Januar 9 2014

Rezension : Rachel Ward – Drowning 01 – Tödliches Element

Drowning 01 – Tödliches Element

von Rachel Ward

Chicken House Verlag

329 Seiten

Mehr Informationen findet ihr auf der Verlagsseite oder auf der Autorenhomepage.

Die Autorin: Rachel Ward, 1964 geboren, wuchs in der Grafschaft Surrey südlich von London auf und studierte Geografie in Durham. Erst mit 40 Jahren widmete sie sich dem Schreiben. Ihr Debüt „Numbers – Den Tod im Blick“ ist international vielfach ausgezeichnet und 2011 für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert worden. Die daraus entstandene „Numbers“-Trilogie wurde weltweit zum Bestseller. Rachel Ward lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern in Bath, England. (Quelle: Carlsen)

Inhalt: Als Carl aufwacht, ist Rob tot. Doch Carl kann sich an nichts erinnern. Nicht, wie sein Bruder ertrunken ist, oder warum sie an dem See waren und auch nicht, weshalb Neisha, die offensichtlich bei ihnen war, Todesangst vor ihm hat. Er weiß nur, dass er herausfinden muss, was passiert ist. Bevor vollendet wird, was an jenem Tag begann.“ (Quelle: Chicken House)

Sprache: Drowning überzeugt mit kurzen schnellen Sätzen, die zu Beginn noch Tempo in die Geschichte bringen. Ungeschönt zeigt die Autorin die sozialschwachen Verhältnisse von Carl, seine alkoholabhängige Mutter und das Problemviertel, in dem er lebt. Trotzdem werden Carls Gedanken, Gefühle und Ängste gut rübergebracht, sodass man auch seine Trauer, beziehungsweise die anfängliche Unfähigkeit mit Robs Tod umzugehen, gut nachfühlen kann.

Figuren: Carl stand schon immer im Schatten seines Bruders und dies scheint sich nach seinem Tod auch nicht zu ändern. So wie seine Erinnerungen langsam zurückkommen, so findet man sich auch beim Lesen mit Carl zurecht. Wirkt er zu Beginn noch blass und verloren, lernt man das Problemkind, den einfühlsameren der beiden Brüder nach und nach kennen.

Neisha wird zwar als hübsch beschrieben, aber die zunächst interessant wirkende Figur, verschwindet hinter Beschreibung ihrer dichten, kurzen Wimpern und toffebraunen Beine. Für mich wurde die An-Aus-Beziehung der beiden mit jeden weiteren Kapitel unverständlicher und Neisha mir unsympathischer. Dazu störte mich der Umstand, dass sobald Neisha auf der Bildfläche erschien, die Handlung sich nur noch um sie drehte.

Schade fand ich, dass es den Figuren neben Carl an Tiefe fehlte. Sie wurden oberflächlich angekratzt, aber viel verraten hat die Autorin nicht über sie. Die Probleme wirkten dahin gestellt, obwohl ich gerne erfahren hätte, warum Rob diesen Charakter entwickelte, warum Neisha ständig ihre Meinung wechselte, …

Lob und Kritik: Die Autorin schafft es, die bedrohliche Atmosphäre bis zum Schluss zu halten. Robs Erscheinungen, das Tropfen, das Plätschern, die konstante Angst vor jeglichem Wasser, erzeugte eine durchaus packende Stimmung. Leider konnte sie mich in der zweiten Hälfte des Buchs nicht mehr fesseln, es kam nichts Neues mehr hinzu, es gab in diesem Punkt keine Steigerung, die den Text für mich spannender hätte machen können.

Irgendwie verlor es sich in einem Kreislauf aus Carl wird nass, er rennt, Carl wird trocken, er will nicht wieder nass werden (und wird es doch) und er muss Neisha unbedingt beschützen. Was die mögliche Handlung betrifft, enttäuschend. Carl verarbeitet seine Trauer und das Buch lebt hin und wieder durch seine Gefühlswelt auf, aber am Ende erhielt ich nur eine Erkenntnis: Rob ist tot. Dafür, dass er dies schon auf der ersten Seite war, etwas mager. Auch das Ende las sich nicht zufriedenstellend. Wird Carl sich ändern? Was ist mit seiner Mutter? Mit Harry? Was geschieht nun mit Neisha? Und mal ehrlich: Bei dem gewählten Ende, warum sollte Robs Zorn bitte verflogen sein? Das war alles sehr wirr. Die kaum erfolgte Auflösung ergab wenig Sinn!

