Dominic zeigen, wie sehr ich ihn liebe und wie sehr ich mich über jeden Tag mit ihm freue, die guten wie die schlechteren. Im Sommer feiern wir unser sechstes Jubiläum, wie die Zeit verfliegt! 🙂

Oktober 12 2013

Frankfurter Buchmesse 2013

Ich glaube, dass mache ich so auch nie wieder. Frankfurter Buchmesse an einem Tag. Morgens mit dem Flugzeug hin und abends wieder zurück. Eine verrückte Idee, da ich nicht so viele Termine hatte (zwei 😉 ) und ich mit dem Auto nur 10 Minuten zum Flughafen Tegel brauche. Leider, leider habe ich ein paar wichtige Punkte vergessen einzukalkulieren. Der Frankfurter Flughafen ist … riesiiig. Ehrlich, ich dachte, Düsseldorf ist groß, Frankfurt dagegen – würde mich nicht wundern, wenn die Geschichte von „Terminal“ auch dort klappen könnte. Und dann habe ich irgendwie vergessen, dass ich ja auch noch vom Flughafen zum Messegelände kommen muss. Auf der Homepage der Buchmesse klang das so leicht … ja ich orientierungsloses Wesen habe die Entfernung total unterschätzt. Dass der Bus vor uns in das falsche Tor fuhr und fast stecken blieb – damit konnte ich wohl nicht rechnen, oder? Nach endlosen Kurven und auf die graue, nebelverhangene Skyline Frankfurts starrend, bin ich dann doch auf dem Messegelände angekommen. Zwar an einer komplett anderen Stelle, als geplant, aber so langsam gewöhnte ich mich dran, dass einfach alles an dem einem Tag anders laufen sollte: Ich hatte nicht mit so vielen Menschen gerechnet. Und alles Fachbesucher!

Alles Menschen, die rund um das Thema Bücher arbeiten! 🙂 Ein Meer aus Anzugträgern und hübschen Business-Frauen wartete auf mich. Denn die meiste Zeit fühlte ich mich umschlossen von Wellen geschäftiger Leute, die zu Terminen eilen, gleich Interviews führen müssen, neue Werbemittel auspacken und mit einem Strahlen verteilen … der Strom riss einen mit von Stand zu Stand, von Halle zu Halle. Einen ruhigen Moment gab es nur, wenn ich hinter den Ständen am äußersten Rande verschnaufte oder mich nach draußen in die Innenhöfe und Passagen stahl.

Der Vormittag verflüchtigte sich mit dem Bestaunen von Novitäten und dem Einsammeln von Leseproben und Programmen meiner Lieblingsverlage. Ja, ich weiß, dass kann man alles im Netz auch vorfinden, aber ich habe eine Affinität für Papier. Ich blättere lieber durch einen Katalog, streiche ab, kreuze an, was mir gefällt. Warum, habe ich noch nicht herausgefunden. Ihr könnt euch also vorstellen, dass ich in Halle 3.0 gut beschäftigt war.

Spaß gemacht hat auch mein Überaschungsbesuch bei der Agentur Scriptzz. Meine Agentin ahnte nicht, dass ich vorbeischauen würde, ich dachte mir aber, dass Sie und ihre Mitarbeiter gerade beim Messestress etwas Süßes zur Stärkung bräuchten. Dazu – ich gestehe, ich gestehe – war ich extrem neugierig, wie Agenturarbeit im Hintergrund der Messe wohl aussehen würde. Wieder eine spannende Erfahrung und ein nettes Gespräch reicher.

Außerdem einen lieben Gruß an Andrea! Ich bezweifle, dass sie dies hier lesen wird, dennoch ist immer wieder schön, in einer Pause ein Gespräch zu beginnen. Völlig ausgelaugt, mit schmerzenden Füßen, aber einem Lächeln auf den Lippen. Die Zeit war kurz, aber ich habe mich gefreut! Besonders deine unkonventionelle Art, Stände zu besuchen, weil sie pink und farbenfroh sind. Und auf die Einladung komme ich gerne noch einmal zurück!

Der krönende Abschluss bildete dann mein zweiter Termin. Ein wenig armselig ist die Zahl schon, wenn ich bedenke, wie viel die Mitarbeiter der Agentur Scriptzz an einem Tag erledigen müssen.  Mit schmerzenden Schultern und einer übervollen Tasche traf ich mich mit dem Geschäftsführer des Papierverzierer Verlags auf einen Kaffee. Oder eher für mich ein Wasser, das wäre sonst die fünfte Tasse Kaffee an einem Tag gewesen und ich war schon überdreht genug. (Die Buchmesse ist die reinste Reizüberflutung und das ständige Brummen und Rauschen im Hintergrund erst recht!) Dabei kam dann für mich richtig das Messe-Feeling auf.

Über die kommenden Buchprojekte sprechen, nachhaken, wie der Verlag läuft (gut!, werfe ich einfach mal ein), Ideen diskutieren und erzählen, was in den letzten sechs Monaten passiert ist. E-Mails sind eben nicht alles, ein Gespräch ist viel aufregender und lustiger, wenn einem dann plötzlich die Worte ausgehen. (Ein eigentlich seltener Moment für mich Plappermaul.)

In Erinnerung bleiben wird wohl auch der Rückflug. Ich bin schon oft in meinem Leben geflogen, auch abends und im Herbst. Daher ist es nichts Neues für mich, wenn bei schlechtem Wetter oder gar Sturm die Flüge etwas unruhiger verlaufen. Oder eben das Flugzeug minutenlang ruckelt und rüttelt und es scheppert. Nicht gerade angenehm, ich habe mich auch vor Schreck in mein Lesebuch („Phoenix – Tochter der Asche“) gekrallt, aber die Dame neben mir hat das unwohle Gefühl in dezente Todespanik verwandelt. Sie sank im Sitz zusammen, schloss die Augen, packte meine Hand und verkrampfte sich. Murmelnd, dass sie nicht sterben dürfe, zu Gott flehend, beinahe hyperventilierend. Während ihr Mann, der am Fenster saß, in aller Seelenruhe sein Buch weiter las. Zwar habe ich nicht geglaubt, abzustürzen, dennoch war ich (und vor allem mein Magen) froh, wieder auf festen Boden zu wandeln, um dann nur noch meine Buchmessenschätze in den Kofferraum eines Taxis zu hieven.

Buchmessestunden können anstrengend und aufregend sein, das durfte dann zum Ende des Tages auch Dominic erleben. Denn ihm lag ich noch gute drei Stunden in den Ohren, was ich denn alles, getan, gesehen und erfahren habe. 🙂