Januar 4 2011

Bookrix – Bücher online lesen & veröffentlichen

Letztes Jahr habe ich auf der Leipziger Buchmesse am Stand von bookrix Halt gemacht. Die beiden „Erfinder“ der Plattform berichteten  begeistert von ihrem Projekt und den Vorteil von Online-Publikationen. Genauso Jacob Nomus, einer der ersten Autoren, der über Bookrix einen Verlag fand. Ich war sehr angetan von dem Gespräch und von ihrer Begeisterung, sodass auch ich mir einen Account anlegte und einen Teil meiner Kurzgeschichten hochlud. Mittlerweile sind einige Monate vergangen und ich möchte euch von meinen Erfahrungen berichten.

Bookrix ist eine der deutschen Plattformen, auf denen man seine Texte kostenlos veröffentlichen kann. Persönlich zähle ich Bookrix mit seinen über 200.000 Nutzern (Stand Jan 2011) zu den größten Communities dieser Art. Das Prinzip ist simpel. Jeder User kann einen Text hochladen, ein Cover aussuchen, selbst erstellen. Die Möglichkeiten, ein Manuskript zu präsentieren, sind unbegrenzt. Leider entstehen dadurch manchmal Geschichten, die einen orangefarbenen Text und einen Herzchenhintergrund haben.
Die Rechte des Textes bleiben beim Autor. Somit gelten veröffentlichte Werke bei Bookrix nicht als verbrannt. (Natürlich sehen Verlage es nicht gern, wenn neue Veröffentlichungen schon komplett im Internet standen.)
Jeder – egal ob angemeldet oder nicht – kann die eingestellten Texte lesen. Entweder auf der Seite selbst oder als Download im epub Format. Genres sind so gut wie alle vertreten; selbst Mangas von Hobbyzeichnern. Als Mitglied kann man einen Text bewerten, in dem man Sterne vergibt oder einen Kommentar hinterlässt. Anhand meiner eigenen Erfahrungen kann ich sagen, dass die User nicht mit Kritik um sich werfen. Texte werden fast immer gelobt, Fehler nimmt man nicht all zu ernst. Sicher gibt es auch Ausnahmen, wie einige Gruppen, die sich gezielt mit Texten auseinandersetzen, aber Bookrix behandelt seine Autoren recht gutmütig.

Diese Abneigung zur harten Kritik, zum Auseinandernehmen eines Textes Wort für Wort, mag auch daran liegen, dass Bookrix ein sehr junges Publikum anspricht. Die meisten Leser sind zwischen zwölf und fünfzwanzig. Die jüngste Autorin, die ich fand, war elf Jahre alt. Dies setzt andere Maßstäbe voraus und teilweise auch Kritikunfähigkeit. Mir ist es schon passiert, dass Freunde einer Autorin meine Texte niedergemacht haben, weil ich in einem Kommentar fehlende Rechtschreibung bemängelte.
Durch die vielen jungen Autoren sollte man aber auch eine andere Spannweite von Werken erwarten. Viele Texte im Fantasy-Bereich drehen sich um die Probleme von Jugendlichen: Schule, nervige Lehrer, verliebt sein, das erste Empfinden von Schmerz und Liebeskummer. Es ist nicht unbedingt etwas Schlechtes, schließlich ist die Sparte der Krimis&Thriller sowie Kurzgeschichten ebenfalls um so vielseitiger vertreten. Dazu kann man Bookrix als Ozean der Fanfictions bezeichnen. Theoretisch gesehen verstoßen diese Geschichten gegen Urheberrechte und die AGBs. Aber ihre Anzahl wuchert dermaßen, ich bezweifle, dass man ihrer noch Herr wird. Es ist schade, dass gute und interessante Texte von Harry Potter Fortsetzungen, Schwärmereien über Supernatural oder Zusammenfassungen von Twilight verdrängt werden. Ja, Zusammenfassungen!

Hinter dem Konzept existiert eine aktive Community, die sich rund um das Thema Buch und das Schreiben beschäftigt. Bücher werden vorgestellt, Tipps zum Schreiben ausgetauscht. Die User unterhalten sich über Schreibblockaden oder wie sie ihre eigene Welt per Photoshop basteln. Wie in jeder Community gibt es tote Account und Threads, aber Bookrix ist erstaunlich aktiv. Leider schließt dies auch mit ein, dass man als Mitglied von ca. 15 Gruppen 150 Benachrichtigungen pro Woche erhalten kann. Jede geschrieben von einem User, der darauf aufmerksam machen möchte, dass er eine Geschichte online gestellt hat, ein Kapitel weiter geschrieben hat oder genau dich als Leser will, … Ich habe es aufgegeben meinen Briefkasten zu ordnen und fische nur noch die persönlichen Nachrichten heraus. Denn niemand, der nicht den ganzen Tag vor dem Internet hängt, wird diese Flut an neuen Werken und Fortsetzungen bewältigen. Es gilt daher: gezielt lesen.