Im Netz habe ich gelesen, dass es ein Reihenanfang war, dabei frage ich mich, wie man ein Thema, das sich im ersten Buch schon wiederholte, noch weiter ausquetschen soll?

Zusammenfassend: Unterschwellige Bedrohung, interessante Thematik, eine enttäuschende zweite Hälfte und ein wirres Ende. Daher vergebe ich 2 Sterne für die Handlung und 1 weiteren für die Sprache, macht insgesamt 3 von 5 möglichen Sternen für „Drowning 01“.

Abschließend bedanke ich mich bei BloggdeinBuch und dem ChickenHouse Verlag für das Rezensionsexemplar.

Dezember 19 2013

Rezension : Gabi Neumayer – Als die Welt zum Stillstand kam

– Als die Welt zum Stillstand kam –

Gabi Neumayer

Beltz & Gelberg

446 Seiten

Weitere Informationen findet ihr auf der Verlagsseite.

Die Autorin: Gabi Neumayer, geb. 1962, lebt in Bergheim bei Köln und ist Autorin, Lektorin und Chefredakteurin des Autorinnennewsletters The Tempest. Sie schreibt vor allem für Kinder – unter anderem Science-Fiction-Geschichten, englische Lernkrimis, Bilderbücher und Sachbücher. Bei Beltz & Gelberg erschienen von ihr der Jugendroman Als die Welt zum Stillstand kam und zuletzt der erste Band der Reihe Undercover City – Der Unsichtbare im Wald. Mehr Infos auf ihrer Homepage: www.bato-schreibt.de (Quelle: Beltz & Gelberg)

Inhalt: „Die Welt im Jahr 2036: Absolute Mobilität ist Realität geworden. Frühstücken auf den Fidschis, arbeiten in Berlin, abends ein Konzert in Tel Aviv, kein Problem. Mithilfe eines weltweiten Tornetzes beamen Menschen sich in Sekunden von einem Ort zum anderen, ebenso Informationen und Ressourcen. Da geschieht plötzlich das Unfassbare: Das Netz bricht zusammen – und damit die gesamte Welt. Die Freunde Celie, Alex und Bernie könnten ein rasantes Leben genießen und sich sehen, wann und wo immer sie wollten. Doch der tragische Tod von Celies Mutter, Erfinderin des Tornetzes, hat einen Schatten auf ihre Freundschaft geworfen. In ihrer Trauer will Celie alles hinter sich lassen. Bis plötzlich die Katastrophe eintritt – das Netz versagt. Wie alle anderen auch sitzen die drei Freunde fest: Alex in Berlin, Celie in Irland, Bernie in der mecklenburgischen Wildnis. Jeden Tag fällt die Welt um sie herum ein Stück mehr auseinander: Städte ohne Strom und Wasser werden zu Todesfallen, Krankheit, Hunger und Gewalt breiten sich aus. Die zivilisierte Welt kollabiert. Celie, Alex und Bernie müssen jeder für sich ums Überleben kämpfen. Und sie müssen einander finden. Denn vielleicht hat der Tod von Celies Mutter etwas mit dem Zusammenbruch des Netzes zu tun …“ (Quelle: Beltz&Gelberg)

Das Cover: Mich hat das Cover schon eine Zeit lang in den Bann gezogen, ich empfand es als sehr passend zum Klappentext. Celie, die Richtung Horizont blickt, hinweg in eine ungewisse Zukunft. Nach dem Lesen spiegelt es Celie und ihre Verbundenheit zum Meer noch ein wenig besser wieder. Andererseits bin ich nach dem Lesen auch enttäuscht. Denn irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass diese Geschichte sich eher um Alex drehte als um Celie, wie das Cover einen erahnen lässt.

