Tou’Gard ist jetzt seit einem Monat auf neobooks.com online und über 2200 Menschen haben meine Leseprobe gelesen! Eine beeindruckende Zahl! Das würde bedeuten, dass im Schnitt 73 Menschen am Tag die ersten Seiten gelesen haben. Bei dem Gedanken bekomme ich eine Gänsehaut.  🙂

Doch vielleicht sollte ich zunächst erklären, was neobooks überhaupt ist. Neobooks ist eine Plattform des Verlags Droemer & Knaur, auf der Autoren ihre Texte vorstellen. Dort können Leser diese anhand von Handlung, Figuren, Struktur und Sprache rezensieren, und wenn ihnen ein Werk gefällt, ihm einen Überflieger verleihen. Diese Überflieger sind dabei das Wichtigste. Denn neobooks hat einen Wettbewerb gestartet, bei dem nach 100 Tagen die Top Ten Manuskripte auf dem Lektoratstisch von Droemer & Knaur landen. Dazu soll demnächst ein E-Book-Shop entstehen, sodass  jeder ganz leicht sein eigenes E-book erstellen und über die Seite vertreiben kann.

Zunächst dachte ich, dass neobooks eine unglaubliche Chance ist für unbekannte Autoren. Besonders wenn man genug Initiative zeigt, und Leser wie Autoren auf neobooks aufmerksam macht. Indirekt sorgt dies dann auch für Aufmerksamkeit beim eigenen Text. Daher stellte ich eine Leseprobe von „Tou’Gard“ ein, welche man auch auf dieser Seite hier unter ‚Meine Ideen‘ findet.

Das erste Kapitel findet man unter: http://www.neobooks.com/manuscript/show/1148

Neobooks bietet einerseits den großen Vorteil, dass der geschriebene Text von einer ganzen Masse an Leser zugänglich gemacht wird und diese ihn auch noch bewerten können. Ich habe einige Kritikpunkte erhalten, die wirklich hilfreich waren das Kapitel weiter zu verbessern. Ich habe gelernt, dass ich anscheinend eine exzessive Nutzerin unnötiger Adjektive bin, die ich locker und ohne große Schwierigkeiten streichen kann. Mal nachzählen, das waren gerade drei Stück. Liest sich nicht gerade angenehm … 😉 Nächste Version: Ich habe gelernt, dass ich exzessiv Adjektive verwende, die ich auch streichen kann.  Eindeutig straffer.

Andererseits ist dieser Punkt auch der größte Nachteil von neobooks. Die Rezensionen.  Laut den AGBs soll man Werbung für sein Werk machen; z.B. auf Facebook, Twitter, … Literatur mag noch so gut sein, aus der Masse der Texte ragt ‚gut‘ nicht heraus.  Auch wenn die Top-Rezensenten sich die größte Mühe geben, alle eingestellten Texte zu bewerten.
Doch nur wer die Aufmerksamkeit auf sein Werk lenkt, der wird vielleicht entdeckt. Vielleicht. Nicht zu vergessen, dass der Leser sich dann erst ein Urteil bildet. Gefällt der Text nicht, kann auch keinerlei Werbung helfen. Bei neobooks jedoch wird einem direkt vorgeworfen, man verzerre den Wettbewerb, da man Freunde, Familie, Kollegen rekrutiere.

Viele Autoren und Leser sind deswegen abgewandert. Ich empfinde es als schade. Man kann nicht feststellen, wer wem wie einen Gefallen getan hat. Auch wenn es bei einigen Texten, die aus dem Nichts in die Top Ten gepuscht werden, sehr auffällig und ein wenig kurios ist.