Eine aktive Community bringt aber noch einen weiteren Vorteil. Die Macher von Bookrix oder einzelne Gruppen veranstalten regelmäßig Schreib- und Fotowettbewerbe. Letzteres kürt z.B. das schönste Cover. Ich selbst habe regelmäßig an Kurzgeschichtenwettbewerben teilgenommen, aber es läuft praktisch jede Woche etwas. Meist ist es Themen orientiert wie „Fallen Angels“, „Pirates“, „Kaffee“, … und die User können per Vergabe von Pokalen (funktioniert wie die Sterne) den Gewinner bestimmen. Auch Verlage veranstalten regelmäßig Gewinnspiele, bei den man dann Bücher gewinnen kann.

Für mich war und ist Bookrix eine Möglichkeit, seine Werke vorzustellen. Ich konnte nicht einschätzen, wie meine Kurzgeschichten ankommen würden. Umso mehr habe ich mich über Feedback gefreut. Einen ganzen Roman dort einstellen würde ich dennoch nicht. Doch als „Hobbyschreiber“ ist Bookrix sicherlich eine gute Methode, um Leseeindrücke zu gewinnen..

Dezember 28 2010

Oft unterschätzt – Füllwörter filtern

Aus guten Grünen sollte man als Autor auf Füllwörter und unwichtige Adjektive verzichten. Diese blähen den Text auf und verschleiern die klare Sprache.

Am besten gebe ich ein Beispiel:

Der groß gewachsene, strohblonde Kerl lehnte so lässig an der schwach leuchtenden, sowie schnell flackernden Straßenlaterne, wie ein sehr gelangweilter Mann.

Das war das Schlimmste, das ich mir spontan aus den Fingern saugen konnte. Aber ich glaube, dass diese Sprache nicht klar und verständlich ist, sollte bewiesen sein.

Ich würde ch es so abändern:

Der groß gewachsene Kerl lehnte an der Straßenlaterne.

Alles Weitere – je nach Wichtigkeit, oder ob es fürs Stimmungsbild nötig ist – kann in seinem eigenen Satz erwähnt werden.

Im radikalsten Falle:

Der Kerl lehnte an der Straßenlaterne.

Natürlich ist diese Abänderung eine Frage des Stils, dennoch sollte man darauf achten, dass Sätze nicht ausufern. Schreibwerkstätten und Lehrgänge predigen, dass man ein Auge für diese Füllwörter entwickeln sollte. Es ist aber nicht leicht, seine eigenen Fehler zu erkennen. Häufig genug übersehe ich Füllwörter und überflüssige Adjektive. Selbst beim zehnten Lesen!
Daher halte ich mir meine Fehler gerne vor Augen, in dem ich ein Unterprogramm der Letter-Factory nutze.

Im Endeffekt besteht das Hilfsprogramm daraus, dass man einen Textabschnitt in das Eingabefeld kopiert und auswählt, wie die Füllwörter angezeigt werden sollen. Also, ob man sie in Klammern setzen sollte, mit ‚xxx‘  überdecken oder ganz löschen möchte.

Wie bei allen Hilfsprogrammen: Sicherlich wird es viel herausfiltern, aber man sollte sich dennoch auf die eigenen Augen und die eigene Logik verlassen. Adjektive, die an den richtigen Stellen gesetzt sind, können eine herausstechende Wirkung auf den Text haben. Was man wirklich nutzt und was man besser weglassen sollte, entscheidet letztendlich der Autor. Es gibt auch genug Adjektive, die man falsch setzen kann (die wohl riechende Öllampe). Leider kann das Programm dies nicht unterscheiden, sonder sucht rein nach überflüssigen Worten..

Dezember 27 2010

Uschtrin

Uschtrin teilt sich für mich in drei Bereiche auf. Einmal das Autorenhandbuch, das jedes Jahr neu erscheint. Darüber werde ich noch gesondert berichten.