Die Konstruktion der Gesellschaft: Sehr gut durchdacht und detailliert dargestellt. Nicht nur anhand des Anhangs habe ich gemerkt, wie viel Recherche in diesem Buch steckt. Die Autorin schildert plausibel, wie die Welt sich mit der Errungenschaft des Beamens verändert, wie abhängig die Menschheit vom Tornetz geworden ist. Durch kleinere Details wie Wörter wie „packy“ (ähnlich verwendet wie „cool“) oder Mo-Pads (Art futuristisches Mobiltelefon/Handheld-Computer) fand ich beim Lesen leicht in die Gegebenheiten dieser Zukunftswelt, da diese von Grund auf gut struktuiert war.
Die Geschichte konzentriert sich jedoch auf den Zusammenbruch. Die Hysterie, die Panik, die Unfähigkeit der Menschen sich zu orientieren, da die Tore sämtliche Fortbewegung übernahmen. Dabei liegt der Fokus hauptsächlich auf einem ungeschönten Untergangsszenario, in dem jeder sich der nächste ist, Kinder niedergetrampelt werden und Morde für Nahrungsmittel oder Akkus passieren.

Sprache: Der Grundton ist sachlich und nüchtern. Dies kommt zwar den wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Erklärungen zu Gute, aber die Geschichte wirkte auf mich distanziert und emotionslos. Es kam einfach keine Spannung auf, nicht einmal wenn die Figuren sich inmitten von Kämpfen befanden oder um ihr Leben fürchten mussten. Innerhalb der Erzählung springt die Autorin nicht nur zwischen Celie, Alex und Bernie, sondern auch in eine Vielzahl von anderen Sichten. Dies diente vermutlich der Verdeutlichung, wie allgegenwärtig die Tore im Alltag waren und wie schwerwiegend der Zusammenbruch für die Einzelschicksale waren. Meiner Meinung hätte das nicht bedurft. Durch diese vielen Sprünge und Schauplatzwechsel konnte ich mich nicht in die zentralen Figuren der Geschichte einfühlen, da die Erzählung ja schon wieder an einem anderen Ort schwenken musste. Diese vielen Einschübe waren störend, ich wollte die eigentliche Geschichte lesen und nicht diese vielen kleinen Momentaufnahmen.

Dazu nutzte die Autorin immer wieder verwirrende Rückblenden, durch die manchmal auch doppelt erzählt wurde.

Figuren: Die Hauptfiguren sind Celie, Alex und Bernie. Bernie sitzt zu Beginn seiner Tortechniker-Ausbildung in der mecklenburgischen Wildnis fest, wenn die Tore ausfallen. Alex, angehender Pfleger in Berlin, macht sich auf den Weg Celie, seine große Liebe, zu suchen und stößt dabei auf Bernie. Während Celie in eine Kommune der Mobilen, diejenigen, die den Toren abgeschworen haben, geflüchtet ist. Eigentlich eine vielversprechende Ausgangsposition, aber die Figuren bleiben blass und eindimensional. Bernie, der mir noch am meisten zugesagt hat, steckt in der Rolle des guten Freundes und Technikers fest. Alex ist angetrieben vom Gedanken, Celie zu finden und sich mit ihr auszusöhnen, und so schlimm und verstörend seine Umwelt auch ist, nichts scheint den Frauenschwarm zu beeinflussen oder der Figur eine Entwicklung zu geben. Celie empfand ich sogar streckenweise als nervig und unsympathisch. Bis auf die Einstellung, dass sie nicht auffallen darf, scheint diese Figur kaum etwas anzutreiben, was schade ist. Als Tochter der Tor-Erfinder hätte ich ihr mehr Potenzial zugeschrieben, als wirklich genutzt wurde. Sie blieb bis zum Ende unscheinbar.

Die Konstellation der drei Figuren schien mir wirklich als vielversprechend, doch wurde diese von sehr vielen Nebenfiguren auch überlagert. Ständig tauchten auf den Reisen oder in der Kommune neue Nebenfiguren auf, die an sich zwar gut typisiert waren, aber fast alle nach gefühlten fünf Seiten wieder verschwanden.