Das Schwierigste bleibt dennoch der Leser. Ich habe einige Texte gelesen, von denen mich die ersten Seiten abgeschreckt haben. Nicht weil es nicht mein Thema war, sondern weil z.B. der Anfang einen gewaltigen Infodump bildete oder die Handlung so wirr war, dass man nichts verstand. Manchmal gab es auf den ersten sechs Seiten auch keine Handlung, sondern nur Gedankenergüsse. Dennoch werden diese Texte gelobt und als nächster Bestseller und geniales Werk angepriesen …

Aber das Phänomen des unberechenbaren Lesers habe ich auch an Tou’Gard gemerkt. Bei einigen Punkten scheine ich die Leserschaft regelrecht zu spalten. Charlies Überwechseln von der Realität nach Tou’Gard ist laut Rezensionen super – zu lang – zu kurz – nicht nachvollziehbar – und genau richtig. Charlie selbst und seine Charaktereinführung sei gut vorstellbar – blass – nicht greifbar – mit sich selbst identifizierbar. Man merkt, wie unterschiedlich die Geschmäcker sind. Dennoch sitze ich manchmal vor meinem Pc und denke mir: Was denn nun? Alles und doch nichts davon? Das macht das Überarbeiten des Textes nicht gerade einfacher … Denn gerade mit diesen beiden Punkten bin ich recht zufrieden. Trotzdem werde ich versuchen, es noch zu verbessern und vergesse dabei nie, dass man bei zehn Lesern eines Textes neun Meinungen und ein „Ich kann mich nicht dazu äußern“ erhält.

Viele Kinderfehler erschweren dazu die Beta-Phase von neobooks. Mich stört die Zeichenbegrenzung, aber ich kann mich auch nie kurzfassen (wie man merkt). Nicht alle Nutzer können sich im Forum einloggen, Werke können trotz der vielen Tipps nicht mehr verändert werden. Aus unerklärlichen Gründen können Nutzer ein Werk zwei mal bewerten und zwei mal einen Überflieger verleihen …

Trotzdem verläuft meine Reise eigene Reise nicht weniger turbulent. Einmal habe ich sogar mit dem Gedanken gespielt, mein Werk zu löschen. Aber wie sagte man mir so schön, Künstler legen sich ein übergroßes Selbstwertgefühl an, um mit Kritik umzugehen. Okay, ich arbeite dran. 😉

Zu Beginn habe ich mir nicht viel erhofft von neobooks. Es war eher ein „Was wäre wenn“ – Träumen und die oft gestellte Frage an Dominic, ob „Tou’Gard“ wohl eine Chance hätte. Als ich aber beobachtete, wie hoch ich innerhalb weniger Tage schoss, fühlte ich Angst und Unglauben zugleich. Angst, dass es endlich funktioniert, so wie vor allem Neuen, dass sich mir in den Weg stellt. Unglauben, weil ich nach einiger Zeit bereits Platz Zwei erklommen hatte. Das war unheimlich! Wirklich unheimlich aufregend! Das wechselte über in Anfeuern meines Bildschirms, als ob dieser mein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der Spitze beeinflussen könnte. Nicht zu vergessen, dass ich immer noch total geschockt bin von über 2200 Lesern!  Vor zwei Jahren hatte ich noch zwei Leser …

Mittlerweile ist „Tou’Gard“ auf Platz 1 gewandert; mit einem Überflieger Abstand auf den Nächstplatzierten. Ich bezweifle, dass ich diesen Platz noch weitere 70 Tage halten kann, aber ich hoffe und werde versuchen unter den Top Ten zu bleiben. Denn die Chance im Lektorat von Droemer & Knaur zu landen, ist zu verlockend, als dass ich wegen verletzender Kritik einknicke und das Feld räume. Das klang ein bisschen wie eine Kampfansage, und wenn ich einmal etwas schreibe, dann halte ich mich auch daran. 🙂

Wie erwähnt setze ich auf Werbung: Da du bis zum Ende meines Blogeintrages durchgehalten hast, würde ich mich freuen, wenn du auch das erste Kapitel von Tou’Gard liest und vielleicht eine Rezension hinterlässt. Daher erneut der Link:

http://www.neobooks.com/manuscript/show/1148

Das nächste Update erfolgt am 5. Dezember, wenn der zweite Monat bei neobooks überstanden ist..

Der erste Monat bei neobooks.com

Ein Kommentar zu „Der erste Monat bei neobooks.com

  • 12. Dezember 2010 um 06:40 Uhr
    Permalink

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