Der zweite Teil ist die Homepage www.uschtrin.de und der dazu gehörige, kostenlose Newsletter. Seit Anfang 2010 habe ich den Newsletter abonniert, der mich wöchentlich über aktuelle Ausschreibungen und Stipendien informiert.  Es ist kaum zu fassen, dass jede Woche bum die fünf Wettbewerbe anlaufen. Dies natürlich in den Bereichen Lyrik, Prosa, Kurzgeschichten, Essay, … Uschtrin informiert über auch über die kommenden Buchpreise bzw. deren Anmeldefristen.

Der dritte Teil ist die Zeitschrift Federwelt, die alle zwei Monate erscheint. Die Dezemberausgabe beschäftigte sich z.B. mit dem Schriftstellertum im Alter. Wie wirkt sich das Alter auf Veröffentlichungen oder Wettbewerbe aus. Mir zum Beispiel war nicht bewusst, dass viele Wettbewerbe eine Altersgrenze bei 40 Jahren haben. Dazu gibt es immer einen bunten Mix aus Interviews, Kolumnen, Rezensionen und den Neuigkeiten rund ums Buch. Dazu werden auch regelmäßig eingesendete Prosa- und Lyrikwerke veröffentlicht.

Alles in allem bietet Uschtrin Autoren und Autorinnen ein interessantes Netz an Informationen. Ich würde zumindest den Newsletter abonnieren, damit man immer auf den neuesten Stand bezüglich Wettbewerbe & Co. Ist..

Dezember 22 2010

Final Draft – Drehbuchschreiben nach dem Baukastenprinzip

Final Draft Screenschot

Final Draft ist ein Programm, mit dem man –  formal gesehen – professionell Drehbücher verfasst. Ich weiß, was hat ein Drehbuchprogramm bei Autorentipps zu suchen? Erstmal sind Drehbuchautoren in meinen Augen ebenso Schreiberlinge. Zweitens verwende ich Final Draft bei meinen eigenen Skripten. Daher dachte ich mir, ich stelle es euch vor.

Final Draft ist das verbreitetste Programm für das Schreiben von Drehbüchern. Das Besondere ist die automatische Einstellung der Formate, auf die der Markt sich geeinigt hat. Sprich, wie groß darf die Schrift sein, welche Schriftart darf es sein, was wird kursiv, fett, komplett groß geschrieben? Wie viele Zenitmeter Seitenrand, Zeilenabstand sind erlaubt? Diese Einstellungen sind dank der Einheit Zoll, die nun mal gängig in den USA ist, verflucht krumm. Wahrscheinlich würde es Stunden dauern, bis man all dies zurechtgerückt hat.

Es klingt verrückt, ja. Doch in den amerikanischen Agenturen gehört es zum Alltag, Drehbücher abzulehnen, weil sie auf dem ersten Blick nicht dem gewünschten Format entsprechen.  

Hier ein Screenshot von einer meiner Arbeiten, damit man sich ein Bild von Final Draft machen kann.

Final Draft Screenschot  

Was kann dieses Programm überhaupt? Es erleichtert einen das Arbeiten. Alles, was man für die Herstellung eines Drehbuchs braucht, ist vorhanden. Es ist praktisch ein Baukastensystem. Von der ersten Seite bis hin zum dual dialogue. Final Draft nimmt dem Drehbuchautor auch die Gliederung ab. Automatisch erkennt (und formatiert) es, ob man an der Szenenbeschreibung (EXT/INT), im Dialog  (OC, filtered) oder in den Actionzeilen arbeitet. Die Beispiele in den Klammern sind nur ein Paar der gängigsten.

Ich selbst finde es auch sehr hilfreich, dass Final Draft Figurennamen und Schlüsselwörter speichert. Tippt man in der Dialogzeile nur den Anfangsbuchstaben, erscheint der Name als Vorschlag. Ja, vielleicht bin ich faul, da meine Figuren eh immer so kurz wie möglich heißen. Also Ben, Jack, Anna, Eve, … 😉

Auch ist das Tutorial von Final Draft sehr … umfangreich. Jedoch würde ich es niemanden empfehlen, der sich nicht ernsthaft mit Drehbüchern beschäftigt. Für Profis sollte es jedoch Pflicht sein.

Zwar habe ich es noch nicht getestet, aber es gibt die Funktion, dass man sich via Internet gezielt verbindet. Also, dass online mehrere Leute ein Skript besprechen können. Bisher ist dieser Fall noch nicht aufgetreten, da Dominic, mein Mitschreiber, meist gegenüber von mir sitzt.