Das Ende: Ja, wie löst man eine Geschichte auf, nachdem man die Welt fast hat untergehen lassen? Diese Frage habe ich mir schon in der ersten Hälfte gestellt und gerätselt, was wohl passieren würde, wenn Celie, Alex und Bernie wieder aufeinander trafen (oder zumindest ein Teil von ihnen oder überhaupt – ich will ja nicht spoilern). Das Ende hat mich jedoch nicht überzeugt. Es kam keine Spannung oder ein Höhepunkt auf. Es ist relativ schnell klar, wer Celies Gegenspieler in der Kommune wird, die Aufdeckung seiner Pläne waren weder überraschend noch besonders originell. Auch die Lösung, was hinter den Toren steckte, war im Vergleich zu den komplexen Hintergründen, die sich durch die Geschichte zogen, recht simpel. Ich hatte mir mehr erhofft, als eine durchgängige Stimmung, die vermittelte, dass der Zusammenbruch doch nicht so schlimm war. Dass alles wieder recht bald einen gewissen Grad an Normalität erreichen könnte.

Zusammenfassend: Eine wirklich vielversprechende Idee, deren Potenzial nicht genutzt wurde oder deren Umsetzung gute 200 Seiten fehlten, um die Protagonisten beim Lesen näher zu bringen. Daher vergebe ich 2 Sterne für die Geschichte und einen zusätzlichen für die umfassende Hintergrundszenerie, in die wohl viel Zeit und Energie gesteckt wurde. Insgesamt 3 von 5 möglichen Sternen für „Als die Welt zum Stillstand kam“.

Dezember 14 2013

Rezension : Allen Zadoff – Boy Nobody #01

– Boy Nobody #01 – Ich bin dein Freund. Ich bin dein Mörder. – 

Allen Zadoff

bloomoon Verlag

Ab 14 Jahren

336 Seiten

Mehr Infos gibt es auf der Verlagsseite oder auf der Homepage des Autors.

Inhalt :SEIN AUFTRAG: MORD

Mit 12 Jahren wurde er rekrutiert, um tödliche Missionen zu „erledigen“. Mit 16 ist BOY NOBODY einer der Besten. Weil er keine Fehler macht. Weil er eiskalt ist. Weil er seine Zielobjekte schnell und effektiv aus dem Weg räumt. 

Seine aktuelle Mission ändert jedoch alles: Denn die Zielperson ist ganz und gar nicht, was sie scheint. Und sie kommt ihm gefährlich nahe. Zu nahe. Aber BOY NOBODY wird auch diesen Auftrag erfolgreich zu Ende bringen. Weil er einer der Besten ist. Weil er keine Fehler macht. Weil er eiskalt ist. Oder etwa nicht …?“ (Quelle: bloomoon)

Sprache und Figuren : Kurz. Militärisch. Zwar hatte ich zu Beginn mit der Ich-Perspektive und dem verwendeten Präsenz zu kämpfen (weil ich diese Variante persönlich nicht so mag), aber die gewählte Erzählperspektive passt zur Hauptfigur. Fast wie bei einem Bericht schildert Ben (so lautet zumindest sein „Missionsname“, den ich für die Rezension jetzt einfach benutze), sein Vorgehen, seinen Plan. Dennoch bleibt es spannend, vielleicht durch die vielen kurzen Kapitel, die wie bei einem Film Szene für Szene aus Bens Leben wiedergeben.

Obwohl das Buch dadurch recht distanziert geschrieben ist, konnte ich mich in Ben hineinversetzen oder eben in die Rolle des eiskalten Auftragskillers, die er mimt. So störend manchmal auch die schmucklosen, kurzen Hauptsätze waren, so flüssiger und detailreicher wandelte sich der Stil des Autors, wenn Ben zu zweifeln beginnt. Nicht nur Empfindungen registriert, sondern auch mit seinen widersprüchlichen (und größtenteils) unterdrückten Emotionen ringt. Diese sprudelten umso mehr hervor, wenn Ben sich an seine Vergangenheit erinnerte und er sich dem Zwiespalt am Ende auseinander setzen musste. In dieser Geschichte gibt es keinen klassischen Gegenspieler, durch das fast Tagebuch ähnliche Buch wird Ben zu seinem eigenen Feind. Er muss sich selbst überwinden, um seine Mission zu beenden. Oder halt auch nicht …

Aber nicht nur Ben zeigt Tiefe, alle Figuren brillieren mit einer gewissen Dreidimensionalität. Das Schulopfer, der arrogante Sportler, im Laufe der Geschichte zeigt jeder seine zweite Seite. Nur aus Sam wurde ich weder schlau, noch konnte ich mich mit ihr anfreunden. Sie gab sich so tough, spielte die Unnahbare … sie war mir nicht geheuer, um ehrlich zu sein. Daher wirkte die Lovestory, die sich anbahnte, nicht auf mich.

Mutter und Vater fand ich dagegen noch unheimlicher. Wie Geister schweben sie über der Geschichte, kontrollieren und koordinieren das Geschehen, nichts bleibt ihnen verborgen. Doch Zadoff hat sie in ihrer Sprache so allgemein sprechen lassen, jeder könnte Mutter und Vater sein. Ein Punkt, der den weiteren Verlauf der Reihe praktisch unvorhersehbar macht.

Lob und Kritik : Zunächst kam mir das Cover recht nichtssagend vor, nach Beenden des Buchs muss ich sagen, dass es gut eine Schlüsselszene wiederspiegelt und umso besser passt. Umso genialer ist aber das Detail, welches sich unter dem Schutzumschlag verbirgt. Im Fadenkreuz sind ein Eintritts- und ein Austrittsloch einer Kugel abgebildet, je auf Vorder- und Rückseite. Toll! Ben selbst benutzt zwar keine Waffen, aber es trifft das Thema Auftragskiller so klasse. 🙂

Die Kampfszenen in „Boy Nobody“ sind gut dargestellt, besonders der Aspekt mit Bens Gadgets, wie der Kulli, ist toll umgesetzt. Das machte das doch recht ernste Buch in gewissen Punkten kindlicher und mehr wie eine Spionagegeschichte. Als würde Ben nur Agent spielen …

Die Wende am Ende hat mich überrascht, alles drehte sich in der Geschichte noch mal, aber ich fand das Ende an sich zu schnell angehandelt. Dies ist leider auch ein Nachteil der Erzählweise des Buchs, sie hebt die Geschichten von anderen YA-Thrillern ab, aber schmälert auch bei Lesern die Möglichkeit, die Dramatik am Ende mitzufühlen. Ben ist halt größenteils kalt, effizient und präzise.

Sicherlich ist „Boy Nobody“ jetzt nicht megaspannend verfasst, aber es ist spannend genug, weil es noch jede Menge Fragen offen lässt. Was ist dieses Programm? Wie viel von diesen Special Forces Einheiten gibt es tatsächlich? Was ist das höhere Ziel des Ganzen? Mich hat die Thematik auf jeden Fall gefesselt.

Zusammenfassend : Rasant. Mysteriös. Auftragskiller trifft Spion trifft typische Teenagerprobleme – ein neuer Blickwinkel, der die Neugier auf die weiteren Teile ansteigen lässt. Auf jeden Fall war der Auftakt der Reihe gut geschrieben und ich bin mir sicher, das Mysterium „Boy Nobody“ wird spannend weitergehen. Daher vergebe ich 4 von 5 möglichen Sternen und bedanke mich abschließend beim bloomoon Verlag und BloggdeinBuch für das Rezensionsexemplar.