Voraussetzung für dieses Programm ist ein Pc, der zumindest internetfähig ist. Zum einem muss man Final Draft online registrieren. Zum anderen kann man sein Drehbuch auch über das Programm an die offizielle Drehbuchdatenbank der USA schicken. Diese sind zuständig für die Sicherung und die Sicherstellung von Urheberrechten.

Der einzige Minuspunkt bei diesem Programm ist die Sprache. Final Draft wurde für den englischen Drehbuchmarkt konzipiert. Auch wenn es in der europäischen Version alle Sprachen gibt, eine richtige Grammatik ist nicht gewährleistet. (Im Englischen übrigens ebenso wenig.) Daher sollte man sich nicht wundern, sondern eher damit rechnen, dass ganze Parts des Textes rot unterstrichen werden. Wenn man also sicher gehen möchte, dass keine Fehler mehr vorhanden sind, sollte man das Skript stets Korrektur lesen.

Wer mit Final Draft arbeiten möchte, sollte sich bereits ein Vorwissen über Drehbücher angeeignet haben. Viele Fachbegriffe gibt es nur in englischer Sprache; selbst in der deutschen Version.  Damit meine ich nicht die Drehbücher lesen, die man bei Ebay ersteigern kann. Dies sind meist ‚production scripts‘, bei denen die Handlung in Szenen unterteilt worden ist und für den Dreh nicht mehr abgeändert wird. Als Drehbuchautor verfasst man aber sogenannte ‚spec scripts‘

Ich denke, ich habe euch jetzt mit meinem Ausflug ins Drehbuch genug gelangweilt. Das nächste Mal gibt es wieder einen Tipp für die angehenden Schriftsteller!

PS: Falls sich jemand den Screenshot genauer angesehen hat, ja der Titel ist sehr wirr. Aber solange ich noch keinen festen Arbeitstitel habe, schreibe ich einfach Stichworte. Daher verzeiht. 😉.

Dezember 21 2010

Duden Korrektor PLUS 6.0

Systemvorraussetzungen:

Microsoft Windows 2000/XP/Vista

Microsoft Office 2000/XP/2003/2007 oder Works 9.0

Mind. 750 MB Festplattenspeicher

Wenn ich eins gelernt habe, dann vertraue niemals auf die Rechtschreib- und Grammatikprüfung von Microsoft Word – egal in welcher Sprache. Es bleiben immer Fehler übrig. Aus diesen Gründen habe ich mir das Programm „Duden Korrektor PLUS 6.0“ angeschafft. Praktischerweise direkt mit drei Lizensen, also für Arbeitslaptop und Heimpc.

Das Programm enthält folgende Features:

1) Die Premium-Rechtschreibprüfung für Microsoft Office und Works prüft nicht nur Rechtschreibung, Grammatik, Zeichensetzung, Schreibvarianten und Schreibstil – die automatische Fehlerkorrektur korrigiert selbstständig alle vordefinierten gängigen Fehlertypen wie alte, heute ungültige Schreibweisen oder die fehlerhafte Verwendung der ß-Schreibung.

2) Vier integrierte Duden-Nachschlagewerke, darunter das Standardwerk „Duden – Die deutsche Rechtschreibung”, „Das Synonymwörterbuch“, „Das Fremdwörterbuch“ sind enthalten. Auf meine Synonyme möchte ich nicht mehr verzichten! Immer wenn mir ein passendes Wort fehlt, öffne ich den Duden – Korrektur via Schnellstartleiste, gebe den Begriff ein und erfreue mich innerhalb von Sekunden an zehn bis zwanzig Entsprechungen. (Sowohl Fachsprache, Jargon, als auch „veraltete“ Begriffe)

3) Zusätzlich enthält der „Duden Korrektor PLUS” wertvolle Funktionen wie die automatische Prüfung. Dabei finde ich es besonders praktisch, dass das Programm nicht nur die Fehler unterstreicht, sondern auch die dazu gehörigen Regeln erkklärt. Das System nimmt auch eigene Wortschöpfungen mit auf und integriert sie in Zusatzwörterbücher, die man selbst verwalten kann.

Das Programm erscheint zwar jährlich, man kann die Wörterbücher aber auch online updaten. Natürlich ist es nicht perfekt und übersieht auch noch Fehler Text, da es immerhin ein Programm ist. Daher würde ich mich nie vollkommen darauf verlassen und stets meine Texte Korrektur lesen. Dennoch filtert der DUDEN Korrektor einen Großteil Fehler heraus. Für den Preis von 40 Euro erscheint es zwar teuer, aber ich kann es nur empfehlen.

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