November 30 2013

Rezension : Jason Lethcoe – Song (Band 3)

Inhalt:Wie weit ist er von hier entfernt?“, fragte Blades mit tonloser, metallischer Stimme. „Zwei Nächte, vielleicht drei“, antwortete Bugs. „Jetzt haben wir ihn“, flüsterte Blight. Bones gab ein Zeichen, und die Vier wandten sich geschlossen um und galoppierten los. Während sie durch das weite Tal preschten, ließen ihre donnernden, eisernen Hufe riesige Staubwolken hinter ihnen aufsteigen. Edward Macleod wusste nicht, was auf ihn zukam. Und selbst wenn er es geahnt hätte, hätte er nicht viel dagegen ausrichten können. Sie waren die Vier. Und sie waren unbesiegbar. Edwards Schicksal scheint besiegelt, als der Schakal seine gefährlichsten Krieger entsendet, um ihn zu jagen. Doch Edward muss eine Prophezeiung erfüllen – und ist bereit, jeden Preis dafür zu bezahlen. Wird er mit der Hilfe seiner Gefährten und des mysteriösen Mr. Spines die letzte große Schlacht gewinnen können? (Quelle: Ars Edition)

Cover: Nicht ganz so passend wie die beiden ersten. Aber die Stimmung der Geschichte wird gut rüber gebracht. Edward muss sich seinen Feinden stellen und von allen Seiten drohen Gefahren und Gefallene, die ihn jagen und töten wollen. Auch der rot leuchtende Bannkreis, der die Festung des Schakals umgibt, prägt die Illustration. Schön fand ich, wie zweifelnd Edward wirkt, genauso wie er auch in der Geschichte von Unsicherheiten und Zweifeln geplagt wird. Aber wozu die Harfe? Die hat auf dem Cover doch eigentlich nichts zu suchen …

Figuren: Die Nebenfiguren waren weiterhin gut in Szene gesetzt, ganz gleich. wie klein ihre Auftritte auch waren. Ebenso war es interessant, endlich zu erfahren, welche Wesen sich hinter den menschlichen Hüllen der Gefallenen verbargen.

Bridget musste ich beim Lesen einfach mögen. Vielleicht ist sie die Schwächste von Edwards Weggefährten, aber sie steht Edward zur Seite, setzt ihr Vertrauen in ihm, hilft und überrascht. Ihr unerschütterlicher Glaube rettet Edward aus so mancher brenzligen Situation. Dabei ist sie nicht uneigennützig, aber so liebevoll in ihrer Art, dass die beiden zusammen einfach süß sind. Und die zarte Verliebtheit zwischen den beiden ließ mich beim Lesen schmunzeln.

Das Gift der Vier lässt die Ängste und Zweifel Edwards wieder in ihm hochkommen, was ihn mehr denn je behindert. Aber Edward muss erkennen, dass er selbst bestimmt, wer er sein will und wer er ist. Er lernt, auf seine erworbenen Fähigkeiten zu vertrauen und nun auf seine Stimme zu hören, die sonst die Ängste und Zweifel unterdrückt hatten. Sobald er es schafft, seine Stimme zu finden, verliert Edward sein Stottern und kann singen! Schöner, als die Wächter es sich vorgestellt haben. Die Aussage, dass niemand das Recht oder Macht hat, über Edwards zu bestimmen, außer er selbst, ist in meinen Augen gut gewählt und schließt schließt die Reihe schön ab (da Edward ja zu Beginn sich stets im Hintergrund hielt und von allen möglichen Erwachsenen herumgeschubst wurde). Außerdem verleiht Edward diese Erkenntnis sogleich Kraft und Selbstvertrauen. (Obwohl er natürlich weiterhin seine Schwächen hat.)

Lob und Kritik: Auch der dritte Teil von Edwards Geschichte entwickelt sich zu einem rasanten Abenteuer. Schnell, spannend und phantastisch wie schon die Bände zuvor. Besonders gefallen haben mir die vier Metallreiter, die Edward jagten (erinnerten ein wenig an die Reiter der Apokalypse) und der Finde-Schlüssel. Simpel, effektiv – so einen Schlüssel möchte ich auch. 😉

Die Prophezeiung, an der Edward schon seit dem ersten Buch rätselte, entspinnt sich nun im letzten Band und Lethcoe schafft es, sie sehr gut in den Handlungsfaden einzuflechten. Ebenso lobenswert ist es, dass auch die Nebenfiguren sich weiter entwickelten. Jack, Tabitha und Bridget haben aus ihren Schwächen gelernt und neue Überzeugungen gefunden (wie zum Beispiel, dass man sich den verstaubten Wächterkonventionen auch widersetzen kann).

Wunderbar ist auch die Titelwahl. In „Wings“ wachsen Edward Flügel, in „Flight“ lernt er fliegen und wird so langsam flügge und in „Song“ erlernt er die wichtigste Fähigkeit eines Wächters: den Gesang. „Song“ setzt das Hauptthema – singen, Arien und die dadurch erwirkte Magie – sehr gut um.

Schade fand ich das sehr glatte Ende, das Lethcoe wählte. Auch hätte ich gerne noch mehr Details über den Brückenbau erfahren, da war mir das Buch deutlich zu kurz. Okay, das Buch war wie schon die Vorgänger eh wieder zu kurz. Der Schakal hatte einen sehr beschränkten Auftritt, so böse und mächtig kam er mir gar nicht vor. Schade, dass die Hintergrundgeschichte dazu so verschleiert blieb. Edward ist ihm ja recht mühelos entgegen getreten … Ebenso blieb die finale Schlacht recht einseitig und wenig ausgefeilt. Nicht zu vergessen, dass die eigentlichen Wächterneulinge, die die Armee bildeten, binnen Stunden sich zu genialen Kämpfern entwickelten.

Zusammenfassend: Ein würdiger Abschluss! Edward findet sich und seine Bestimmung, Lethcoe überzeugt erneut durch Ideen und einem anschaulichem Schreibstil. Aufgrund kleinerer Schwächen und einem sehr glatt gebügelten Ende verleihe ich „Song“ 4 von 5 möglichen Sternen.

Neugierig geworden? Hier der Link zum Buch.

November 20 2013

Rezension : Jason Lethcoe – Flight (Band 2)

Inhalt: „Seit dem Tag, an dem Edward Flügel gewachsen sind, lauern überall um ihn Gefahren und er hat mächtige Feinde in fremden Welten. Aber er hat auch die Chance, seine Mutter aus den Klauen des berüchtigten Schakals zu befreien. Kann der mysteriöse Mr. Spines Edward dabei helfen, sein Schicksal zu erfüllen? Und ist er wirklich Edwards Vater? Es gibt Welten, von denen wir nicht die geringste Ahnung haben. Welten, die uns nicht einmal in unseren kühnsten Träumen einfallen würden. Und die doch mit unglaublichen Kräften unser Leben beherrschen – und unseren Tod!“ (Quelle: Ars Edition)

Cover: Wie schon bei Teil 1 bildet auch beim bei „Flight“ das Cover die Geschichte wieder gut ab. Dieses Mal ist eine Szene aus den ersten Kapiteln gewählt, die aber das Tempo und die Flucht zeigt, die sich durch die ganze Geschichte zieht. Daher auch hier wieder Lob, eine schöne, detaillierte Illustration, die den Inhalt gut wieder gibt. 🙂

Figuren: Obwohl eine Fülle an Figuren vorherrscht, zeichnet sich jede noch so kleine Rolle durch ihr Aussehen, ihre Sprache und ihre Funktion aus. In Woodbine leben zahlreiche Geschöpfe, doch schafft es der Autor, nicht willkürlich über diese Bewohner zu schwenken, sondern baut sie fest in die Geschichte mit ein. Näher werden jetzt auch Bridget und Tabitha beleuchtet, die Edward auf seiner Reise begleiten und beschützen. Schön fand ich, wie Lethcoe ganz unterschiedliche Motive aufführt, warum diese beiden Mädchen ihr Vertrauen in Edward setzen und alles dafür geben, dass ihm nichts geschieht.

Auch Edward, der ja im ersten Teil immer geradeso davon gekommen war, muss sich nun größeren und gefährlicheren Aufgaben stellen. Eine Prophezeiung, nach der er der Brückenbauer sein soll, wird ihm eröffnet und somit ein schweres Schicksal auf die Schultern gelegt. Edward erfährt, wer sein Vater ist und muss lernen mit der Wut und dem Zorn umzugehen, was sein Vater ihm und seiner Mutter angetan hat. Bzw. versuchen, ihm zu verzeihen. (Immerhin will er ein Wächter sein, der sich von solchen Gefühlen nicht umtreiben lassen darf.) Er lernt fliegen, stellt sich einen Ängsten und scheitert auch bei mal bei seiner Ausbildung oder während er Magie benutzt. Und das alles auf so wenigen Seiten! 😉 So langsam erlangt dieser Junge Stärke und Selbstbewusstsein, beginnt seine Meinung laut auszusprechen und Entscheidungen zu fällen, anstatt wie zu Beginn des ersten Bandes so gut wie nur irgendwie möglich nicht aufzufallen und in Deckung zu gehen.

Lob: Dieses Mal gibt es nur Lob! Maximal könnte ich kritisieren, dass ich die Geschichte als zu kurz empfand. Aber trotz der Kürze lieferte Lethcoe einen in sich geschlossenen Teil, rasant, phantastisch und sehr gut geschrieben – da es ist kein Wunder, dass ich mehr will und nach gut 200 Seiten kein weiteres offenes Ende. (Obwohl dieses die Spannung auf den dritten, abschließenden Teil direkt in die Höhe schießen lässt!) Ein weiterer kleiner Kritikpunkt ist die Fülle an Namen, Orte und Hintergrundgeschichte, die der Leser mit dem zweiten Band verarbeitet. Aber wenn ich verwirrt war oder etwas nicht direkt einordnen konnte, gab es ja den Glossar, in dem ich nachschlagen konnte. Autor und Verlag haben also an alles gedacht, damit es ein angenehmes Lesevergnügen sein kann.

Auch bei Band 2 findet sich der Leser sofort in der Geschichte wieder, es ist nur wenig Zeit seit Edwards Entschluss, seine Flügel zu benutzen, vergangen. Beim Lesen stellt sich das Gefühl ein, dass Lethcoe in Woodbine jetzt richtig angekommen ist. Im Gegensatz zu den manchmal holprigen Beschreibungen in der realen Welt, glänzt die Nachwelt mit einem mitreißendem und flüssigen Erzählstil sowie gut vorstellbaren Beschreibungen.

Auch bei „Flight“ hat Lethcoe gute Wendepunkte gesetzt, die man nicht unbedingt kommen sieht. Immer wieder taucht etwas Unvorhergesehenes auf und treibt die Figuren in eine andere Richtung. Bis auf den Punkt, warum Mr. Spines Edward so bedingungslos beschützt. Aber jeder Mann würde in dieser Rolle so handeln. (Das klingt jetzt schwammig, aber ich möchte diesen Punkt nicht spoilern.)

Weiterhin wird das Thema Engel und Nachwelt a) gut eingeflochten und b) anders als in bekannten Werken. Was im ersten Band noch verwirrend wirkte, rückt nun an die richtigen Plätze und aus den vielen Details ergibt sich eine sagenhafte Welt, die der Autor uns präsentiert. Besonders gemocht habe ich das Detail der Kampfschnecken, die waren mein persönliches Highlight. (Kampfschnecken? So klasse! 😀 )

Und das größte Lob: Die Geschichte um Edward geht nahtlos und spannend weiter! Oft ist es bei Trilogien ja so, dass Band 2 nur zur Wissensvermittlung oder zum Aufbau eines weiteren Handlungsfadens genutzt wird. Bei „Flight“ ist dies nicht so. Edwards Jagd steht weiterhin im  Vordergrund, dies und Suche nach seiner Mutter. Währenddessen muss der Junge lernen, seine Fähigkeiten zu entdecken und zu beherrschen. Dafür wird ihm keine Atempause gegönnt.

Zusammenfassend: Wundervoll! Toll! Eine sehr schöne Fortsetzung! Zum Glück habe ich „Song“ (Band 3) hier schon zu liegen, denn ich werde die Geschichte gleich weiterlesen. Zuvor vergebe ich aber noch 5 von 5 möglichen Sternen an „Der mysteriöse Mr. Spines 2 – Flight.“

Neugierig geworden? Hier der Link zum Buch.